Friedberg verleiht Flügel

Musikpädagoge Stefan Schmidt (von links), Rudolf Franz und Ingo Ederer (Gründer und Vorstände von Voxeljet) sind stolz auf die verliehene Auszeichnung „Friedberger Flügel“. Foto: Lütke-Wissing

Gleich drei Friedberger hat die Stadt ausgezeichnet. Für Stefan Schmidt, Rudolf Franz und Ingo Ederer gab es eine Anstecknadel aus Gelbgold mit Diamanten.

Der im zweijährigen Turnus verliehene Innovationspreis soll zeigen, dass Friedberg neue Ideen unterstützt. Seit 2004 haben bereits zahlreiche Personen und Unternehmen den Preis erhalten. Drei Gewinner hat die Jury, bestehend aus dem Ältestenrat sowie dem ehemaligen IHK-Präsidenten Hans Haibel, in diesem Jahr für die Auszeichnung ausgewählt: das Unternehmen Voxeljet mit den beiden Firmengründern und Vorständen Ingo Ederer und Rudolf Franz und Stefan Schmidt, Musiker und Musikpädagoge.

Der Friedberger Juwelier Mathias Gruner gestaltete die Anstecknadel aus Gelbgold mit Diamanten auch bei der achten Verleihung neu, inspiriert von den jeweiligen Qualitäten der Preisträger.

Manfred Hirt hielt die Laudatio für die Voxeljet-Gründer. Diese betreiben laut Hirt hochwertigen Maschinenbau mit modernster Technik im Bereich 3-D-Druck und gestalten damit die „Industrie 4.0“ mit. Mit dem Thema 3-D-Druck gebe Voxeljet ein klares Zukunftsthema für die Wirtschaftsregion vor. Das Unternehmen revolutioniere mit seinen 3-D-Druckern vor allem den Maschinenbau. Trotz Börsengang in den USA und einer internationalen Expansion habe die Firma kürzlich 20 Millionen Euro am Standort Friedberg investiert. 1999 mit vier Mitarbeitern gestartet seien inzwischen über 200 Mitarbeiter in Friedberg in den beiden Geschäftsbereichen Herstellung von 3-D-Druckern für den industriellen Einsatz und 3-D-Druckdienstleistungen für Voxeljet tätig.

Für Musik sorgten die jungen Gitarren-Virtuosen Leonora Spangenberger und Jakob Schmidt, dem Sohn des Preisträgers Stefan Schmidt. Für dessen Laudatio war sein langjähriger Wegbegleiter Stephan Werner extra aus Frankfurt angereist. „Wenn ein Mann Menschen so beibringen kann, Gitarre zu spielen, braucht es eigentlich keine Laudatio“, so Werner, Dozent an der Hochschule für Musik in Frankfurt. Bereits in der Ausbildungszeit von Stefan Schmidt am Frankfurter Konservatorium sei dessen „investigatives Interesse“ an Musik und Ausdruck von Musik aufgefallen. Schmidt habe aber auch interessiert, wie man das Ganze vermitteln kann. Ihn zeichne die Kombination aus dem Erkennen von Begabungen, dem hervorragenden Kontakt zu Eltern und Schülern, dem kompetenten Unterrichtskonzept, der fachlichen Kompetenz und seiner sympathischen Art mit dem empathischen Eingehen auf seine Schüler in besonderer Weise aus. Schmidt sei ein „Synonym für hochkarätige Talentförderung“, so aus dem verlesenen Grußwort von Professor Alfred Eickholt von der European Guitar Teachers Association.

Dabei gehe es ihm, der bereits viele Schüler zu Höchstleistungen bei „Jugend musiziert“ und ähnlichen Wettbewerbern gebracht hat, nicht um die gewonnenen Preise, sondern um die Freude an der Leistung seiner Schüler. „Was ist schöner für einen Lehrer, als wenn die Begeisterung für die Musik zurückschwingt und zu sehen, wie die Schüler im Lauf der Jahre wachsen“, sagte Schmidt und bedankte sich für die Auszeichnung.

von Peter Lütke-Wissing
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