Wenn das Zuhause in Flammen aufgeht: Daniela Sippl und Tochter suchen nach Brand in Western City Dasing eine neue Bleibe

Daniela Sippl, die elfjährige Maja und Golden-Retriever-Hündin Happy sind kurzfristig unter der Woche im Wohnwagen einer Darstellerfamilie untergekommen, am Wochenende schlafen sie bei einer Dasinger Freundin. (Foto: Nayra Weber)
 
Von dem Wohnhaus ist nach dem Brand in der Western City nichts mehr übrig. (Foto: Western City)

„Das war mein Zuhause, meine Arbeit, mein Leben. Ich habe immer noch nicht ganz realisiert, dass jetzt alles weg ist“, erklärt Daniela Sippl. Die 38-Jährige hat bis zu dem verheerenden Brand in der Nacht auf den 30. Juli gemeinsam mit ihrer elfjährigen Tochter Maja am Stadtplatz der Western-City gewohnt, in dem Gebäude des Fred-Rai-Museums. Es liegt jetzt in Schutt und Asche. Die kleine Familie sucht nun dringend eine neue Bleibe.

Daniela Sippl führt durch ihrem einstigen Wohnort. „Hier war der Hühnerstall“, erklärt sie und deutet auf einen Berg verbrannten Holzes. „Und da war das Haus mit unserer Wohnung“, dabei zeigt sie auf den Platz voller Schutt neben ein paar Mauerresten, die vom Nachbargebäude übriggeblieben sind.

Vor drei Jahren begann Daniela Sippl mit dem Rai-Reiten in Dasing, ein Jahr später zog sie mit ihrer Tochter in die Western-City, um dort zu arbeiten. Die alleinerziehende Mutter lebt von einer Erwerbsminderungsrente und hat sich bis vor dem Brand ein bisschen was als Aushilfe in Dasing dazuverdient. Sie war Mädchen für alles, half im Stall, bei Gartenarbeiten oder als Thekenkraft im Saloon.

"Es ist alles weg: Unterlagen, Autoschlüssel, Ultraschallbilder"

Auch am Tag des Brandes hatte sie sich ihr Büffet-Hemd angezogen und mit angepackt. Nach Feierabend wollten die Bewohner der Western-City dann gemeinsam am Lagerfeuer Sippls Geburtstag nachfeiern, der zwei Tagen vorher war. Doch es kam ganz anders: Auf einmal bemerkten sie den Brand – und dann ging alles ganz schnell. „Wir haben nur noch reagiert, versucht zu löschen, Schlafende, Kinder und Tiere in Sicherheit gebracht“, erinnert sich die 38-Jährige. Nur wenige Minuten hatten die Beteiligten dazu Zeit, dann stand die Western-City bereits größtenteils in hohen Flammen. „Als wir das dann von außen gesehen haben, habe ich zu zittern angefangen. Man konnte nur noch zuschauen.“ Daniela Sippl musste wie einige andere, die sich zum Brandzeitpunkt am Ort aufhielten, wegen einer Rauchvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Bei ihrer Rückkehr war nichts mehr von ihrem einstigen Wohnhaus und der Zwei-Zimmer-Wohnung da. Mutter und Tochter besaßen nach dem Brand nur das, was sie in der Nacht zuvor an Kleidung trugen, alles andere war den Flammen zum Opfer gefallen. „Es ist alles weg: die Renten-Unterlagen, der Autoschlüssel, Geldbeutel, Ultraschallbilder meiner Tochter“, gibt Daniela Sippl zu verstehen. Viele Erinnerungsstücke sind verbrannt. So auch Sippls Geburtstagsgeschenke. „Ich habe sie nicht gleich geöffnet und wollte mir das für später aufheben, doch dann kam das Feuer dazwischen.“

Hilfe aus der Bevölkerung: Kleidung, Essen und Schulsachen

Fünf Menschen haben in der Brandnacht ihr Zuhause verloren. Die Anteilnahme aus der Bevölkerung war groß, so dass die Betroffenen schnell mit Kleiderspenden versorgt wurden. Der Dasinger Bauernmarkt teilte Gutscheine an die Geschädigten aus. „So gibt es wenigstens warmes Essen“, erklärt Sippl dankbar. Der Elternbeirat von Majas Mittelschule in Sielenbach übernimmt die Kosten für eine neue Ausrüstung an Schulzeug. Daniela Sippl ist genügsam, braucht grundsätzlich nicht viel, hört man im Gespräch heraus. Sie versucht, mit der Situation und dem momentanen spartanischen Leben so gut es geht umzugehen. „Im Wilden Westen war es auch nicht anders“, sagt die 38-Jährige schulterzuckend. Nun wohnen Mutter, Tochter und Golden-Retriever-Hündin Happy unter der Woche in einem Wohnwagen einer Darsteller-Familie auf dem Gelände.

Dort gibt es mittlerweile wieder fließendes Wasser – was die ersten Tage nach dem Brand nicht der Fall war, da bei den Aufräumarbeiten eine Leitung beschädigt worden war. Strom gibt es im Wohnwagen allerdings nicht. Ein Aggregat sorgt ein bis zwei Stunden täglich dafür, dass Daniela Sippl ihr Handy aufladen kann, Warmwasser zum Duschen hat oder sich einen Kaffee machen kann. Am Wochenende, wenn die Darsteller da sind, geht es ins Gästezimmer einer Freundin nach Dasing.

Sippls Hühner sind nach dem Brand vorübergehend in einem Hundezwinger untergekommen, nun sind sie auf einer Freifläche auf dem Gelände untergebracht. Sippl hat ein kleines Gartenhäuschen gekauft, das sie momentan für die Tiere zum Gehege umbaut.

Daniela Sippl sucht neue Wohnung - bisher erfolglos

Vergeblich hat die 38-Jährige seit dem Brand für sich und ihre elfjährige Tochter nach einer neuen Bleibe gesucht. Es scheiterte oft an grundsätzlichen Dingen: „Entweder der Vermieter wollte kein Kind in der Wohnung oder keinen Hund“, erklärt sie enttäuscht.
Kommende Woche geht für Maja die Schule wieder los. Am besten wäre es daher, wenn die kleine Familie eine Wohnung in der Umgebung (Sielenbach, Dasing, Obergriesbach) finden würde. Zweieinhalb Zimmer würden ihr zunächst reichen, die Kaltmiete darf rund 500 Euro betragen.

Wer eine geeignete Wohnung für Daniela Sippl und ihre Tochter Maja zu vermieten hat oder jemanden kennt, kann sich direkt mit Daniela Sippl (0152/58 63 58 57) oder mit der Gemeinde Dasing in Verbindung setzen (08205/96 05 33).
(Text von Nayra Weber)
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