Rathaustreppe in Friedberg als Hindernis

Die historische Ratshaustreppe stellt ein großes Problem für gehbehinderte Bürger dar. Foto: Stöbich
Friedberg: Friedberg |

Barrierefreiheit / Zum historischen Sitzungssaal in Friedberg gibt es keinen Lift

Friedberg. Wer gehbehindert oder auf einen Rollstuhl angewiesen ist, hat in Friedberg Pech, wenn er das kommunale Geschehen live mitverfolgen will. Denn der historische Sitzungssaal im ersten Stock des Rathauses ist nur über eine relativ enge Holztreppe zu erreichen, einen Aufzug gibt es in dem Gebäude am Marienplatz nicht. Auch das Trauungszimmer, das Ende des 17. Jahrhunderts entstand, ist im oberen Stockwerk nur über die Treppe zu erreichen. Das wollten die Fraktionen von SPD und Grünen ändern und beantragten im Vorfeld der Haushaltsberatungen 2017 den Einbau eines Treppenlifts.
Doch in der Bauausschuss-Sitzung hatte Finanzreferent Wolfgang Schuß schlechte Nachrichten: Das Landesamt für Denkmalpflege lehnt den Einbau eines Treppenliftes ab, weil er "der Bedeutung des Gebäudes als Baudenkmal nicht angemessen" sei. Außerdem werde die Mindestbreite für die Treppe unterschritten, die der Brandschutz vorgibt. Ohnehin sei ein solcher Lift nicht geeignet beziehungsweise unzulässig zur Evakuierung von Personen, die sich nicht aus eigener Kraft in Sicherheit bringen können. Außerdem gibt es keine ausreichende Fläche für die Parkposition am Treppenantritt, ergab eine Prüfung durch die städtische Gebäudewirtschaft.
Als mittelfristige Alternative wurde im Bauausschuss über einen Aufzug außen am Rathaus nachgedacht, wenn der Marienplatz umgestaltet wird. Dagegen wäre im Inneren des Gebäudes ein Aufzug bautechnisch sehr schwierig und ließe sich nur unter Wegfall wichtiger Flächen wie Büros oder Toiletten realisieren. Thomas Kleist (CSU) wollte mit dem Aufzug nicht bis zum Umbau des Marienplatzes zu warten, der aus heutiger Sicht irgendwann nach 2020 auf dem Programm steht. Eine konkrete Lösung gibt es momentan noch nicht, doch sagte Bürgermeister Roland Eichmann (SPD), man wolle dieses Thema nicht auf die lange Bank schieben.

Von Peter Stöbich
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