Friedberger THW: Auch die Helfer brauchen Hilfe

Zwei Rollcontainer mit Material übergab Christoph Fischer vom Helferverein (links) dem Friedberger Ortsbeauftragten Tobias Buchwieser. Foto: Stöbich
Friedberg: Friedberg | Beim Bombenfund in Derching, dem Tornado in Affing oder einem Flugzeugabsturz in Laimering - rund um die Uhr stehen die Mitglieder des technischen Hilfswerks (THW) parat, wenn es um den Katastrophen- und Zivilschutz im Wittelsbacher Land geht. Diesen ehrenamtlichen Einsatz würdigte Landrat Klaus Metzger in der Friedberger Dienststelle, wo der Helferverein des THW jetzt sein 30-jähriges Bestehen feierte.
Seit 1986 unterstützt der Verein die Aktiven unter anderem durch die Anschaffung von Ausrüstungsgegenständen und Material wie zwei Hochwasser-Container, die Vorsitzender Christoph Fischer an diesem Abend dem technischen Zug übergab. In seinem Rückblick erinnerte er an die Gründung des Helfervereins durch 17 Männer mit dem Ziel, Maßnahmen zur Sicherung von Menschen, Tieren und Sachgütern zu fördern.
Für die tatkräftige Unterstützung in vielerlei Hinsicht bedankte sich Tobias Buchwieser als Friedberger Ortsbeauftragter. Besonders freute er sich darüber, dass zum Empfang auch zahlreiche Vertreter von Bundeswehr, Feuerwehr, Johannitern, Polizei und Rotem Kreuz gekommen waren. Im Gegensatz zu den Ersthelfern müssen die Frauen und Männer des THW nicht innerhalb weniger Minuten am Unglücksort sein; sie werden von BRK oder Polizei zur Unterstützung angefordert, wenn zum Beispiel auf der A 8 tonnenweise verlorene Ladung weggeräumt werden muss. Das THW verfügt auch über ein eigenes Einsatz-Nachsorgeteam; dessen speziell geschulte Mitglieder bieten Unterstützung bei besonders belastenden Aktionen an.
Schon seit 1963 betreut der Ortsverband Friedberg den Landkreis Aichach-Friedberg. Die Struktur des THW ist weltweit einmalig: Es gehört organisatorisch als Bundesanstalt zum Geschäftsbereich des Bundesministers des Innern. Jedoch sind nur ein Prozent der Mitarbeiter hauptamtlich für die Behörde tätig. Das ehrenamtliche Engagement würdigten unter anderem Bürgermeister Roland Eichmann, Kreisbrandrat Ben Bockemühl und Landtagsabgeordneter Peter Tomaschko.
"Es ist nicht schwer, Menschen in Not zu helfen", stellte Bockemühl fest, "denn retten kann bei uns jeder lernen!" Ein herzliches "Vergelt`s Gott an die tolle Truppe" sagte der Landrat und betonte "Ehrenamt ist eine Arbeit, die nicht bezahlt werden kann!" Laut Tomaschko sind in ganz Bayern rund 450.000 Einsatzkräfte unentgeltlich tätig.
Manche Helfer wie Gustav Hartmann gehören dem Ortsverband schon seit 40 Jahren an und wurden an diesem Abend geehrt, ebenso jene, die nach dem Tornado in Affing oder vergangenes Jahr beim G7-Gipfeltreffen in Krün vor Ort waren. Mit Schwerpunkten wie Notstromversorgung, Beleuchtung, Verpflegung, Logistik, Bereitstellung von Kommunikationsmitteln und Trinkwasseraufbereitung waren in Krün täglich bis zu 350 THW-Helfer im Einsatz.
Das Helferzeichen in Gold verlieh Buchwieser an Ben Bockemühl und Klaus Metzger - ein Zeichen der gegenseitigen Wertschätzung zwischen verlässlichen Partnern, wie der Ortsbeauftragte sagte. Das Goldene Zeichen mit Kranz überreichte THW-Geschäftsführer Walter Huber an Christoph Fischer und Christian Haider.
Seit eineinhalb Jahrzehnten ist Fischer im Friedberger Ortsverband in verschiedenen Positionen aktiv, unter anderem als Ausbildungs-Beauftragter. Während dieser Zeit besuchte er rund zwei Dutzend Lehrgänge und ist eine große Stütze für das THW, so Huber in seiner Laudatio. Haider opfert seit 15 Jahren ebenfalls viel Zeit für das Ehrenamt und ist nicht nur als IT-Beauftragter ein unschätzbarer Helfer.
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