Schlosseinweihung für Herbst geplant

Die Eröffnung des umgebauten Schlosses wird erst im Herbst stattfinden. Foto: Stöbich
Friedberg: Friedberg | Einen genauen Termin gibt es aber noch nicht

Peter Stöbich
Friedberg. Voraussichtlich bis nach den Sommerferien müssen sich alle Friedberger gedulden, die nach den jahrelangen Bauarbeiten im Wittelsbacher Schloss neugierig sind, was das Wahrzeichen der Stadt nach seinem Umbau alles zu bieten hat. Denn die bereits für Juli terminierte Einweihung muss auf Herbst verschoben werden, weil wegen Altlasten ein Bodenaustausch im Schlosshof erforderlich geworden ist.
"Einen neuen Termin für die Eröffnung gibt es bisher nicht", sagt Pressesprecher Frank Büschel, "wir wollen erst den Verlauf des Winters abwarten und schauen, wie die notwendigen Arbeiten laufen." Somit wird es ein Einweihungsfest erst im vierten Quartal 2018 geben. In zwei Jahren soll das Friedberger Schloss dann ein Schauplatz der Bayerischen Landesausstellung mit dem Titel "Die Wittelsbacher als Städtegründer“ sein.
Knapp über 20 Millionen Euro hat die Stadt in den vergangenen Jahren in die Sanierung ihres Wahrzeichens investiert. Die umfangreichen Arbeiten hatten im Frühjahr nach langen Vorplanungen und gerichtlichen Auseinandersetzungen mit Anliegern begonnen. Ein Nachbar hatte erfolgreich gegen die Baugenehmigung geklagt, die an fast allen Tagen des Jahres Veranstaltungen bis weit in die Nacht erlaubt hätte. Erst im Frühjahr 2014 kam es zu einer außergerichtlichen Einigung.
Bestandteil des modernen Bürger- und Kulturzentrums ist auch das neu gestaltete Museum im Südflügel, in dem unter anderem die Fayencen und Uhren aus Friedberger Werkstätten einen Schwerpunkt bilden. Daneben bieten Remise und Rittersaal im Erdgeschoss, Stuckräume im Obergeschoss und ein neuer Saal unter dem Dach des Nordflügels Platz für kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen.
Für das Programm wird künftig Diplom-Betriebswirtin Sonja Weinfurtner verantwortlich sein; sie soll ein Marketingkonzept für das Schloss erarbeiten und organisatorische Strukturen aufbauen. Unter dem Begriff „Bürgerschloss“ ist ein Kontingent für nicht kommerzielle und soziale Veranstaltungen mit Friedberg-Bezug reserviert. Die neue Schloss-Managerin kann sich für die Zukunft vieles vorstellen: Hochzeiten und Geburtstagsfeiern, Tagungen und kleine Festivals könnten stattfinden, ebenso Musik und Kabarett sowie Gesundheits- oder Kunstmessen.
Das Schloss ist gewissermaßen die Keimzelle Friedbergs. Dort bietet sich den Besuchern Gelegenheit, ein ehemals von Herzog Ludwig II. als Grenzveste erbautes Denkmal mit wechselvoller Geschichte zu erleben. Im Schloss wird eine Blütezeit der Stadtgeschichte wieder lebendig. Die Anlage ist 1559 im Renaissance-Stil wieder errichtet worden, nachdem ein Brand den Vorgängerbau 1541 zerstört hatte. 1568 erwählte es Herzogin Christine von Lothringen zum Witwensitz.
Dadurch wurde Friedberg zu einem Mittelpunkt höfischen Lebens in Bayern. Die romanische Grundanlage entstand 1257. Ursprünglich umzogen die Burg zwei Mauerringe mit Wehrgängen, Zinnen und Schießscharten. Im Inneren befand sich eine Wehrmauer mit drei Türmen. Vom oberen Ring führte ein Steilhang zum unteren Mauergürtel mit einem verdeckten Abstieg an der Westseite. Der äußere Ring war umgeben von zwei starken Rundtürmen. Im nördlichen Turm befand sich das Verlies, im Volksmund "Köpfhäusl" genannt. Im Westen zur Lechebene hin wurde der Steilhang in einem Winkel von 50 Grad abgetragen. Im Norden, Osten und Süden wurde um das Schloss ein zehn Meter tiefer Graben ausgehoben, von dem noch gut sichtbare Reste vorhanden sind. Die obere Grabenbreite betrug 25 bis 30 Meter und an seiner tiefsten Stelle im Osten befand sich die Zugbrücke, die von der fest gebauten Brücke, die heute ins Schloss führt, abgelöst wurde.
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