Schutz vor Gefahr aus der Luft: Am Aichacher Flugplatz wird ein Drohnen-Abwehrsystem getestet

Drohnen können für kriminelle oder gar terroristische Zwecke genutzt werden. Eine private Firma testet am Aichacher Flugplatz ein modulares Abwehrsystem. Symbolbild: Nir Naamat/123rf.de
 
Proppenvoll mit Technik ist der Kleinbus, in dem das modulare Drohnenabwehrsystem der Firma ESG untergebracht ist. Foto: Robert Edler
Drohnen sind "in". Sie sind mittlerweile überaus günstig zu haben und eröffnen ihren Piloten spektakuläre Perspektiven aus der Luft. Immer mehr solcher unbemannten Flugobjekte sind am Start. Kommerzielle Drohnen haben sich gerade deshalb aber auch zum Sicherheitsrisiko entwickelt.

Regelmäßig kommt es zu Beinahe-Zusammenstößen mit Flugzeugen, ganz zu schweigen von der Möglichkeit, die Geräte für kriminelle oder gar terroristische Zwecke zu nutzen. Die Firma ESG Elektroniksystem und Logistik GmbH aus Fürstenfeldbruck hat ein modulares Drohnenabwehrsystem entwickelt, das ständig weiter ausgebaut wird. Die Feldtests finden in Aichach auf dem Segelflugplatz statt.

Dass stellvertretender Projektleiter Dirk Abraham und sein Team für Aufsehen sorgen, darf nicht verwundern. Ihr umgebauter Kleinbus strotzt vor Technik, auf dem Dach ragen diverse Antennen in den Aichacher Himmel, am Fußweg zum Paartalpark steht eine Radaranlage. Im Grunde handelt es sich um diverse Komponenten verschiedener Anbieter, die von der Firma ESG nicht nur auf ihre Tauglichkeit getestet werden. Letztlich geht es darum, die unterschiedlichen Möglichkeiten, eine Drohne aufzuspüren und auch abzuwehren, miteinander zu kombinieren und ein Gesamtsystem zu entwickeln, das für alle Eventualitäten gerüstet ist.

Was letztlich klingt wie aus einem Film, ist längst Wirklichkeit geworden oder zumindest in den Bereich des Möglichen gerückt: Drogenschmuggel in eine Justizvollzugsanstalt aus der Luft etwa, oder das Ausspionieren von Industrieanlagen. Die Sicherheit von Atomkraftwerken könnte durch mit Sprengstoff bepackte Drohnen ebenso gefährdet sein wie Fußballstadien oder politische Großveranstaltungen. Mit moderner Technik wird versucht, sich zu schützen. Drohnen können akustisch, durch Radar oder Peilantennen aufgespürt werden. Wer dann auch noch in der Lage ist, beispielsweise das GPS-Signal zu stören beziehungsweise zu fälschen, kann die Fluggeräte umlenken oder gar zum gesteuerten Absturz bringen. Nichts für den Privatmann, doch der ist auch nicht der primäre Ansprechpartner der Firma ESG. Beraten werden Militär oder Sicherheitsbehörden, für das reine Aufspüren von Drohnen interessiert sich natürlich auch die Industrie.

G7-Gipfel vor Drohnen geschützt

Seit Anfang 2015 bietet die Firma ESG gemeinsam mit deutschen und europäischen Unternehmen aus den Bereichen Radar, Funk und elektronische Abwehrmaßnahmen Lösungen zur Erkennung und Abwehr von Gefahren durch unbefugten Einsatz kommerzieller Drohnen an.

Zwei Einsätze im Dienst der Weltpolitik quasi hat das Team um Dirk Abraham schon hinter sich. 2015 wurde man für den G7-Gipfel in Elmau engagiert und war Teil der Sicherheitsarchitektur bei Treffen der Staats- und Regierungschefs, heuer überwachten die Fürstenfeldbrucker den Besuch des US-Präsidenten Barack Obama in Hannover.

Dass man die Technik ausgerechnet in Aichach testet, hat indes weniger spektakuläre Gründe. Zum einen ist die Paarstadt nicht weit von Fürstenfeldbruck entfernt, zum anderen bietet sich der kleine Flugplatz geradezu an, um in aller Ruhe in freier "Wildbahn" auf die Pirsch zu gehen.

Bis dato wurde übrigens stets die eigene Testdrohne abgefangen, "Wilderer", sprich gefährliche Privatdrohnen, hat es offenbar noch nicht gegeben im Luftraum in der Region. ( Robert Edler )
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