Friedberg dreht die Zeit zurück

Das Stadtfest-Kaffeehaferl mit einem Bauern hat Elisabeth Klopfer-Zankl von der Töpferei Lipp in Mering gestaltet. Foto: Stöbich
Friedberg: Friedberg | Alle drei Jahre gelingt den Friedbergern, was sich die ganze Menschheit vergeblich wünscht: Sie drehen das Rad der Zeit zurück und unternehmen für zehn Tage eine Reise in die goldene Ära ihrer Stadt. Auftakt zum großen Altstadtfest ist kommenden Freitag abend, wenn sich um 18 Uhr am Volksfestplatz der farbenprächtige Festzug mit Handwerkern, Cordonisten, Gauklern, Musikanten, Schützen und Stadtwache in Bewegung setzen wird.
Die "Friedberger Zeit" ist diesmal eine ganz besondere: Sie findet zum zehnten Mal statt und wird gebührend begangen, zum Beispiel mit einer Jubiläums-Ausstellung im Atrium des Finanz- und Gesundheitszentrums am Sparkassenplatz. Dort sind bis zum 17. Juli zahlreiche Plakate und Prospekte, Fotos und Schautafeln, Münzen und Siegel von 1989 bis heute zu sehen. Kulturabteilungsleiter Frank Büschel kündigt eine rund 20-minütige DVD-Präsentation an, die nach der Veranstaltung für 15 Euro im Bürgerbüro erhältlich sein wird. Darauf sollen die Höhepunkte des Jubiläums dokumentiert werden.
Außerdem wurde eine CD produziert, für die einheimische Musikgruppen rund zwei Dutzend Titel aufgenommen haben. "Die Lieder reichen von den Kräuterweibern bis zu unseren singenden Zöllnern", sagt Büschel. Diese musikalische Reise durch die Friedberger Zeit wird es als Gastgeschenk der Stadt, aber auch im freien Verkauf geben. Aus der Meringer Töpferei Lipp stammt ein Stadtfest-Kaffeehaferl, das Elisabeth Klopfer-Zankl mit dem Motiv eines Bauern geschmückt hat; außerdem gibt es Bierdeckel mit dem Trinkspruch "Auf die Gesundheit".
1989 wurde das erste Stadtfest gefeiert. Grundidee war, alle in Friedberg lebenden Menschen, aber auch alle Bewohner der Stadtteile bei einem historischen Fest zusammenzubringen und gemeinsam zu feiern. Weil die bedeutendste Zeit Friedbergs das 18. Jahrhundert war, verlegte man dieVeranstaltung in diese Zeit. Der Festobolus für die zehn Tage vom 8. bis 17. Juli beträgt zehn, der Tageseintritt in die Festzone fünf Euro. Kinder bis zwölf Jahre bezahlen keinen Eintritt, ebenso historische gekleidete Bürger im Gewand der Friedberger Zeit.
Im Mittelpunkt des abwechslungsreichen Programms, das alle Sinne ansprechen soll, steht das Ziel, alte Gepflogenheiten wieder neu aufleben zu lassen. Dazu tragen unter anderem die Handwerkszünfte bei, die der Stadt im 17. und 18. Jahrhundert zu Wohlstand verholfen haben. Allen voran die Friedberger Uhrmacher, deren Kunst europaweit Ansehen genoss.
Beim Altstadtfest bieten die Handwerker interessante Einblicke in traditionelle Arbeitsweisen. So kann man beispielsweise Steinmetzen, Maurern, Druckern, Töpfern, Korbflechtern oder Schuhmachern bei der Arbeit über die Schulter schauen. Beliebt sind auch Besuche in der Baderstube, die ein wohltuendes Bad oder eine Massage beinhalten. Es gibt Gaukler, Komödianten, Spielleute, Zauberer und fahrendes Volk sowie Theatergruppen der Friedberger Schulen. Vor allem die Einsätze der Stadtwache, die so manchen Delinquenten an den Pranger stellen oder gar mit der Bäckertaufe strafen, sind immer wieder Publikumsmagneten. Dass zu einem gelungenen Fest auch das leibliche Wohl gehört, versteht sich. Auch hier bleiben die Organisatoren bei der Zeitreise auf der Spur und lassen in den Schankstuben nur Speisen und Getränke nach überlieferten Rezepten und historischem Vorbild auf die Tische kommen.
Der gesamte Festbereich ist bis einschließlich Mittwoch, 20. Juli, Fußgängerzone. Bis dahin werden die AVV-Regionalbuslinien 200, 201 und 202 über den Steirer Berg und die Afrastraße umgeleitet. Während der Umleitung können die Haltestellen Friedberg-Marienplatz und Friedberg-Garage Ost nicht angefahren werden. Die Fahrgäste an der Haltestelle Friedberg-Marienplatz werden gebeten, auf die Haltestelle Friedberg-Bahnhof auszuweichen.
Die Fahrgäste der Haltestelle Friedberg-Garage Ost können auf die Haltestellen Friedberg-Stadthalle und Friedberg-Bahnhof ausweichen. Auch das AVV-Anrufsammeltaxi kann während der Sperrung die Haltestelle Friedberg- Marienplatz nicht anfahren. Die Fahrgäste werden gebeten, ebenfalls auf die Haltestelle Friedberg- Bahnhof auszuweichen.
Während der Friedberger Zeit werden an den beiden Wochenenden für die AVV-Regionalbuslinie 200 auf dem Abschnitt Friedberg-West-P+R und Friedberg- Bahnhof sowie Friedberg-Stadthalle zusätzliche Fahrten eingerichtet. Aktuelle Fahrplanauskünfte findet man im Internet unter www.avv-augsburg.de.
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