Friedberger Feuerwehr rettet Bürgermeister - Erfolgreiche Übung

Sicher verzurrt schwebte Bürgermeister Eichmann durch die Luft. Foto: Stöbich
 
Zahlreiche Schaulustige verfolgten die Viorführungen. Foto: Stöbich
Friedberg: Friedberg | Ehrenamtliche Helfer zeigen in Friedberg ihr Können.

Hoch hinaus ging es bei der Brandschutzwoche für Friedbergs Stadtoberhaupt: Festgeschnallt auf einer Trage wurde Roland Eichmann mit der großen Feuerwehr-Drehleiter erst in 30 Meter Höhe gefahren und zurück auf dem Erdboden dann in einen Rettungswagen des Roten Kreuzes gehievt. Zahlreiche Schaulustige verfolgten die gemeinsame Übung im Rahmen der Brandschutzwoche, die so realistisch gestaltet war, dass manche Eltern ihre Kinder beruhigen mussten: Alles nur simuliert!

Aber auch im Ernstfall würden gehunfähige Verletzte mithilfe der Leiter aus einem oberen Stockwerk geborgen - nur einer von 350 bis 400 Einsätzen, zu denen die 94 Aktiven der Friedberger Wehr jedes Jahr ausrücken müssen. „Beim Alarm lassen wir alles stehen und liegen“, schilderte Kommandant Michael Geiger gefährliche Situationen, in denen manchmal Minuten über Leben und Tod entscheiden können. „Die ehrenamtliche Arbeit ist bei uns wie eine Familiendroge“, sagt er: Fünf Geiger-Generationen waren beziehungsweise sind Feuerwehrler, so auch der Bruder des Kommandanten und die beiden Söhne. Als Notfallseelsorgerin kümmert sich Stefanie Drewes um Helfer und Opfer, die zweite Frau bei den Aktiven ist die 19 Jahre junge Nadine Buck. „Ich möchte gern Menschen helfen“, sagt sie und arbeitet deshalb auch in einer Arztpraxis.

Tag der offenen Tür

Auf dem Volksfestplatz gab es beim Tag der offenen Tür interessante Einblicke in die vielschichtige Rettungsarbeit, zu der das ganze Jahr über auch zahlreiche Lehrgänge, Leistungsprüfungen und Übungen kommen. „Weil das einen enormen Zeitaufwand bedeutet, sind wir froh um das Verständnis unserer Familien und Arbeitgeber“, stellt der Kommandant fest. Erst Mitte September fand in Altötting die Landesverbands-Versammlung statt, an der auch Kreisbrandmeister Christian Happach mit den Inspektoren Franz Hörmann und Klaus Hartwig teilgenommen hatte.

Die Kinder konnten sich in Friedberg an einem Miniatur-Haus im Löschen üben, die Mitglieder der Jugendwehr informierten über Möglichkeiten der Ausbildung und die Bundeswehr präsentierte ihr tonnenschweres Flugfeldlöschfahrzeug, das auf dem Lechfeld parat steht. Kaum zu glauben, was alles in einem Gerätewagen steckt: Beleuchtung, Schutzanzüge, Löschmittel und andere Spezialausrüstung für die unterschiedlichsten Notfälle.

Nächstes Frühjahr bekommt die Wehr Verstärkung für ihren Fuhrpark: Ein rund 400000 Euro teures Großtanklöschfahrzeug TLF 4000. Davon konnte Stadtratsmitglied Peter Feile vor vielen Jahren nur träumen: Er bewunderte einen ausgestellten Oldtimer und erinnerte sich, wie er damit vor vielen Jahren zu einem Stadl-Brand und Hochwasser-Einsatz unterwegs war.

Neuerungen in der Feuerwehr

Einschließlich der Werkswehr von Federal Mogul in Friedberg gibt es im Landkreis Aichach-Friedberg 104 Feuerwehren, in denen rund 3700 Aktive Dienst tun. Sie retteten vergangenes Jahr bei 2236 Einsätzen 306 Menschen das Leben. Neu ist laut Michael Geiger eine Nivellierung des bayerischen Feuerwehrgesetzes: Es soll künftig die Einrichtung von Kinderwehren ermöglichen, in denen Nachwuchs ab sechs Jahren frühzeitig an die Aufgaben herangeführt wird. Gleichzeitig soll das Höchstalter für den aktiven Dienst von 63 auf 65 Jahre heraufgesetzt werden; so können die Wehren von der langjährigen Erfahrung älterer Mitglieder profitieren.
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