Lesen leichter gemacht

Bald auch in Friedberg: In Königsbrunn dient eine ausrangierte Telefonzelle als Bücherschrank. Foto: Stöbich

Friedberg bekommt einen Bücherschrank. Der Friedberger Kultur- und Sportausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung die Verwaltung beauftragt, einen geeigneten Standort zu prüfen.

Ein öffentlicher Bücherschrank, auch Tauschbibliothek, Straßenbücherei oder Bücherbox genannt, ist ein Schrank zur Aufbewahrung von Büchern, um kostenlos, anonym und ohne jegliche Formalitäten Bücher zum Tausch oder zur Mitnahme aufzubewahren und anzubieten. Offene Bücherschränke sind für jedermann zugänglich. Das Prinzip ist einfach: Wer Bücher zu Hause hat und nicht mehr braucht, bringt sie einfach mit und stellt sie in den Schrank. Wichtig: Bücherwürmer dürfen nur Bücher abgeben, die sie auch selber gerne lesen. Jeder Bürger darf jederzeit Bücher entnehmen und diese zum Lesen mitnehmen; ob man sie zurückbringt, behält, tauscht oder nicht, entscheidet jeder Nutzer selbst.

Eine solche Konstruktion im Wert von 5000 Euro stiftet jetzt Wolfram Grzabka von der Werbeagentur grzabka creative anlässlich seines 25. Firmenjubiläums der Stadt Friedberg. Die Erstausstattung mit Büchern im Wert von 2500 Euro übernimmt die deVega Medien GmbH. Die Stadt Friedberg muss lediglich einen Betonsockel auf eigene Kosten erstellen lassen. Der Kultur- und Sportausschuss begrüßt diese Idee und hat die Verwaltung mit der Prüfung eines geeigneten Standorts beauftragt.

Die Idee des öffentlichen Bücherschranks entwickelte sich bereits in den 1990er Jahren, um den Austausch von Literatur zu unterstützen. Ausgehend von Installationen als künstlerischem Akt wurden Ende der 1990er Jahre erste Bücherschränke zur Nutzung als "kostenlose Freiluft-Bibliothek" in Darmstadt und Hannover realisiert, wobei es 2013 bereits 31 Bücherschränke allein im Stadtgebiet Hannover gibt. Seitdem 2002 der Entwurf der Designerin und Bühnenbildnerin Trixy Royeck im Rahmen eines Wettbewerbes prämiert wurde, findet das Konzept zahlreiche Nachahmer. In Hamburg gibt es rollende Bücherregale in 100 Linienbussen. In Salzburg wurden 2012 zwei wetterfeste, rund um die Uhr geöffnete "Büchertankstellen" in ausgedienten Telefonzellen errichtet und im ersten Jahr 10 000 Bücher getauscht.

Gefördert und finanziert durch unterschiedliche Träger (Privatpersonen, Stiftungen, Lions-Clubs, Bürgervereine und ähnliche Organisationen) entstehen seitdem speziell gebaute oder umgestaltete, wetterfeste Bücherschränke.

Um Vandalismusschäden vorzubeugen, kümmern sich "Bücherschrankpaten" um den Zustand der Bücherschränke und pflegen den Bestand.
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