Start in den Traumberuf: Betriebe aus dem ganzen Landkreis bei der 20. Jobbörse in Friedberg

Auch die jungen Schreiner und Zimmerer der Berufsschule waren zur 20. Jobbörse gekommen. Foto: Stöbich
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Was will ich werden? Die Antwort auf diese Frage kann für junge Leute ganz schön schwierig sein, mitunter sogar entscheidend fürs ganze Leben. Will ich mit Menschen zu tun haben und auch am Wochenende arbeiten? Welche Talente habe ich? Ist das Gehalt wichtiger als die Kreativität? Bin ich lieber im Büro oder im Freien?

Kevin Engels hat das alles schon für sich entschieden: Der 21-jährige ist im dritten Lehrjahr als Einzelhandelskaufmann bei der Firma Segmüller und sagt: "Zunächst wußte ich gar nicht, was ich nach der Realschule eigentlich machen soll, aber jetzt taugt es mir im Verkauf!" Bei der großen Jobbörse in der Friedberger Stadthalle gab Kevin seine Eindrücke und Erfahrungen gern an andere junge Leute weiter, die sich bei rund vier Dutzend Ausstellern über viele interessante Wege der Ausbildung informiiren konnten.
"Wir stellen pro Jahr rund 75 Jugendliche in 17 Berufen ein", sagte Jürgen Jäger, Ausbildungsleiter bei Segmüller in Friedberg. Die Kreativbranche wie zum Beispiel Mediengestalter sei überlaufen, "aber beim Möbelumzugsservice ist es schon wesentlich schwieriger, jemanden zu finden". Er habe festgestellt, das viele Jugendliche in der Abschlussklasse noch keinen Plan für ihre Berufswahl hätten.
Für sie war die Jobbörse in Friedberg genau die passende Gelegenheit, um im direkten Gespräch mit den Unternehmen oder anhand von Infobroschären der IHK Schwaben den Durchblick zu bekommen. Florian Bradl sah sich bei den Schreinern um sowie am Stand von Birgit und Thomas Treffler aus Friedberg. Ein Praktikum in ihrer Firma für Elektrotechnik könnte dem 13-jährige aus Hügelshart die Entscheidung erleichtern; auch die Schulen ermöglichen es, dass junge Leute in unterschiedliche Betriebe hineinschnuppern und erste Eindrücke in der Praxis sammeln können.
"Die müssen bei uns richtig mit anpacken, nicht nur mit den Händen in der Hosentasche zuschauen", betont Treffler, dessen 22 Jahre alter Sohn Philipp gerade seinen Meister macht. Mit sieben Azubis habe sein Betrieb keine Nachwuchssorgen, so der Chef, "aber wir kümmern uns zum Beispiel auf dieser Börse auch darum."
Aucb Sonja Schmaus, Fachbetreuerin für Bau- und Holztechnik, kann nicht klagen: "Wir haben soviele Anmeldungen wie selten", erzählt sie: 34 angehende Schreiner und 22 Zimmerer besuchen die Berufsschule Aichach-Friedberg; die Freisprechungsfeier für ihre fertigen Kollegen findet kommenden Samstag abend beim "Bäckerwirt" in Dasing statt.
Ob Hauswirtschafter, Kinderpflegerin, Landschaftsgärtner oder Maschinenanlagentechniker – die Besucher konnten bei der Veranstaltung besonders von den Erfahrungen Gleichaltriger profitieren, die sich bereits in Ausbildung befinden. Die Bedeutung dieser Börse, die es schon seit 20 Jahren gibt, unterstrichen Landtagsabgeordneter Peter Tomaschko und stellvertretender Landrat Manfred Losinger. "Immer mehr kleine und mittlere Betriebe haben Probleme, weil Lehrstellen unbesetzt bleiben", stellte Tomaschko fest und bezeichnete akademische und berufliche Ausbilung als gleichwertig.

290 Jugendliche

Zum Schuljahresende gab es im Wittelsbacher Land 290 Jugendliche auf Arbeitssuche, "das sind 16,4 Prozent weniger als vor einem Jahr", freute sich Losinger. Geduldig beantworteten in der Stadthalle die Fachleute von Banken, Krankenkassen, Polizei und Unternehmen aus dem ganzen Landkreis die Fragen der zahlreichen Besucher. Die Auswahl im Handwerk ist riesig, es gibt mehr als hundert Berufe von A wie Augenoptiker und Anlagenmechaniker bis Z wie Zahntechniker oder Zweiradmechaniker.
Die Julius Zorn GmbH, mit rund 500 Beschäftigten größter Arbeitgeber in Aichach, sucht derzeit unter anderem Azubis in den Bereichen Textil- und Modenäher, Industriekaufmann, Produktveredler oder Produktionsmechaniker. Viele praktische Tipps bekommen Schulabgänger in einer umfangreichen IHK-Broschüre: Auf knapp hundert Seiten erläutert sie übersichtlich alles Wissenwerte zu den Themen Bewerbungsschreiben, Internetsuche und Vorstellungsgespräch.
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