Friedberger Zeit verzeichnet 2016 Defizit - Termin für 2019 steht fest

Im Schick des 18. Jahrhunderts flanieren Friedberger 2019 wieder übers Altstadtfest. (Foto: Christine Wieser)

Fast ein Jahr nach Ende der „Friedberger Zeit“ hat der Kultur- und Sportausschuss der Stadt Friedberg seine Abrechnung zum Altstadtfest präsentiert – inklusive eines Defizits von mehr als 300 000 Euro. Es gab aber auch erfreuliche Überraschungen.


Das vergangene Altstadtfest in Friedberg fand vom 8. bis 17. Juli 2016 statt. Jetzt – fast ein Jahr später – hat das Finanzreferat seine Zahlen vorgelegt, die im Kultur- und Sportausschuss präsentiert wurden. Die Ausgaben liegen demnach unter Berücksichtigung sämtlicher innerer Verrechnungen, Verzinsungen, Abschreibungen, Steuern und den Baubetriebshofkosten wesentlich höher im Vergleich zum vorangegangen Fest 2013. Im Jahr 2016 nimmt das Gesamtdefizit insgesamt 318 590 Euro ein. Drei Jahre zuvor fiel das Defizit um 55 620 Euro geringer aus und betrug 262 970 Euro.
„Die Einnahmen waren für uns dafür aber überraschend hoch“, entgegnet Frank Büschel, der das Altstadtfest mitorganisiert. Dies verdanken die Veranstalter der neuen Preisstaffelung des Festobolus. Dieser wurde auf zehn Euro erhöht. Das wirkte sich positiv aus, weil mit mehr als 160 000 Besuchern die Erwartungen übertroffen wurden. Allerdings strömten insgesamt weniger Menschen als in der Auflage zuvor in Ludwigsstraße und Co. (180 000).
Außerdem erzielte die Stadt Friedberg einen großen Teil der Einnahmen durch die Standgebühren. Mit insgesamt 521 456 Euro lagen die Gesamteinnahmen knapp 50 000 Euro höher als im Vergleichszeitraum des vorangegangenen Altstadtfestes.
Die Ausgaben sind aber eben wie auch die Einnahmen gestiegen. „Das war aber einkalkuliert“, erklärt Frank Büschel. Denn die Personalleistungen waren gegenüber dem Fest im Jahr 2013 um rund 20 000 Euro teurer. Grund dafür war laut Sitzungsunterlagen der Einsatz einer Mitarbeiterin aus der Jugendkapelle zur Unterstützung der Organisation. Des Weiteren befanden sich die beiden Damen der Stoffstube in einem befristeten städtischen Arbeitsverhältnis.
Dagegen fielen die Mehrausgaben für den Einsatz des Baubetriebshofes höher aus als angenommen. Dies wird vor allem auf die steigende Anzahl an Ständen und die Bühnenkonstruktion für die Artistennummer des TSV Friedberg zurückgeführt. Ergänzend kamen die Neukonstruktionen für den Unterbau von „Pranger“ und „Bäckertaufe“ zu den Mehrausgaben von 35 000 Euro hinzu.
Mehr investierte die Stadt zudem in die Sicherheit, auch Personalkosten für Feuerwehr und Rettungsdienst stiegen.
Letztlich sind die Altstadtfeste als Friedberger Kulturgut ohnehin unbezahlbar – da ist so ein Defizit durchaus zu verkraften. Und während das Fest von 2016 nun auch rechnerisch abgeschlossen ist, wirft die kommende „Friedberger Zeit“ bereits ihre Schatten voraus. Vom 12. bis 21. Juli 2019 heißt es in der Altstadt wieder „Habe die Ehre“. Laut der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit steht jedoch noch keine konkrete Planung fest.
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