Friedberger Geschichte(n): Duanne Moeser - Ein Leben im Rhythmus der Augsburger Panther

Im Jahr 2005 beendete der umjubelte Eishockey-Stürmer mit der legendären Trikotnummer 7 seine aktive Zeit bei den Augsburger Panthern, blieb dem Verein aber bis heute als Sportmanager mit ganzem Herzen verbunden. (Foto: privat)
 
Mit 709 Spielen in seiner aktiven Zeit, führt Duanne Moeser nach wie vor die Liste der Spieler mit den am häufigsten bestrittenen Spielen bei den Augsburger Panthern an. (Foto: privat)
 
Kindheitserinnerung: „Mir machte es immer großen Spaß, im Freien zu toben“, erzählte Duanne Moeser. (Foto: privat)

Mit drei oder vier Jahren habe ich zusammen mit meinem Vater das erste Mal ein Eishockey-Spiel im Fernsehen angesehen. Dieser Sport hat mich sofort begeistert. Seitdem saß ich jeden Samstagabend vor dem Fernseher und ließ mir kein DHL-Spiel entgehen. Ich komme aus Kanada und dort hat Eishockey einen hohen Stellenwert, so wie bei uns in Deutschland der Fußball“, erklärte Duanne Moeser.

Eltern Glenn und Madonna Moeser und mit seinen beiden Schwestern Brenda und Michelle in Waterloo, Ontario auf. Gerade mal 18-jährig brach er aus Kanada auf, um 1982 seine Eishockey-Karriere in der nordamerikanischen Universitätsliga NCAA an der Cornell University zu starten. Weitere Stationen waren die Erie Golden Blades in der Atlantic Coast Hockey League, die Flint Spirits aus der International Hockey League und die New Haven Nighthawks aus der American Hockey League.
„Im August 1987 hatte mir mein kanadischer Agent Bernie Johnson zum ersten Mal einen Job in Europa angeboten. Ich hatte nicht lange gezögert und das Angebot, für den ERC Sonthofen zu spielen, gleich angenommen. Dort spielte ich zwei Saisons lang als Stürmer, bevor ich im August 1989 zu den Panthern nach Augsburg wechselte. Ich habe meine aktive Spielerlaufbahn bei den Panthern zwar im Jahr 2005 beendet, führe aber mit meinen 709 für den Verein bestrittenen Eishockey-Spielen immer noch die Liste der Spieler mit den am häufigsten bestrittenen Spielen an“, erzählte Duanne Moeser stolz.
In seinem Haus erinnern nur noch drei Pokale an die großen, sportlichen Erfolge des einstigen Stürmers mit der Trikotnummer 7.

„Christine hat schwer ausgemistet, das waren alles nur Staubfänger“, erklärte der ehemalige Eishockey-Stürmer die Pokalentsorgungs-Aktion seiner Frau. Zu seinen größten Erfolgen zählt er den Oberliga-Meister 1988 in Sonthofen, 2. Liga-Meister 1994 und Deutschen Vize-Meister 2010 (DEL) mit den Augsburger Panthern. Duanne Moeser wurde 2006 außerdem in die Hall of Fame Deutschland aufgenommen.
Seit 20 Jahren bewohnt der sympathische und durch seine erfolgreiche Sportlerkarriere auch heute noch im Rampenlicht des öffentlichen Interesses stehende Mann mit seiner Familie ein Eigenheim in Friedberg. „Hier fühlen sich Christine, meine beiden Töchter Nadia (21) und Sina (17) und ich uns rundum wohl“, lautete sein Bekenntnis zu Friedberg. Da seine Frau aus Hochzoll – einem Stadtteil von Augsburg – stammt, musste das neue Zuhause geografisch unbedingt im Osten von Augsburg liegen. Christine und Duanne waren sich schnell einig – es sollte das schöne Städtchen Friedberg sein.

„Oma, Opa – also meine Eltern – und mein Bruder wohnen nicht weit von uns entfernt, das war schon von Vorteil, als meine beiden Mädels noch klein waren. Ich bezeichne die Gegend zwischen unserem Wohnort und dem meiner Eltern und meines Bruders immer als unser persönliches Bermudadreieck“, erklärte Christine einen der ausschlaggebenden Gründe zum Entschluss, sich in Friedberg häuslich niederzulassen.

Ein eingespieltes Team

Seit 24 Jahren sind die Moesers verheiratet und ein eingespieltes Team. Kennengelernt hatten sich Christine und Duanne vor 27 Jahren im „König von Flandern“ in Augsburg. Dort in der Gaststätte saßen sie sich gegenüber und pflegten erste Blickkontakte.
„Ich fand das schon ganz schön frech und unverschämt: Bevor du mit deinen Freunden ins Auto stiegst, hast du mich nach dem Verlassen des Lokals einfach auf den Mund geküsst“, verriet Christine über die erste Begegnung und schmunzelte bei der Erinnerung an damals. Ihre besondere Hochzeit – jung, verliebt und nur zu zweit – feierten die Turteltauben „ganz romantisch in Venedig.“

Danach blieb wegen Duannes sportlicher Laufbahn – und bleibt auch heute noch, aufgrund seiner Funktion als Sportmanager der Augsburger Panther – als Familie nur wenig Zeit für regelmäßige Gemeinsamkeiten oder gar Wochenendausflüge. Umso intensiver genießen sie ihr Familienleben im Urlaub auf gemeinsamen Reisen. „Seit die Kinder groß sind, stört mich das nicht mehr so sehr, davor empfand ich es als sehr belastend“, erzählte Christine. „Unsere Kinder wuchsen quasi im Stadion auf, deshalb kennen sich Nadia und Sina auch mit den Regeln des Eishockeys besser aus als ich“, so die 54-Jährige.

Um sich weiterhin für seine oft zeitintensive Arbeit in der Funktion des Sportmanagers „zwischen Kabine und Büro“ fit zu halten, steht Duanne täglich um 6 Uhr morgens auf, um sich bald darauf, kurz vor 8 Uhr, in der Fitness-Kabine im Curt-Frenzel-Stadion einzufinden. „Hier trainiere ich vier bis fünf Mal pro Woche, jeweils circa eine Dreiviertelstunde“. Kein Wunder, dass sein Körper mit der konsequenten, sportlichen Disziplin auch im selben Alter wie in dem seiner Frau noch von Kopf bis Fuß durchtrainiert ist. Privat verfügt Duanne nur noch über wenige Trainingsgeräte im Haus: „Es sind nicht mehr so viele, wie in meiner aktiven Zeit.“

Nah genug dran

Ich wollte wissen: „Überkommt Dich hin und wieder während eines Panther-Spiels das Verlangen, aufs Eis zu stürmen, um aktiv in das Spielgeschehen einzugreifen?“: „Ich habe lange genug gespielt, freue mich jedoch, dass ich immer noch mit dem Eishockey zu tun habe“, lautete die Antwort des Idols unzähliger Eishockey-Fans. Sein Herz schlägt nach wie vor im Rhythmus des Eishockeys und sein Denken kreist überwiegend um seine Panther-Jungs. „Ich bin weiterhin nahe genug dran an den Panthern, um alles mitzubekommen, von der Mannschaft und den Spielern mit ihren tollen Charakteren“, bekräftigte der 177 Zentimeter große Familienvater.

Unter dem Dach des Curt-Frenzel-Stadions angebracht, erinnert die Nummer 7 eindrucksvoll an die Mega-Erfolge des großartigen Sportlers. Ihm zu Ehren wird diese Nummer an keinen anderen Spieler mehr vergeben. Die Nummer 7 spielt auch bei seinem sozialen Engagement „Duanne Moeser Patenschaft“ eine große Rolle. Unter dem Motto „7 x Sieben – Gemeinsam stark für Kinder“ gründete er gemeinsam mit seiner Frau diese Organisation zur Unterstützung Augsburger Jugendlicher. Die „7“ steht dabei für die Rückennummer Moesers während seiner Spielerkarriere, die „Sieben“ für seinen Fanclub „Die Glorreichen Sieben“. Insbesondere unterstützt er das katholische Kinderheim in Augsburg-Hochzoll.

An seine Zeit im Ruhestand möchte der umtriebige und agile Sportmanager überhaupt noch keine Gedanken verschwenden und schiebt das Thema ganz weit weg von sich. Sein Herz schlägt im Rhythmus der Augsburger Panther und er bringt sich weiterhin mit Herzblut für seinen Verein ein. Neben seinem Traum, „irgendwann eine Weltreise mit Christine zu unternehmen“, wünschte sich Duanne Moeser außerdem: „Mit den Panthern den Deutschen Meistertitel nach Augsburg zu holen.“ „Unterstützt uns nach wie vor und bleibt uns treu. Gemeinsam bauen wir hier im Curt-Frenzel-Stadion etwas auf. Wir wissen nicht, wo uns die Reise hinführt, aber wir wissen, dass wir die Reise gemeinsam genießen werden“, lautete sein Appel an alle Panther-Fans.
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