Los geht's: Ismail Boztas wandert über die Alpen nach Venedig

Ismail Boztas auf den ersten Metern: die Vorfreude ist ihm anzusehen, als er bei gutem Wander-Wetter seine lang geplante Reise beginnt.
Dienstag Morgen um kurz nach 9 Uhr ging es los, die ersten Kilometer sind inzwischen geschafft. Ismail Boztas läuft ab Benediktbeurenauf dem „Traumpfad München – Venedig“ über die Alpen nach Italien. Da er jedoch in Friedberg gestartet ist, hatte er sich den ersten Streckenabschnitt selbst zusammengestellt.

„Vorfreude, Freude und Nervosität mischen sich“, fasst er seine Stimmung vor dem Aufbruch zusammen. Ohne einen Blick zurück, mit den Wanderstöcken in der Hand, begleitet von seinem ältesten Sohn Emre, macht Boztas die ersten Schritte. Das Wetter am Tag des Aufbruches ist perfekt, „es regnet nicht, und es ist nicht zu warm“. Aber zum Wochenende hin soll es schlechter werden, gerade in den Alpen sei es dann noch mal schlimmer, gibt er einen Ausblick auf mögliche Herausforderungen. Aber für solche Fälle hätte er Alternativrouten und zeitlich zum Glück keinen Druck.

Die erste Etappe geht bis Moorenweis, am ersten Tag also 30 Kilometer. „Bisher habe ich nur 20 Kilometer an einem Tag trainiert, aber 10 mehr gehen schon. Müssen gehen“, berichtet er, als wir loslaufen. Sein Ziel ist es jetzt, so schnell wie möglich nach Benediktbeuren zu kommen – dort trifft er auf den Fußballtrainer seines siebenjährigen Sohnes, der ihn eine Woche begleiten möchte. „Die meisten Leute sagen, ich bin verrückt, aber es gibt noch viel Verrücktere“, erzählt Boztas und hofft, dass er in den Alpen noch weiteren Mitwanderern begegnet.

Kurz bleibt er stehen, als er im Kopf nochmal durchgeht, ob er auch nichts vergessen hat – aber immerhin ist das Gepäck schwerer als geplant. Statt zehn schultert er elfeinhalb Kilogramm in seinem vollgepackten Rucksack, der farblich zum blauen Hemd und der grauen Hose passt. Wechselklamotten, Kulturtasche, Geld, Ersatzschuhe, Campingkocher und Müsliriegel für zwischendrin hat er darin verstaut. „Wenn ich was vergessen habe, laufe ich halt zurück“, scherzt er.

Seine Wanderung über die Alpen dokumentiert er unter www.ismail-boztas.de. Zum Abschied wendet er sich Richtung Venedig mit den Worten: „Der Weg ist das Ziel.“
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