Friedberger müssen weiter auf den Zuschlag warten

Die Stadt Friedberg hofft auf den Zuschlag. Foto: Stöbich
Friedberg: Friedberg | Weiterhin Geduld haben müssen die Friedberger und auf die Entscheidung des Kultusministeriums warten, ob das Wittelsbacher Land tatsächlich den Zuschlag für eine Landesausstellung in einigen Jahren bekommt. Laut Bürgermeister Roland Eichmann verzögert sich die Entscheidung immer wieder, obwohl die umfangreiche Bewerbungs-Broschüre schon längst beim Haus der Bayerischen Geschichte liegt. Die Stadt sei in Vorleistung gegangen und habe schon einiges auf die Ausstellung ausgerichtet, so Eichmann.
Ein Sprecher des Ministeriums sieht Anfang 2017 aber noch keinen Grund zur Eile, denn man rede über die Ausstellung für 2020. Dann jährt es sich zum 900. Mal, dass die Grafen von Scheyern ihren Sitz nach Oberwittelsbach verlegten – an jenen Ort, dessen Burg 1115 in ihren Besitz gelangte und dessen Namen sie seither führten. „Frühe Wittelsbacher“ soll das Thema lauten; bis zu 150 000 Besucher könnte die Ausstellung ins Friedberger Schloss locken, das nach seiner Sanierung 2018 wieder geöffnet werden soll.
Nicht nur Altlandrat Theo Körner verspricht sich einen unbezahlbaren Werbeeffekt, wenn viele tausend Touristen nach Friedberg kämen: "Der Zuschlag wäre ein einmaliger Glücksfall!" Für Tourismus und Außenwirkung wäre das Ganze auf alle Fälle ein enormer Gewinn, so Eichmann, denn die Investitionen blieben ja über den Termin hinaus erhalten. Um für den Ansturm gerüstet zu sein, soll unter anderem auch das Konzept für den Öffentlichen Personennahverkehr fortgeschrieben und ergänzt werden, etwa durch eine Shuttlebus-Linie. Außerdem sollen neue Parkplätze entstehen. So sieht der Bürgermeister die Möglichkeit zum Bau einer Tiefgarage auf dem Trinklanwesen, das derzeit für die Schlossbaustelle als Materiallager dient.
Angedacht sind drei Ausstellungsorte: Neben Aichach mit dem Stammsitz in Oberwittelsbach sowie dem Wasserschloss in Unterwittelsbach und Friedberg mit seinem Schloss ist Scheyern aus dem Nachbarlandkreis Pfaffenhofen als Herkunftsort des Adelsgeschlechts mit seinem Kloster als Partner im Bunde. In Friedberg bietet sich den Besuchern Gelegenheit, ein ehemals von Herzog Ludwig II. als Grenzveste erbautes Denkmal mit wechselvoller Geschichte zu erleben.
Um mit dem dann umgebauten Wittelsbacher Schloss zu punkten, sind aber auch Zugeständnisse notwendig. Denn um eine zusätzliche Fläche für Exponate zu gewinnen, muss die geplante Cateringküche zwischen Remise und Rittersaal weichen; sie kann erst nach der Landesausstellung im Schloss eingebaut werden, weil dieser Raum mit seinem schönen Kreuzgratgewölbe Teil des Rundgangs sein könnte. Die Macher der Landesausstellung wollen diese Fläche gern nutzen.
Auf der Homepage des Hauses der Bayerischen Geschichte ist über Bewerbungen zu lesen: „Das Erfolgsgeheimnis besteht darin, das richtige Thema für den rechten Ort zu finden. Am besten gelingt dies an Orten mit Geschichte und faszinierenden Denkmälern.“ Derzeit seien die Landesausstellungen bis 2019 vergeben.
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