Vom Schubkarren zum Laufbegleiter

Leonides Lindenmeir zeigt Marianne Birkle von der Verkehrswacht Augsburg wie er seinen Rollator auf den Gehsteig heben würde.
Friedberg: Karl-Sommer-Stift |

30 Senioren informierten sich Anfang Mai im Karl-Sommer-Stift in Friedberg über den richtigen Umgang mit dem Rollator. Ein Hindernisparcours sorgte für Abwechslung beim Üben. Auch ein Bus stand bereit.

Ein Rollatorkurs – wofür braucht’s das? Wer meint, man schiebt einfach die Gehhilfe vor sich her und läuft hinterher, liegt falsch. Das erfuhren die 28 Kursteilnehmer von Marianne Birkle von der Verkehrswacht Augsburg, die mit ihrer Kollegin Heike Schröter den Kurs leitete. Denn, so lernten die Senioren, der Rollator ist kein Schubkarren, den man mit Kraft vor sich herschiebt. Das ist anstrengend und führt zu Verspannungen. Der Rollator ist ein Laufbegleiter: Die Füße sind beim Gehen auf Höhe der Hinterräder, so dass der Rollator von alleine rollt und einen mühelos begleitet. Das und noch einige andere Tipps und Tricks hörten die Senioren am 3. Mai 2017 im Karl-Sommer-Stift in Friedberg.

Die Leiterin der Seniorenwohnanlage Brigitte Storhas hatte die Idee zu diesem Kurs und konnte auch das Sanitätshaus Stein & Mayr sowie das Busunternehmen Demmelmair dafür gewinnen.

Einfacher Umgang mit dem Rollator - leicht erklärt und gezeigt

Leonides Lindenmeir, einer der Teilnehmer, hat erst seit kurzem einen Rollator und sein erster Ausflug führte ihn gleich in diesen Kurs: „Ich habe zwar die Anleitung gelesen, aber die erklärt eben auch nicht alles.“ So konnte er nun unter fachkundiger Anleitung das Aufstehen und Hinsitzen üben und auch das Überqueren einer Straße. Auf die Frage, wie er mit dem Rollator auf den Gehsteig hochkomme, hob er seinen Rollator unter beipflichtendem Nicken der anderen Kursteilnehmer kurzerhand an und stellte ihn auf das kleine Podest, das den Bordstein darstellen sollte. Auch hier wusste Marianne Birkle eine weniger anstrengende Vorgehensweise. Nachdem diese Hürde – im wahrsten Sinne des Wortes – genommen war, durchliefen alle Teilnehmer einen Hindernisparcours, stiegen in den Bus der Firma Demmelmair ein und wieder aus und konnten sich von Martin Rietzler und Ernst Stühler von Stein & Mayr den Rollator richtig einstellen lassen.

Abschließend gab es Kaffee und Kuchen zur Stärkung. Die Resonanz der Teilnehmer auf den Kurs war durchweg positiv. Sie fühlen sich im Umgang mit ihrem Rollator nun sicherer. Lediglich zum Busfahren, sagte die 90-jährige Elisabeth Forstmeier, werde sie auch in Zukunft lieber ihren Stock nehmen.
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