Kreativzentrum am Friedberger See ?

Friedberg: Friedberg | Augsburger Kulturpark West sucht Ausweichräume

Peter Stöbich
Friedberg. Kann am Friedberger See ein Kulturpark mit Ateliers und Übungsräumen für kreative Köpfe entstehen? Der Besitzer des seit Jahren leerstehenden Kegelzentrums meint Ja, doch die Mitglieder des Friedberger Stadtrats müssen sich über ein solches Projekt noch viele Gedanken machen. In der jüngsten Sitzung stellten Peter Bommas und Thomas Lindner, Gesellschafter und Geschäftsführer der Augsburger Kulturpark West GmbH, ihre Pläne vor. Der Hintergrund: Für das Kreativquartier werden unter anderem auch in Friedberg Außenstellen gesucht. Bereits vergangenen Oktober hatte der städtische Kulturauschuss die Verwaltung ebauftragt, diese Suche zu unterstützen.
Es ist eine Augsburger Erfolgsgeschichte: Maler, Musiker und Performancekünstler haben seit der Gründung im Jahr 2007 im Kulturpark West eine Bleibe gefunden. Doch bis Mitte 2019 muss die Einrichtung ihre angemieteten Gebäude auf dem Gelände der ehemaligen Reese-Kaserne räumen. Bommas berichtet von einer hohen Nachfrage in der ganzen Region nach günstigen Ateliers und Studios für Kunstschaffende. Da viele von ihnen aus dem Umland kommen, liegt es für ihn nahe, neue Flächen außerhalb von Augsburg zu suchen.
Einen Beschluss gab es im Stadtrat nicht, aber eine rege Diskussion über das Für und Wider eines Kreativzentrums in Friedberg. Nicht nur Bürgermeister Roland Eichmann sieht ein Problem in der sensiblen Lage am See: Ein solches Projekt könne den ganzen Gebietscharakter verändern. "Unser Interesse gilt aber nicht einer Gastronomie", versicherte Bommas; es werde sicher "keinen Remmidemmi rund um die Uhr" geben.
Für die CSU-Fraktion signalisierte Thomas Kleist in der Debatte grundsätzlich Zustimmung; die Verwaltung müsse aber die rechtlichen Vorausetzungen klären. So wäre auch eine Änderung des Bebauungsplans erforderlich. Claudia Eser-Schubert befürchtete Konkurrenz für das Friedberger Jugendzentrum und stellte fest, ein Kulturpark dürfe kein Ersatz dafür sein.
Bevor sich Künstler und Musiker am See an die Arbeit machen, ist noch eine ganze Reihe von Fragen zu klären. Etwa, ob das Zentrum von den Nutzern in Eigenregie oder von einem Verein verwaltet wird, ob es einen Programmbeirat und eine Kooperation mit der Friedberger Kunstschule gibt und vieles mehr. Den Flächenbedarf bezifferte Bommas auf 600 bis 1000 Quadratmeter. Sollte es am See nicht klappen, sagte er, so wäre auch ein anderer Standort in Friedberg denkbar.
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