Karl-May-Festspiele in Dasing: Winnetou, Alkpakas und der Wilde Westen

Winnetou im Kampf gegen den Indianerhäuptling Nalgu Mokaschi.
 
Auch die Alpakas sind in diesem Jahr Teil der Festspiele.

An einem unüblichen Ort, nämlich dort, wo auch die Festspiele selbst abgehalten werden, fand kürzlich die Pressekonferenz zu den am 24. Juni beginnenden Karl-May-Festspielen in Dasing statt: im Sand. Diese Tatsache gefiel nicht nur Bürgermeister Erich Nagel und Landrat Klaus Metzger. Besonders die vier Alpakas, die in diesem Jahr Teil des Festprogramms sind, hatten ihre Freude an der Arena. Dort wird von Samstag, 24. Juni, bis zum 17. September eines der, um Geschäftsführer Volker Waschk zu zitieren, schillerndsten Werke Karl Mays aufgeführt: Winnetou und die Felsenburg.

Die vier Alpakas Elvis, Albert, Hansi und Paul sind zwar nicht die erwarteten Stars der Freilichtbühne in der Dasinger Westerncity, dürften aber mit ihrem besonnenen Gemüt zahlreiche Gäste der 13. Karl May-Festspiele erfreuen. Mit ihnen sind Wanderungen durch das Umland des Themenparks möglich. Am Tag der Pressekonferenz genossen sie jedoch lieber ein ausgiebiges Sandbad in der Showarena bei Dasing.

Thema Religion in Karl Mays Werken

In diesem Jahr präsentieren dort 80 Mitwirkende und 25 Pferde „eine der illustren“ Geschichten des berühmten deutschen Schriftstellers. „In Winnetou und die Felsenburg versucht Karl May, die großen Religionen einander näher zu bringen“, erklärt Regisseur und Darsteller Peter Görlach. „Im Hause meines Vaters sind viele Wohnungen“, lautet ein Bibelzitat, mit dem das letzte Buch der Felsenburg-Trilogie endet. Die Reihe war ursprünglich unter dem Titel „Satan und Ischariot“ erschienen.

Darin zeige sich das christliche Gedankengut Karl Mays, erläutert der Regisseur.
Aus diesem Grund spielt die Geschichte auf drei Kontinenten: Afrika, Amerika und Europa. So meistert Björn Trenner in Gestalt des kauzigen orientalischen Freundes Old Shatterhands, Hadschi Halef Omar, gefährliche Situationen. Er stellt im Rahmen des Schauspiels religiöse Grenzen in Frage. Dieser Ansatz sei besonders angesichts gegenwärtiger globaler Entwicklungen von großem Wert.

"Winnetou und die Felsenburg"

Der Antagonist des in diesem Jahr gespielten Stückes ist der durch Peter Bechtel verkörperte Harry Melton. Im Mormonengewand umgibt er sich in „Winnetou und die Felsenburg“ mit Scheinheiligkeit, um sein Ziel zu erreichen. Er will den legendären Goldschatz in der Felsenburg finden. Dabei gelingt es ihm auch, den Indianerhäuptling Nalgu Mokaschi durch eine List auf seine Seite zu ziehen, der von Peter Görlach gespielt wird.

Dieser hatte die Organisation der Süddeutschen Karl-May-Festspiele kurz nach deren Gründung im Jahr 2005 vom Themenpark-Gründer „Fred Rai“, Manfred Raible, übernommen. Er bedankte sich in der vergangenen Woche bei den zahlreichen Mitwirkenden, die das Programm der Spiele seit über 13 Jahren mitbeleben.

Festspiele als Aushängeschild für Dasing

Seither seien die Festspiele im Themenpark eines der großen Leuchtturmprojekte des Wittelsbacher Landes, wie Landrat Klaus Metzger in der Pressekonferenz anführte. Darüber hinaus bilde die Western City schon als solche ein Aushängeschild für die Gemeinde Dasing, die, laut Bürgermeister Erich Nagel, sonst nur aus Staumeldungen auf der Autobahn bekannt sei. In Sachen Karl May-Festspiele aber betonte der Gemeinderatschef: „Es geht eigentlich nicht besser. Trotzdem setzt ihr jedes Jahr einen drauf.“

Im Besonderen hob Nagel die namhaften Schauspieler wie Winnetou-Darsteller Matthias M. und seinen ständigen Begleiter Old Shatterhand, alias der Wiener Schauspieler Helmut Urban, hervor.

„Hier riecht man die Pferde und den Pulverdampf“, meinte Geschäftsführer Volker Maschk. Das Zusammenspiel von Menschen, Tieren und Effekten fasziniere ihn jedes Mal aufs Neue. Die 25 Pferde werden alle in dem von Fred Rai entwickelten Reitstil, ohne Peitsche, Sporen oder Trense, geritten. „Unsere Tiere sind selbstsicher und gelassen, egal was sich um sie herum abspielt“, sagte Waschk.

Schon vor den Festspielen ist Programm geboten

Bevor die Festspiele am 24. Juni beginnen, bleibt noch Arbeit zu tun. Vormerken solle man sich aber bereits zwei besondere Tage. Am Sonntag, 23. Juli, werden die Festspiele „auf ganz bayerische Art“ abgehalten. Dann sind die Schauspieler aus der BR-Fernsehserie „Dahoam is Dahoam“ zu Gast in der Western-City und geben Autogramme. Auch eine Ralley durch die City wird es geben. Am Dienstag, 15. August, findet auch in diesem Jahr ein Seniorentag statt. Dann erhalten Senioren und deren Enkel Eintrittskarten zum ermäßigten Preis. Dies freute besonders den Vorsitzenden des Augsburger Seniorenbeirats, Heinz Gams. Bereits mit zwölf Jahren las er Karl May auf Zugfahrten nach Augsburg.
(Text und Fotos: Sebastian Brummer)
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