Preisabsprache für Panzerteile: Aichacher Firma muss Bußgeld zahlen

In allen Leopard-Panzern befinden sich Teile, die von der Aichacher Firma Paar Logistik geliefert wurden, sagt Firmenchef Alfred Kraus. Foto: © Bundeswehr/photothek/Gottschalk

Die Aichacher Firma Paar Logistik ist vom Bundeskartellamt zusammen mit zwei weiteren Unternehmen zu einem Bußgeld in der Gesamthöhe von 1,3 Millionen Euro wegen illegaler Preisabsprachen verurteilt worden. Paar Logistik liefert Bauteile für Militärfahrzeuge.

Bei dem Aichacher Unternehmen handelt es sich um einen Zwischenhändler für Ersatzteile von gepanzerten Rad- und Kettenfahrzeugen. Obwohl es in dieser Sparte nicht so viele Lieferanten gibt, hat sich dieser Zwischenhandel etabliert, weil Paar Logistik eine wichtige Dienstleistung für Fahrzeughersteller zusätzlich anbietet: Es regelt die von Land zu Land verschiedenen und aufwändigen Abwicklungsprozesse, sorgt für Spezialverpackungen und kümmert sich um Ein- und Ausfuhrgenehmigungen.

"Als Händler sind wir darauf angewiesen, mit anderen zusammenzuarbeiten", sagt Firmenchef Alfred Kraus. Das Verhältnis zu den beiden anderen vom Bundeskartellamt verurteilten Firmen sei ein wechselndes: "Mal sind wir Wettbewerber, mal Partner, wenn wir zusammenarbeiten." Was zu dem Bußgeld geführt hat, würde er eher als Kooperationsgespräche bezeichnen, wobei es dabei natürlich auch um den Preis gegangen sei. Da sei die Gesetzeslage in Deutschland strikt, aber Alfred Kraus redet sich auch nicht raus. "Am Sachverhalt gibt es nichts zu deuteln." Schließlich haben er und die anderen Betroffenen auch an der Aufklärung des Falls mitgewirkt, wie es in einer Pressemitteilung des Bundeskartellamts heißt.

Wobei die Behörde den Sachverhalt eindeutiger sah: "Die beteiligten Unternehmen sprachen sich nach dem immer gleichen Muster ab. Es wurde vereinbart, wer die Ausschreibung gewinnen (also das günstigste Angebot abgeben) sollte. Zugleich wurde vereinbart, wer dem Gewinner zu welchen Teilen und zu welchem Preis zuliefern sollte", erklärt Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts. Alfred Kraus relativiert das: Es habe schließlich noch andere Bewerber gegeben, deren Preisgestaltung man nicht beeinflussen konnte. Konkret ging es um Ausschreibungen des Bundesamts für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr in den Jahren 2010 bis 2014 für die Beschaffung bestimmter Einzelteile.

Alfred Kraus und sein Geschäftspartner Herbert Franke sind alte Hasen in der Branche. Die Kaufmänner haben 30 Jahre lang beim Rüstungsunternehmen Krauss Maffei in München gearbeitet, ehe sie sich 2002 selbstständig gemacht haben.

Inzwischen gibt es auch einen Produktionsbereich: Im Ecknacher Gewerbegebiet wird in einer Halle Explogard hergestellt. Dabei handelt es sich um ein Aluminiumgewebe, mit dem Tanks innen verkleidet werden, um vor Explosionen zu schützen.
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