Friedberger Jobbörse: Schnuppern macht Berufswahl leichter

Timo Fischer will nicht Superman werden, sondern Industriekaufmann im Friedberger Unternehmen Voxeljet. Foto: Stöbich
Friedberg: Friedberg | Bei der großen Jobbörse in der Friedberger Stadthalle gab es jede Menge interessante Gespräche, Kontakte und Informationen. Zahlreiche Jugendliche nutzten das Angebot von fast 50 Organisationen und Unternehmen aus der ganzen Region, um sich über ihre Berufsausbildung zu informieren. Dass Schnuppern bei einem Praktikum die Qual der Wahl erleichtert, weiß auch Daniel Ruisinger. Der 15-jährige war mit seinen Eltern aus Baar gekommen, "damit ich mich hier in Ruhe umschauen kann, was mir taugt, wenn ich aus der Realschule komme". Und bevor er die wichtige Berufsentscheidung trifft, will er erst einmal die Möglichkeit zu einem Praktikum nutzen.
Ist das Gehalt wichtiger als die Kreativität, soll`s Büro oder Werkstatt sein, welche Probleme bringt der Traumberuf möglicherweise? Diese und viele andere Fragen beantworteten die Fachleute geduldig an den Ständen von Bundeswehr, Polizei, Zoll, Sparkasse und vielen einheimischen Firmen wie Federal Mogul, Ihle oder Voxeljet.
„Wir können auch weiterhin von einem Bewerbermarkt sprechen“, sagt Reinhold Demel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Augsburg. Im Landkreis hat die Zahl der Ausbildungsplätze mit 2,1 Prozent deutlich stärker zugenommen als die Zahl der Bewerber (plus 0,4 Prozent). Noch klarer drückt es Dieter Weidner aus: „Wir kämpfen momentan um Lehrlinge“, beschreibt der Vizepräsident der IHK-Regionalversammlung die Situation.
Ob Hauswirtschafter, Kinderpflegerin oder Schreiner - die jungen Besucher konnten bei der Veranstaltung auch von den Erfahrungen Gleichaltriger profitieren, die bereits in Ausbildung sind. Die Auswahl im Handwerk ist riesig, es gibt mehr als hundert Berufe von A wie Augenoptiker und Anlagenmechaniker bis Z wie Zahntechniker oder Zweiradmechaniker. Die Julius Zorn GmbH, mit rund 500 Beschäftigten größter Arbeitgeber in Aichach, sucht derzeit unter anderem Azubis in den Bereichen Produktionsmechaniker, Mediengestalter, Industriekaufmann oder Maschinen- und Anlagenführer. Von den ganz modernen Berufen bietet Voxeljet die Ausbildung zum Mechatroniker in der Welt des 3D-Druckverfahrens an.
"Wir stellen pro Jahr rund 75 Jugendliche in 17 Berufen ein", sagte Jürgen Jäger, Ausbildungsleiter der Firma Segmüller in Friedberg. Insofern sei die Jobbörse auch für das Unternehmen selbst interessant, das schon seit Ende der 1990-er Jahre mit dabei ist. Wie wichtig es für die Firmen geworden ist, sich auf dem Bewerbermarkt zu präsentieren, zeigt die Warteliste für die Friedberger Börse: Zwölf Firmen standen darauf, die in der Stadthalle keinen Platz mehr gefunden hatten. Das direkte Gespräch sei durch nichts zu ersetzen, so Jäger, "denn welcher Jugendliche weiß schon darüber Bescheid, was ein Polsterer alles macht?"
Mehr als 4500 Unterrichtsstunden in Theorie und Praxis muss absolvieren, wer in den Kliniken an der Paar zum Beispiel anästhesietechnischer Assistent werden will. Die Vergütung dafür liegt schon im zweiten Lehrjahr bei über 1000 Euro. Die Möglichkeiten, Karriere zu machen, sind so vielfältig und unterschiedlich wie die Begabungen der Jugendlichen. Den Start ins Berufsleben erleichtert ihnen auch die Bundesagentur für Arbeit mit einer ausführlichen Broschüre, die viele nützliche Adressen, Checklisten und Tipps enthält.
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