Mit Pauken und Trompeten

Die Vorbereitungen auf die Wertungsspiele in den Musikkapellen laufen auf Hochtouren. In Dasing werden die Wertungsrichter auf jedes Detail hören. Foto: Clarissa Beck


"Habt ihr eine Vorstellung davon, wie euer Einsatz klingen soll?", fragt der Dirigent das Klarinettenregisters. Die Spieler nicken. Noch einmal gibt Andreas Thon den Tuben ihren Einsatz. Das Herz des Stückes beginnt zu Schlagen. Nach zwei Takten setzen dann die Klarinetten und Saxofone ein. Langsam, beinahe aus dem Nichts, baut sich der Rhythmus auf, bildet sich die Melodie heraus. "Viel besser", lobt Thon. Deshalb gleich noch einmal. Jetzt geht es weiter, aber nicht weit. Bei den Hörnern stimmen die Töne nicht. Also heißt es die richtigen Töne finden und ausstimmen bis alles passt. Dann wieder das ganze Orchester. Phrase für Phrase arbeitet sich die Stadtkapelle Friedberg so durch die beiden Stücke für das Wertungsspiel am Samstag, 7. Mai, in Dasing. Dieser Wettbewerb für Blasorchester gehört zu den wichtigsten Terminen im Musikerkalender. Hier erfahren die Musiker, wie ihr Können einzuordnen ist.

Zum Wertungsspiel in Dasing sind 13 Blasorchester gemeldet. Unter anderem die Stadtkapelle aus Friedberg, die Städtische Jugendkapelle Friedberg (B), drei Ensembles der Kolpingkapelle Mering und der gastgebende Verein, die Musikkapelle des Musikvereins Dasing. Es reisen aber auch Orchester aus Binswangen und Neusäß an. Sie stellen sich dem Urteil der Wertungsrichter von der Grundstufe bis zur Höchststufe in allen Leistungsgruppen. Eine Gruppe startet sogar in der traditionellen Wertung. Das bedeutet, diese Kapelle muss drei Stücke vorbereiten: einen Marsch, eine Polka und einen Walzer, dem Schwierigkeitsgrad ihrer Leistungsklasse entsprechend.

Die vier Wertungsrichter achten dabei nicht nur darauf, ob alle Töne richtig sind. Die musikalische Gestaltung durch Dynamik, Agogik, Intonation und das Zusammenspiel der Musiker fließen ebenso in die Bewertung ein. Deshalb gilt es für den Dirigenten bei der Vorbereitung auf alle Details zu achten. "Trompeten, nicht ,fläh-dä-dä-däh'! Spielt euren Einsatz ,Tha-ta-ta-tha'!", wettert Thon deshalb bei der Probe vier Wochen vor dem Wertungsspiel. Die Artikulation muss in allen Registern exakt sein, vor allem bei rhythmisch anspruchsvollen Passagen. Deshalb dieselbe Stelle gleich noch einmal. Zuerst die Trompeten allein, dann das gesamte Orchester. Jetzt läuft es besser.

Beim Wertungsspiel haben die Musiker jedoch nur eine Chance, das richtige Timing zu finden. Die Quittung für ihre Mühen werden sie am Samstag, 7. Mai, direkt nach ihrem Auftritt bekommen. Diese sogenannte "Offene Wertung" bedeutet, dass die Richter ihr Urteil sofort in Punkten ausdrücken müssen. Das macht den Wettbewerb für das Publikum besonders spannend. So können auch die Zuhörer Vergleiche ziehen und mitfiebern. Weil sich in diesem Jahr 13 Kapellen angemeldet haben, beginnen die Wertungsspiele bereits um 8.30 Uhr und enden gegen 18 Uhr.

Nach der anstrengenden Probenarbeit der vergangenen Wochen freuen sich die Musiker der Kapellen sehr, wenn sie nicht vor einem leeren Saal spielen müssen. Zuhörer sind für sie eine große Motivation für die Prüfung noch einmal das Beste aus sich zu holen. Für das Publikum ist der Wettbewerb gleichzeitig eine Möglichkeit, über den Tellerrand zu blicken und zu hören, wie in anderen Orchestern musiziert wird.

Stefan Augustin, der Vorstand des Musikvereins Dasing, wünscht sich für die Wertungsspiele viele Zuhörer. Er verspricht ihnen unterhaltsame Stunden, denn jede Kapelle spielt andere Stücke. "Sie können sich hier überzeugen, wie konzentriert hier Musik gespielt wird", verspricht er.

Info: Die Wertungsspiele des Bezirks 14 im Allgäu-Schwäbischen Musikbund (ASM) finden statt am Samstag, 7. Mai, von 8.30 bis circa 18 Uhr in der Gemeindetenne Dasing, Kirchstraße 7. (Clarissa Beck )
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