Kein Ersatz für einen Grillplatz in Friedberg

Friedberg: Friedberg |

Schlechte Nachrichten für alle Freunde des gemeinschaftlichen Sommer-Grillvergnügens: Nach der Schließung des öffentlichen Grillplatzes am Friedberger See im vergangenen Frühjahr wird es im Stadtgebiet künftig keinen Ersatz geben. Das haben die Mitglieder des Bauauschusses in ihrer jüngsten Sitzung mehrheitlich beschlossen.

Weil es zunehmend Ärger mit rücksichtslosen Party-Cliquen und deshalb Beschwerden von Badegästen gegeben hatte, untersagte die Stadt vergangenen März das Grillen auf dem gesamten Badegelände am See. An sonnigen Tagen hatte sich der öffentliche Grillplatz zeitweise in eine Partyzone verwandelt. Für ihre Musikanlagen brachten Leute in Feierlaune sogar Stromaggregate mit. Viele und große Gruppen beanspruchten den Platz mit Bierbänken und -tischen und Zelten für sich. Und daneben türmte sich der Müll. Sehr zum Ärger von Badegästen an der unmittelbar angrenzenden Liegewiese am Nordufer des Friedberger Sees.
Dabei machte man mit dem 2007 angelegten öffentlichen Platz zunächst gute Erfahrungen, so Finanzreferent Wolfgang Schuß jetzt im Bauausschuss. Zunächst nutzten vor allem Jugendliche, junge Erwachsene und Familien mit Kindern den Grillplatz. „Doch sie sind verdrängt worden von Gruppen, die sich nicht an die Spielregeln hielten“, bedauerte Schuß.
Darum häuften sich beim genervten Kioskpächter Jürgen Koppold die Klagen. Sein Team ist aufgrund des Pachtvertrages für die Aufsicht zuständig. Zwar fordert das Kioskpersonal die unterschiedlichen Gruppen am See zur gegenseitigen Rücksichtnahme auf, doch die Situation ist aus Sicht von Koppold an warmen Tagen nicht mehr in den Griff zu bekommen.
Der Bauausschuss hatte darum im Frühjahr die Stadtverwaltung beauftragt, einen Ersatzstandort zu finden; sie legte im Ausschuss jetzt eine echte Fleißarbeit vor: In einer Tabelle waren elf mögliche Ersatzflächen mit allen Vor- und Nachteilen aufgelistet. „Unabhängig von der Standortwahl muss berücksichtigt werden, dass mit einem Grillplatz auf den Bauhof zusätzliche Aufgaben für die Müllentsorgung und Sauberhaltung zukommen“, gab die Verwaltung in ihrer Stellungnahme zu bedenken.
Auch sei im Gegensatz zum Friedberger See keine ständige Kontrolle mehr gewährleistet. Weitere wichtige Überlegungen: Ein neuer Platz sollte für die Nutzer gut per Pkw erreichbar sein, um die Grill-Utensilien zu transportieren. Außerdem wären sanitäre Anlagen notwendig und naturschutzrechtliche Belange zu berücksichtigen. Wenn man all diese Kriterien in Betracht ziehe, gebe es keine ideale städtische Fläche zum Grillen, so das Resümee.
Ein Vorschlag der Verwaltung war, das sommerliche Vergnügen auf die südliche Parkwiese am See zu verlegen, wobei rund 40 Parkplätze wegfallen würden. Dort befürchtet Koppold jedoch die gleichen Probleme, wie es sie bisher schon im nördlichen Bereich gab. Ergänzend oder alternativ könnte der Bolzplatz am Derchinger See um einen Grillplatz erweitert werden.
Beide Möglichkeiten fanden bei der Ausschussmehrheit aber keinen Gefallen. Quer durch die Fraktionen gaben Kritiker zu bedenken, dass der Bedarf an einem öffentlichen Grillplatz ohnehin nicht allzu groß sei. Und an jedem anderen Standort werde es innerhalb kurzer Zeit die gleichen Probleme wie in der Vergangenheit geben.
Diesen Ärger wollte man sich nicht aufs Neue einhandeln: 6:7 Ja-Stimmen bedeuteten die Ablehnung des Verwaltungs-Vorschlags. Wer also künftig in Friedberg grillen will, muss dies zuhause tun. Laut Satzung ist es verboten, in Grün- und Spielanlagen „offene Feuerstellen zu betreiben.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.