Sonnwend-Wochenende: Wiederholung gewünscht

Trotz durchwachsener Wetteraussichten war das Friedberger Sonnwend-Wochenende mit Poetry Slam, Improvisationstheater, Töpfermarkt und Fête de la Musique ein voller Erfolg. Den Auftakt machten am Freitagabend die Slampoeten.

Trotz durchwachsener Wetteraussichten war das Friedberger Sonnwend-Wochenende ein voller Erfolg. Den Auftakt machten am Freitagabend die Slampoeten um Moderator Horst Thieme, die dem Publikum beim inzwischen zum Kult avancierten Friedberger Poetry Slam "Möet für den Poet" mit originellen und witzigen Texten einheizten. Insgesamt acht Künstler aus dem gesamten Bundesgebiet waren zum literarischen Wettstreit angetreten, den letztlich Ben Bögelein aus Ansbach für sich entscheiden konnte. Mit seinem mutigen und sehr unterhaltsamen Text über Frauen erntete er im Finale letztlich mehr Applaus als sein Mitstreiter Volker Keidel, der mit einer mitreißenden Fußballgeschichte begeisterte. Bögelein gewann nicht nur das Publikum für sich, sondern auch einen Gutschein der Buchhandlung "lesenswert" sowie eine Flasche Champagner, die er noch auf der Bühne ausschenkte. Insgesamt sorgten die Slammer für einen sehr unterhaltsamen und geistreichen Abend, was die Besucher unter anderem mit lautem Lachen und stürmischem Beifall dankten. Bei so viel Energie auf der Bergbühne störten sich die über 200 Zuhörer auch nicht an den niedrigen Temperaturen. "Seit fünf Jahren findet der Poetry Slam in Friedberg statt. So viele Besucher wie dieses Jahr hatten wir noch nie", so Philipp Köhler vom Kulturamt der Stadt. "Es ist eine unserer am besten laufendsten Veranstaltungen."

Etwas weniger Glück mit dem Wetter hatten am Wochenende die Aussteller des Friedberger Töpfermarktes. Es war sehr unbeständig, immer wieder regnete es und die Sonne ließ sich nur selten blicken. Doch das tat der Stimmung unter den Standbesitzern keinen Abbruch. "Wenn es zu heiß ist gehen die Leute zum Baden", meinte beispielsweise Evelyne Weiß, die die unbeständige Wetterlage ganz praktisch betrachtete. Als Besitzerin eines Keramikstandes ist sie regelmäßig beim Töpfermarkt dabei und kommt immer wieder gerne nach Friedberg, auch wenn das Wetter einmal nicht so mitspielt. Ähnlich sah es auch Familie Schumann aus Nordhessen. "Wir haben schon festgestellt, dass die Bayern ein nettes Völkchen sind. Da gehen einfach die Regenschirme auf. In Nordhessen würde bei dem Wetter keiner mehr aus dem Haus gehen", sagte die Ausstellerin. Tatsächlich ließen sich die wenigsten Besucher vom Regen beeindrucken, so dass der Verkehrsverein Friedberg als Ausrichter auch dieses Jahr auf ein gelungenes Töpfermarkt-Wochenende zurückblicken konnte.

Ebenfalls sehr gelungen war der Besuch des Münchner Improvisationstheaters Fastfood in Friedberg am Samstagabend, auch wenn der Spielort aufgrund des Wetters von der Bergbühne in die Neue Mensa im Schulzentrum an der Aichacher Straße verlegt werden musste. Das Publikum ließ sich von Beginn an mitreißen und bestimmte durch Zurufe das Spielgeschehen, was zu den urkomischsten Alltagsszenen führte und für viele Lacher sorgte. Bereits zum vierten Mal kam eine Besetzung von Fastfood in die Herzogstadt und es war sicher nicht der letzte Besuch des Theaters. "Die Veranstaltung ist immer wieder sehr beliebt bei den Friedbergern", bestätigte Köhler. Bei der Stadt hofft man, auch das zum ersten Mal durchgeführte Musikfest langfristig etablieren zu können.

Etliche Menschen strömten am Sonntagabend in die Innenstadt, um verschiedenen Künstlern an den unterschiedlichsten Spielorten zu lauschen. Das Finale auf der Bergbühne wurde zwar im Regen beendet, doch Bürgermeister Roland Eichmann zog insgesamt ein sehr positives Fazit nach dem ersten "Fête de la Musique" in Friedberg: "Tolle Musik mit fantastischen Musikern, unglaublich viele Menschen, glückliche, erschöpfte Gastronomen und eine wiederbelebte Bergbühne. Danke an alle, die mitgemacht haben!"
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