Mehr als ein Lager

Viele Details wie die platzsparende Fahr-Regal-Anlage oder die Werkstatt mit Quarantäne-Bereich für eventuell vom Holzwurm befallene Möbelstücke zeichnen den Neubau aus.

Das Museum, ursprünglich das Heiligtum der Musen, ist eine Institution, die eine Sammlung bedeutsamer und lehrreicher oder exemplarischer Gegenstände aufbewahrt, kategorisiert, erforscht und Teile davon ausstellt. Jedes Museum hat normalerweise den größten Teil seiner Ausstellungsstücke im Magazin und zeigt nur einen kleinen Teil. So auch in Friedberg.

Für die sichere Aufbewahrung der Gemälde, Uhren, Fayencen, Möbel, Skulpturen und anderen Gegenstände wurde nun ein eigens gebautes Depot im Friedberger Business Park fertiggestellt und eingeweiht. Bislang waren die etwa 30 000 Teile nach mehreren Umzügen in einer angemieteten Halle untergebracht, deren Mietvertrag vom Vermieter gekündigt wurde. Somit war die Stadt zum Handeln gezwungen und entschied sich nach längerem Hin und Her doch für den Neubau, in dem auch städtische Akten, die Bibliothek des Heimatvereins und Archivalien der Veteranen gelagert werden. Das Funktionsgebäude mit einer Grundfläche von 75 mal 19 Meter plante "von innen nach außen" der Münchner Spezialist Johannes Baur. Als Architekten zeichneten Fußner+Kühne aus Friedberg verantwortlich. Der sportliche Zeitplan von knapp sieben Monaten Bauzeit wurde ebenso eingehalten wie das Budget mit bislang zwei statt geplanten 2,2 Millionen Euro. Ungewöhnlich ist, dass davon insgesamt 570 000 Euro aus drei Fördertöpfen finanziert werden konnten.

Das Gebäude wurde bewusst nicht in die Höhe gebaut, denn "man muss die Dinge im Blick behalten können", so Museumsleiterin Alice Arnold-Becker. Wenn man Sammlungsstücke in mehreren Metern Höhe aufbewahrt, bemerke man zum Beispiel nicht, wie sich womöglich deren Zustand verändert. Oder man vergesse sie, wenn man eine neue Ausstellung plant. Viele durchdachte Details wie die platzsparende Fahr-Regal-Anlage oder die Werkstatt mit Quarantäne-Bereich für eventuell vom Holzwurm befallene Möbelstücke zeichnen den Neubau aus. Dass man hier richtungsweisend geplant und gebaut hat, zeigt auch das Interesse der Kollegen aus anderen Städten wie Ingolstadt oder Erlangen, die das Depot bereits besichtigt haben.

Das neue Museum im Schloss wird bis etwa Mitte 2018 mit neuer Konzeption eröffnen.

von plw
Foto: Lütke-Wissing
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