Friedberger Planungsausschuss: Bauvorhaben sind umstritten

Friedberg: Friedberg | Zwei umstrittene Bauvorhaben in der Pius Häusler- und der Metzstraße sorgten bei den Mitgliedern des Planungs- und Umweltausschusses für Kopfzerbrechen. Weil die Kriterien für eine Entscheidung keineswegs so klar wie sonst waren, gab es in der jüngsten Sitzung lebhafte Diskussionen und spürbares Unbehagen.
Eine Gesellschaft aus Aindling hat den Bau eines Mehrfamilienhauses in der Häusler-Straße 7 beantragt; geplant sind dort fünf Wohneinheiten mit Garagen und Carports. Das Penthouse auf zwei Vollgeschossen soll auf allen vier Seiten etwas zurückgesetzt werden.
Die vorgesehene Geschossfläche von 573 Quadratmetern reize das zulässige Maximum voll aus, so die Verwaltung in ihrer vorsichtig formulierten Stellungnahme: "Das Projekt fügt sich gerade noch in die nähere Umgeung ein." Während Roland Fuchs (SPD) etwas zurückhaltend meinte "Unsere Begeisterung hält sich in Grenzen", wurde Marion Brülls (Grüne) in der Diskussion schon deutlicher: "Das ist völlig überdimensioniert, so dass ich keinesfalls zustimmen kann", stellte sie fest.
Auch Bürgermeister Roland Eichmann hielt das Vorhaben für grenzwertig. Es sei nicht überall in der Stadt wünschenswert, meinte er, dass die Häuser immer größer würden. Den Vorschlag von Richard Scharold (CSU), mit dem Bauwerber noch einmal das Gespräch zu suchen, lehnte die Ausschussmehrheit ebenso ab wie die Aufstellung eines Bebauungsplans.
Für problematisch hielten die Mitglieder auch, dass das bisher freie Gartengrundstück mit einer neuen Zufahrt von der Wulfertshauser Straße her erschlossen werden soll, die relativ nah am Kreuzungsbereich zur B 300 liegt. Trotz aller Bedenken wurde schließlich aber doch das gemeindliche Einvernehmen erteilt.
Fast noch schwieriger stellt sich die Situation auf einem Grundstück an der Metzstraße 22 dar, für das eine Augsburger Gesellschaft einen Vorbescheidsantrag gestellt hatte. Die Gewerbehalle auf dem südlichen Teil der Fläche soll abgebrochen und eine Wohnanlage errichtet werden. Das bestehende Gebäude nördlich davon will der Bauwerber mit einem Penthouse aufstocken, insgesamt sind 22 Wohneinheiten samt Büroräumen und Bäckerei im Erdgeschoss vorgesehen.
Baureferent Carlo Haupt tat sich schwer mit einer planungsrechtlichen Einordnung und hielt einen engen Dialog mit dem Bauwerber für erforderlich. Auch Thomas Kleist (CSU) sprach von einer "Sondersituation", meinte aber "Ich kann mir das Ganze als Aufwertung gut vorstellen!"
Die Verwaltung sieht in der Kombination Wohnen/Büro/Café eine sinnvolle Ergänzung für die Bürger in diesem Bereich. Doch zu einem eindeutigen Ja oder Nein konnte sich der Ausschuss auch nach langer Diskussion nicht durchringen. Um auch die Nachbarn mit einzubinden, entschied man sich, dem Stadtrat die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans zu empfehlen.
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