So ist der Opa gut versorgt

Die Gäste in der Tagespflege betreuen (hintere Reihe von links) Camilla Osmanbasic, Tatiana Loew, Petra Smalldrigde und (vorne von links) Nadine Sedlmair, Geschäftsführerin Gudrun Jansen und Claudia Foettinger. Foto: Stöbich
Friedberg: Friedberg | In Friedberg stehen jetzt 18 Tagespflegeplätze zur Verfügung

Peter Stöbich
Friedberg. Gemeinsam backen und basteln, singen und tanzen - das alles ist in den gemütlichen Räumen der neuen Tagespflege möglich, die jetzt in der Friedberger Sozialstation an der Hermann-Löns-Straße eingeweiht wurde. Vertreter von Bürgerstiftung, Stadt, Landkreis und Kirche drückten ihre Freude darüber aus, dass im umgebauten Erdgeschoss jetzt 18 Plätze für Senioren zur Verfügung stehen; sie werden zwischen 7 und 16.30 Uhr optimal von Fachkräften betreut, können den Rest des Tages aber in ihrer vertrauten Umgebung daheim verbringen.
"Tagespflege bedeutet Betreuung nach Maß", so Geschäftsführerin Gudrun Jansen. "Unsere Gäste kommen an einigen Tagen pro Woche zu uns, ihr Besuch ist aber auch an fünf Tagen möglich." Ein strukturierter Ablauf mit Beschäftigungsangeboten und gemeinsamen Mahlzeiten dient dazu, die Fähigkeiten der Senioren zu erhalten und zu fördern; um ihren Transport kümmert sich ein eigener Fahrdienst.
"Für viele pflegende Angehörige bedeutet das eine enorme Entlastung", betont Tatiana Loew, eine der Betreuerinnen, "denn Berufstätige können ihre Familienmitglieder oft nur in der Freizeit versorgen und machen sich deshalb Sorgen, dass sich während ihrer Arbeitszeit niemand um ihre Eltern oder Oma und Opa kümmert."
Die Mehrheit der Senioren will so lange und so selbstständig wie möglich zu Hause wohnen. Viele pflegebedürftige Menschen leben aber auch allein, sind ganz auf sich gestellt und bekommen ein oder zweimal täglich Besuch vom Pflegedienst. Wenn sie Hilfe beim Toilettengang benötigen, können sie damit aber nicht bis zum Besuch eines Pflegedienstmitarbeiters warten. Auch für sie ist eine durchgehende Betreuung am Tag ideal.
Der Einsatz für hilfebedürftige Bürger hat in Friedberg eine lange Tradition: Schon im Jahr 1906 war die ambulante Krankenpflege für die Stadt und Region Friedberg ins Leben gerufen worden. Rechtsnachfolger und heutiger Träger ist die Sozialstation. Vor zehn Jahren trafen sich erneut engagierte Friedberger und gründeten eine Bürgerstiftung.
Mit ihrem Team sorgt Pflegedienstleiterin Valerie Odry-Bugariju dafür, dass die Besucher bestens betreut und versorgt werden. Besonders Menschen mit Demenz haben ein großes Bedürfnis nach Geborgenheit, Schutz und Zuwendung, aber auch nach Selbstbestimmung und Unabhängigkeit.
Insgesamt 85.000 Euro hat der Förderverein in Umbau und Ausstattung der Erdgeschoss-Räume investiert. Bunte Stühle, gemütliche Polstersessel sowie die liebevolle, der Altersgruppe angepasste Dekoration mit einer alten Nähmaschine und einem Röhren-Radio sorgen für Wohlfühl-Atmosphäre. "Unter anderem gibt es bei uns Gedächtnistraining, Musik, Spiele und viele andere Angebote", sagt Jansen.
Wolfgang Rockelmann, Vorsitzender der Bürgerstiftung Sozialstation, dankte dem engagierten Personal ebenso wie stellvertretender Landrat Manfred Losinger und Bürgermeister Roland Eichmann. Losinger sagte, dass es derzeit mehr als tausend Pflegeplätze im Landkreis gebe und ihre Zahl noch weiter steigen werde.
Die Segnung der neuen Räume nahm Pfarrer Steffen Brühl vor; er ging auf die Bedeutung des Wortes notwendig ein und sagte, in der Einrichtung könne die Notlage von Familien gewendet werden.
Wer die Tagespflege in Anspruch nehmen will, bekommt nähere Informationen unter der Telefonnummer 0821 / 263 750. Der Kostenanteil für die Betreuungsleistungen richtet sich nach den jeweiligen Pflegestufen.
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