Gerber verlässt Aktiv-Ring

Petra Gerber war von Juni 2012 bis Ende 2015 Geschäftsführerin der Friedberger Werbegemeinschaft (Foto: Stöbich)

Krisenstimmung herrscht bei den Mitgliedern des Aktiv-Rings, einem Zusammenschluss der Friedberger Gewerbetreibenden und Einzelhändler unter dem Dach des Verkehrsvereins. Denn nicht nur das neue Fachmarktzentrum an der Augsburger Straße macht den Unternehmen in der Innenstadt heftig Konkurrenz, die Werbegemeinschaft hat mit Beginn des neuen Jahres auch ihre jahrelang aktive Geschäftsführerin Petra Gerber verloren.

Über ihre Gründe für den Rücktritt will die Immobilienkauffrau offiziell nichts sagen, hinter den Kulissen ist aber zu hören, dass der Verkehrsverein wohl stärker als bisher auf seine Tochtergesellschaft Einfluss nehmen will; es geht also um die künftige Ausrichtung.
Bisher hatte sich der Aktivring um Termine, Versammlungen, Veranstaltungen und den Kontakt zur Stadtverwaltung gekümmert. Derzeit wird er allein von Gregor Pfundmeir geleitet. Gerber hatte ihre offizielle Aufgabe im Juni 2012 von Albert Deubler übernommen, war aber zuvor schon mehrere Jahre ehrenamtlich im Aktivring tätig gewesen. Die unentgeltliche Tätigkeit der Vorstandsmitglieder ist ebenso arbeitsintensiv wie zeitaufwendig, so dass im vergangenen Jahr der Ruf nach einem eigenen City-Manager für Friedberg laut wurde.
Mit ein Grund dafür ist das Entstehen eines attraktiven Fachmarktzentrums unterm Berg: Nach „Schuh Schmid“ wird auf dem Segmüller-Grundstück in Kürze der Elektrofachmarkt „Saturn“ seine Pforten öffnen. Weil viele Geschäftsleute die Konkurrenz fürchten, hatten sie vor einem Dreivierteljahr einen professionellen „Kümmerer“ aus Freising eingeladen, um sich Tipps zu holen: Der dortige City-Manager Christian Kramer schilderte bei der Jahreshauptversammlung des Friedberger Verkehrsvereins seine Aufgaben in der Domstadt.
Ob ein Manager wirklich helfen, die Ehrenamtlichen entlasten und die unterschiedlichen Interessen bündeln kann, darüber gehen in Friedberg die Meinungen auseinander. In Freising versucht das jedenfalls Christian Kramer, der zwar vom Verein „Aktive City“ bezahlt wird; dieser holt sich das Geld aber wieder von der Stadt zurück und die wiederum von der Regierung. Er kümmert sich um Kommunikation und Koordination ebenso wie um Flächenmanagement und Standortentwicklung, Kundenbindung und Veranstaltungen oder hält den Kontakt zwischen Geschäftsleuten und Rathaus.
Dass er dabei oft zwischen den Stühlen sitzt und auch an seine Grenzen stößt, machte die Diskussion im Vorjahr deutlich: Das Freisinger Ratsgremium holt den Rat des Managers vor wichtigen Entscheidungen zwar ein, muss seinen Empfehlungen aber keineswegs folgen. Friedbergs Bürgermeister Roland Eichmann wünscht sich für die Zukunft, „den Standort gemeinsam gut zu vermarkten und die Aufenthaltsqualität im Zentrum weiter zu verbessern“. Wie das in Zukunft aber konkret aussehen soll, weiß nach dem Rücktritt der Geschäftsführerin niemand so genau.

Peter Stöbich
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