Kooperationsvereinbarung zur Bayerischen Landesausstellung 2020 unterzeichnet

Das ehemalige Feuerwehrhaus in der Martinstraße wird Ausstellungsraum der Landesausstellung in Aichach. Die Ausstellung mit dem Titel "Wittelsbacher - Städtegründer" wird in Aichach und Friedberg von Mai bis November stattfinden. Foto: Thomas Winter


Es war ein alles andere als leichter Weg, jetzt ist es aber auch formal fix: Die Bayerische Landesausstellung 2020 kommt in das Wittelsbacher Land, nach Aichach und Friedberg. Am Montag setzten im Kultusministerium in München Minister Dr. Ludwig Spaenle, Landrat Dr. Klaus Metzger und die Bürgermeister von Aichach und Friedberg, Klaus Habermann und Roland Eichmann, ihre Unterschriften unter den Vertrag.

Eigentlich hätten auch der Pfaffenhofener Landrat, der Scheyrer Bürgermeister und der Abt des Klosters mit am Tisch sitzen sollen. Die Benediktiner in Scheyern befürchteten, dass das klösterliche Leben durch den Ausstellungsbetrieb zu sehr gestört wird, und zogen sich deshalb zurück. Aus den "Frühen Wittelsbachern" wurde deshalb "Wittelsbacher - Städtegründer" - so der offizielle Titel der Ausstellung -, die Hauptspielorte sind Aichach und Friedberg.

Für Minister Spaenle, promovierter Historiker, passt das mindestens genauso gut. Schließlich, so sagte er, stünden die Wittelsbacher nicht nur am Anfang der bayerischen Staatlichkeit und starteten eine der erfolgreichsten Familiengeschichten des Reichs, sie seien auch sehr aktive Städtegründer gewesen. Alleine 25 bayerische Städte gehen auf sie zurück.

Was Neues in Aichach


Dennoch erforderte der etwas verwickelte Weg zu der Großausstellung eine "gewisse Flexibilität", wie der Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte, Dr. Richard Loibl, doch anmerken musste. Nun will man aber aus der Not eine Tugend machen. Während man im Friedberger Schloss eine eher traditionelle Ausstellung mit klassischen Exponaten vorhat, will man in Aichach neue Wege gehen. Bekanntlich wird das alte Feuerwehrhaus an der Martinstraße Hauptausstellungsort werden. Loibl und sein Team möchten dort das Thema Stadtgründung bis in die heutige Zeit weiterspielen. Schließlich, so der Historiker, litten viele Städte, nicht zuletzt München, an Platzmangel und Überbevölkerung. Zeit für neue Stadtgründungen also? Dabei sollen neue Medien eingesetzt werden, mit denen Ausstellungsbesucher Aichach auf den Spuren der Wittelsbacher erkunden können. Natürlich werden aber auch Burgplatz und Kirche in Oberwittelsbach eine wichtige Rolle in dem Konzept spielen.

Das Wittelsbacher Land als Mittelpunkt Bayerns

Bei den Vertretern des Wittelsbacher Landes herrschte durchaus eine gewissen Erleichterung nach der kurvenreichen Vorgeschichte. Die Ausstellung bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als dass im Jahr 2020 die historisch interessierten Bayern - und nicht nur die - ihre Augen auf das Wittelsbacher Land richten werden, für einige Monate wird es zum Mittelpunkt Bayerns. Die Aufmerksamkeit wird groß sein. Durchschnittlich 150 000 Besucher zählten die Landesausstellungen in den vergangenen Jahren.

Einer freute sich indes besonders, ja war gerührt: Altlandrat Dr. Theo Körner, auf den der Name "Wittelsbacher Land" für den Landkreis Aichach-Friedberg zurückgeht und der schon früher mit der Idee einer Landesausstellung gespielt hat. "Der Kreis einer Herzenangelegenheit schließt sich", sagte Landrat Metzger und meinte nicht nur Körner. Zunächst steht nach dem Durchatmen (und vielleicht dem Feiern) eines an: Sehr, sehr viel Arbeit", wie Klaus Habermann weiß. ( Dr. Berndt Herrmann )
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