Friedensinseln und Skulpturen

Zur Ausstellung "Ofenrohr & Co." laden Franziska Winterberg und Rose Maier Haid (von links) in die Friedenskunstschule ein. Foto: Stöbich


In ihrer "Friedenskunstschule" in der Friedberger Bauernbräustraße wird Rose Maier Haid am Samstagabend, 12. März, eine ebenso interessante wie ungewöhnliche Ausstellung eröffnen. Unter dem Titel "Ofenrohr und Co." präsentieren 60 kunststudierende Menschen von vier bis 82 Jahren ihre heimische Lieblingsecke. Verbindendes Element zwischen den 72 Bildern ist ein an die Wand gemaltes Ofenrohr, an dessen Ende es realistisch rußt.

Ganz real und dreidimensional greifbar sind auch ein Buch, eine Gitarre oder ein Mülleimer, die man dann auf den Bildern suchen kann, sowie Friedensinseln. So bezeichnet die kreative Künstlerin auf Papier ausgesäte Kresse, die scheinbar aus dem Betonboden wächst - eine von vielen originellen Ideen von Rose Maier Haid, die in der Friedberger Ludwigstraße die Passanten schon mit lebenden Skulpturen überrascht hat. Eine solche Aktion, bei der sich mutige Menschen für zehn Minuten in Figuren verwandeln, will sie am 8. August im Stadtzentrum wiederholen.

Einige Bilder hängen bereits an der Wand, obwohl sie noch gar nicht ganz fertig sind. Bis zur Eröffnung der Ausstellung am Samstag um 19 Uhr sollen sie vollendet sein. Dieses Konzept soll bei künftigen Ausstellungen noch fortgesetzt werden. Zu sehen sind die Werke bis 10. April donnerstags, freitags und samstags jeweils von 14 bis 18 Uhr, sonntags und an Feiertagen von 12 bis 18 Uhr.

Parallel dazu wird in der Stadthalle vom 20. März bis 3. April die 36. Friedberger Kunstausstellung stattfinden. Die 68 Teilnehmer werden insgesamt 86 sehr unterschiedliche Werke zeigen, wobei Rose Maier Haid Wert auf Kriterien wie Qualität und Vielfalt legt. "So können die Besucher an Ostern von einer Ausstellung zur nächsten pilgern", sagt sie. Modisches findet keinen Platz. "Das finden wir überall viel zu häufig", sagt sie.

Manche Künstler, die unter anderem aus Dasing, Kissing, Mering und Friedberg kommen, greifen in ihren Arbeiten aktuelle politische Themen auf wie zum Beispiel Rita Maria Maier, wenn sie unter dem Titel "Paradies verfehlt" ein Wirrwarr von Bootspaddeln zeigt. Witzig dagegen: Georg Lange aus Augsburg hat auf dunklen Hintergrund geschrieben "Kein Bild verfügbar". Die Ausstellung in der Stadthalle ist bei freiem Eintritt montags mit freitags von 14 bis 18 Uhr geöffnet, am Wochenende und feiertags von 10 bis 18 Uhr.

Damit nicht genug: Für Herbst bereitet die unermüdliche Kunstschaffende wieder einen Skulpturenpfad vor. Damit greift sie noch einmal das Motto "Stadt der Kinder und der Kunst" auf, das sie Friedberg 1993 verliehen hat. Die meisten Arbeiten werden wieder eigens für diesen Anlass entstehen; auch ein Teil der Stadtmauer soll wird zu einer Freiluft-Ausstellung werden. Passend zum Kinder- und Kunst-Motto bekommt die Freiluftausstellung auch spielerische Elemente: So will Rose Maier Haid mindestens 50 Babyfiguren in Baumkronen setzen. Der Skulpturenpfad wird am 18. September in der Friedenskunstschule eröffnet und bis zum 30. Oktober dauern. (Peter Stöbich )
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