Sexvideo von Exfreundin verschickt: 24-Jähriger wird verurteilt

Ein 24-jähriger wird verurteilt, weil er dem neuen Freund seiner Verflossenen einen eindeutigen Film via Facebook zukommen lässt. (Foto: Robert Wilson-123rf.de)

Sex mit dem Ex hatte eine junge Frau nicht. Doch der Ex hatte ein gemeinsam aufgenommenes Video via Facebook dem neuen Freund seiner Verflossenen zukommen lassen. Dafür stand er nun vor dem Aichacher Amtsgericht.

Die Strafe fiel mit acht Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurden, auch deshalb so hoch aus, weil ein erst vor Kurzem verhängtes Urteil von sechs Monaten, das ebenfalls mit Streitereien, Drohungen und Nötigung im Umfeld der offenbar schwierigen Trennung zu tun hatte, einbezogen wurde. Hinzu kommt eine Geldbuße von 1200 Euro.


Angeklagter durch neuen Freund "provoziert"

Das Paar hatte sich online kennengelernt, schnell verliebt und war auch schnell zusammengezogen. Nachdem beide eine Affinität zu Pornos hatten, wie der Angeklagte schilderte, filmten sie sich beim Sex mit dem Handy des 24-Jährigen. Dort blieb das Video auch nach der Trennung, die den jungen Mann hart traf: „Ich habe sie sehr geliebt.“ Dabei war der Umstand, dass sie ihn wegen eines anderen verlassen hat, besonders hart.
Durch ein Foto mit dem neuen Freund hatte sich der Angeklagte offenbar so provoziert gefühlt, dass er diesem das Sexvideo zuspielte. Diesen Eingriff in die Intimsphäre ahndet das Strafgesetz als Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs.

Amtsgerichtsdirektor Walter Hell glaubte dem voll geständigen Angeklagten seine Reue. Sichtlich angespannt und zerknirscht folgte er der Verhandlung, die auch zutage förderte, dass der 24-Jährige, der inzwischen wieder bei seinen Eltern in Aichach lebt, lange Schwierigkeiten mit dem Erwachsenwerden hatte.
Mehrere jugendtypische Delikte rund um Drogen und Alkohol weist seine Akte auf, wobei seit 2014 abgesehen von den Vorfällen rund um die Trennung Ruhe eingekehrt ist.
Inzwischen hat er auch eine Ausbildung abgeschlossen, so dass Walter Hell hofft, er werde in Zukunft „von Besuchen in Strafverhandlungen“ Abstand nehmen. Zugleich ließ er aber auch keinen Zweifel daran aufkommen, dass das Verschicken eines so intimen Videos eine „riesen Sauerei“ ist.

Gleichzeitig formulierte Richter in diesem Zusammenhang eine allgemeine Mahnung: In Zeiten neuer Medien seien Wut oder Frust schnell per Klick in die Welt gesetzt. Doch das alles sei dadurch ja auch bestens dokumentiert und vor Gericht leicht beweisbar. (von Carina Lautenbacher)
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