Friedberger Schlossweiher ist ein Schmuckstück

Der Schlossweiher ist für die Besucher des Altstadfestes eine Oase zum Verschnaufen. Foto: Stöbich
Friedberg: Friedberg | Rechtzeitig zum Altstadtfest, das am 8. Juli beginnt, ist die aufwendige Sanierung des Friedberger Schlossteichs abgeschlossen. Nur kleinere Restarbeiten müssen noch erledigt werden, sagte Landschaftsarchitektin Stephanie Hackl in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses. "Das ist ein echter Gewinn für die Stadt!", freute sich Bürgermeister Roland Eichmann über die gelungene Gestaltung; jetzt muss man darauf achten, dass sich nicht wieder ein dichter Algenteppich bildet.
Hackl zeigte Fotos, die den raschen Fortgang der Arbeiten deutlich machten; denn statt zum Schneeräumen auszurücken, konnten Bauhofmitarbeiter während des milden Winters den Teich herrichten. Der undichte Weiherrand wurde neu mit Lehm abgedichtet. Auf den Teichuntergrund kam ein Vlies und darauf eine Kiesschicht, damit der Lehm nicht aufweicht.
Auch drumherum war allerhand zu erledigen. Der Bauhof schnitt den Bewuchs zurück, riss einen maroden Unterstand ab, legte Drainagen an, bereitete die Wassertechnik vor, sicherte den Hang und legte einen Weg an. Am Südufer kann man jetzt auf Betonfertigteilen mit Blick auf das Wittelsbacher Schloss Platz nehmen; auch eine hölzerne Plattform am Wasser gibt es. Rund 600 Arbeitsstunden war der Bauhof am Schlossteich beschäftigt, für Material und Maschinen waren etwa 70.000 Euro erforderlich. Die Stadt hatte zunächst mit wesentlich häheren Ausgaben für die Teichsanierung gerechnet.
Im Zuge der Neugestaltung des Weihers wurde auch die von der Stadtmauer her zuführende Treppe erneuert. Dafür sind bereits Standorte für eine Beleuchtung vorgesehen. Darüber hinaus beginnt im Sommer der Bau des Parkplatzes an der B 300; dieser Platz sowie die Zuwegung zum Schloss muss gemäß der vertraglichen Vereinbarung mit den Nachbarn ebenfalls beleuchtet werden.
Doch über die Art dieser notwendigen Beleuchtung für Wege, Treppen und (Park-)Plätze konnten sich die Mitglieder des Bauausschusses nicht einigen und vertagten eine Entscheidung über Lampenmodelle wie "Alfons". Wegen der städtebaulichen Bedeutung des gesamten Schloss-Umfeldes kommt nämlich keine 08/15- Beleuchtung infrage, sondern nur eine dekorative Lösung . Kandelaber wie in der Altstadt sind aber nicht mehr lieferbar. In der Diskussion sprach sich Stephanie Hackl eher für eine schlichte als eine auffällige Beleuchtung aus: "Im Schlosspark sollte Licht kein Gestaltungselement sein!"
Vertagt hat der Ausschuss eine Entscheidung über sogenannte Schutzstreifen für Radfahrer. Eine solche Sicherheitsmaßnahme hatte die Verwaltung für den Bereich der Afra- und Luipoldstraße vorgeschlagen, auch weil Anwohner immer wieder darauf gedrängt hatten. "Jede Verbesserung ist sinnvoll", sagte Claudia Eser-Schuberth. Weil viele Radfahrer auf der Straße Angst hätten, würden sie auf den Gehweg ausweichen, stellte Bürgermeister Eichmann fest.
Doch wegen der örtlichen Gegebenheiten sind voll ausgebaute Radwege nicht überall möglich, so dass der nur 1,50 Meter breite Streifen teilweise auch von Autos überfahren werden kann. Das sahen einige Ausschussmitglieder wie Thomas Kleist sehr skeptisch: "Da wird nur eine scheinbare Sicherheit suggeriert, deshalb kann ich heute nicht zustimmen!" Roland Fuchs befürchtete außerdem, dass auf die Anwohner der entsprechenden Strassen Kosten zukommen könnten. Nach einstündiger Diskussion wurde der Punkt "fahrradfreundliche Stadt Friedberg" schließlich vertagt.
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