Friedberger Geschichte(n): Geheimnisvolle Unterwasserwelt

Die Hobbytaucher sind fasziniert von der Unterwasserwelt des Friedberger Sees – und das seit mehr als 20 Jahren. (Foto: Horst Rüdiger)
 
So farbenfroh begegnet Tauchern die Flora unter Wasser. (Foto: Horst Rüdiger)

Als Badesee- und für Freizeitaktivitäten rund um, auf und unter der Wasseroberfläche ist der Friedberger See eine seit Generationen beliebte Freizeitoase.Tauchsportler wie Herbert Thoma und Horst Rüdiger tauchen seit mehr als 20 Jahren immer wieder aufs Neue in die Tiefe des Gewässers ab, stets mit dem Finger auf dem Auslöser ihrer Unterwasserkameras. Beide Hobbytaucher fasziniert die heimische Unterwasserwelt mit all’ ihren verborgenen Geheimnissen. 

Wo kommt sie eigentlich her, die Faszination für das Tauchen? „Möglich, dass uns alles fasziniert, für das der Mensch grundsätzlich gar nicht geschaffen ist. Ein Mensch kann weder fliegen noch mit den Fischen schwimmen. Aber er kann seinen Traum mit Hilfe mehr oder weniger aufwändiger technischer Hilfsmittel eben doch erfüllen. Da muss er nur sein Sparschwein schlachten und sich einen Flugdrachen, einen Gleitschirm oder eben eine Tauchausrüstung anschaffen. Eine seriöse Ausbildung von Leuten, die das Hobby schon länger ausüben, ist dabei sehr empfehlenswert“, sind sich die leidenschaftlichen Hobbytaucher einig. Seit mehr als 20 Jahren gehen sie den Geheimnissen im Friedberger See buchstäblich auf den Grund.

Selbstversuche in der Badewanne

Ein Mensch kann ohne technisches Gerät nur eine kurze Zeit unter Wasser verbringen. Selbstversuche in der Badewanne enden bereits nach wenigen Minuten ernüchternd und frustrierend. Also brauchen „Unterwasserratten“ mindestens eine Taucherbrille, Flossen und vor allem eine Menge Luft in Form einer Pressluftflasche. Der meist verwendete Begriff „Sauerstoffflasche“ ist falsch. Taucher atmen Luft ein, mit 21 Prozent Sauerstoff, die mit Drücken von 200 bis 300 bar in Flaschen aus Stahl oder Alu gepresst wird.


Gutes „Süßwasser-Revier“

„Als gutes, sogenanntes „Süßwasser-Revier“ liegt der Friedberger See mit allen seinen Geheimnissen direkt vor unserer Haustür“, so die Tauchfreunde. „Damit wir bei unseren Tauchgängen nicht vor Kälte mit den Zähnen klappern müssen und damit womöglich alle Unterwasserlebewesen, die wir beobachten und fotografieren wollen nicht von vorneherein in die Flucht schlagen, zwängen wir uns in hautenge Neoprenanzüge und befestigen die Pressluftflasche am sogenannten Jacket“, lautet die Information. Wie in allen heimischen Seen lässt die Sichtweite unter Wasser im Friedberger See in den Sommermonaten oft zu wünschen übrig. Im Herbst und Winter ist  diese jedoch meist hervorragend. Leider ist das Wasser schon unangenehm kalt und das Umziehen macht wesentlich weniger gute Laune, als in den Sommermonaten. „Wenn man Pech hat, folgen mehrere gähnend-langweilige Tauchgänge, bis endlich einer stattfindet, bei dem man aus dem Staunen nicht mehr herauskommt“, so die Wassersportler.

Von so einem Moment erzählten Herbert Thoma und Horst Rüdiger begeistert: „Plötzlich, ein Hecht schlängelte sich auf der Jagd nach einem kleinen Barsch an uns vorbei, blitzschnell packte er seine Beute, um diese sogleich zu verspeisen.“  Und weiter: „Wir beobachteten einen Hecht, er kämpfte mit einem kapitalen Aal. Wie wird der Überlebenskampf wohl ausgehen, fragten wir uns.“ Das sind die Ereignisse, bei denen man fast zu Atmen vergisst und schnell die Unterwasserkamera zückt, um solche spannenden Tierszenen zu fotografieren“, schwärmten beide Männer. 


Geduld, Beharrlichkeit und Begeisterung

„Es ist ebenso faszinierend, hier den kleinen Lebewesen zu begegnen, die nur mit einem speziellen Makroobjektiv auf die Speicherkarte gebracht werden können.
Oder, oder, oder ... – außergewöhnliche Erlebnisse sind im Süßwasser nicht alltäglich, aber mit Geduld, einer Portion Beharrlichkeit und nicht nachlassender Begeisterung bleiben diese nicht aus.“ Ein versunkenes Segelboot, die Fauna und Flora und Sonstiges, das die Taucher aus Friedberg und Augsburg-Hochzoll bisher sonst noch so im Friedberger See vor ihre Linsen bekommen haben, sind auf der Fotoauswahl zu bestaunen. „Tauchen Sie mit uns ein, in die wundervolle Welt des Friedberger Sees“, laden beide zum Ansehen der fotografischen Beiträge von Horst Rüdiger ein.


Das raten die Hobbytaucher Neueinsteigern:

Um sich als Taucher die nötigen Kenntnisse anzueignen, gibt es Tauchschulen überall auf der Welt. Eine Ausbildung in warmen tropischen Meeren mit hervorragenden Sichtverhältnissen reicht aber oft nicht aus, um dann zuhause im kalten und oft dunklen Wasser stressfrei tauchen zu können. Der umgekehrte Weg – die Ausbildung im Süßwasser zu machen und dabei auf heimische Tauchschulen oder Tauchvereine zu vertrauen, ist erfahrungsgemäß die bessere Wahl. Im Übrigen gibt es neben gesundheitlichen Einschränkungen zwei weitere Gründe, das Tauchen besser sein zu lassen. Zum einen, wenn man mit Angstgefühlen ins Wasser steigt und zum anderen, wenn man das Tauchen wegen Selbstüberschätzung nicht mehr mit dem nötigen Respekt betreibt.

Weitere interessante Fotos von Horst Rüdiger gibt es in unserer Bildergalerie zu sehen:
www.stadtzeitung.de/augsburg-city/lokales/geheimnisvolle-unterwasserwelt-d33281.html
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