Western-City startet in die Saison

Die an den abgebrannten Stall angrenzende große Reithalle konnte gerettet werden. Der nach den Löscharbeiten kontaminierte Bodenbelag musste jedoch komplett ausgetauscht werden.
 
In der Western-City fühlen sich auch die Politiker wohl (von links): Dasings Bürgermeister Erich Nagl, Tessa Bauer, Leiterin des Bundesausbildungszentrums für Rai-Reiten, zwei Cowboys, Freizeitparkmanagerin Gabriele Amrhein, Landrat Dr. Klaus Metzger, der gerade einen Cowboy entwaffnet hat, Festspiel-Regisseur Peter Görlach als Häuptling, der ehemalige Bundesbauminister Eduard Oswald und Geschäftsleiter Volker Waschk. Fotos: Monika Grunert Glas


Ein "Juwel der Touristik" nannte Landrat Klaus Metzger (Aichach-Friedberg) die Western-City. Zum Saisonstart, um das aktuelle Programm vorzustellen, hatten die Verantwortlichen in den Saloon gebeten. Sie bekamen viel Lob, nicht nur vom Landrat, auch von Ex-Bundesbauminister Eduard Oswald und Dasings Bürgermeister Erich Nagl. Nach einigen Schicksalsschlägen müsse man die Kräfte bündeln, um sicherzustellen, dass die Western-City den Namen des Wittelsbacher Landes auch weiterhin so positiv hinaus trage, sagte Metzger.

Im April vor zwei Jahren starb Western-City-Gründer Fred Rai. Seitdem macht sein Team in seinem Sinne weiter. Die Süddeutschen Karl-May-Festspiele gehen in die 13. Saison. "Winnetou und die Felsenburg" wird heuer gezeigt. Damit bringt Regisseur Peter Görlach ein Stück auf die Dasinger Bühne, das es dort noch nie gab und das überhaupt äußerst selten auf den Karl-May-Bühnen dieser Welt gezeigt wird.

Vielleicht, weil es mit das komplexeste Werk ist, das May geschrieben hat, eigentlich als Trilogie, in deren Verlauf eine Schurkenfamilie auf drei Erdteilen gejagt wird. Die Phantasie des Schriftstellers aus Sachsen gipfelte darin, dass er Winnetou zu einem Besuch in Radebeul antreten ließ, im schwarzen Anzug, mit Zylinder.

Matthias M., der auch heuer wieder den charismatischen Apachenhäuptling verkörpern wird, bleibt diese doch etwas skurrile Szene erspart. Görlach beginnt im Orient, greift sich für seine Inszenierung dann aber hauptsächlich den Handlungsstrang heraus, der in Mexiko spielt. Hoch in den Bergen steht dort die Felsenburg, in deren Mauern ein geheimnisvoller Schatz alter Völker ruhen soll. "Meines Vaters Haus hat viele Wohnungen", endet die Geschichte von Karl May, der mit diesem Satz einmal mehr seine Verbundenheit mit dem christlichen Glauben zum Ausdruck brachte. "Wir möchten den Geist des Autors und auch die indianischen Werte, die Kultur, weitertragen", verspricht Görlach. Ehrfurcht vor der Schöpfung soll in der Figur eines Schamanen manifestiert werden.

Dazu kommen natürlich wieder Actionszenen und überraschende pyrotechnische Effekte. 80 Mitwirkende und 25 Pferde sind dabei, diese alle nach Fred-Rai-Methode ohne Peitsche, ohne Sporen, ohne Gebiss geritten. Premiere ist am 24. Juni, danach wird bis 17. September jedes Wochenende dreimal gespielt: samstags um 16 und 20 Uhr, sonn- und feiertags um 17 Uhr.

Ein Brand schreckte in den frühen Morgenstunden des 18. November vergangenen Jahres die Bewohner der Westernstadt aus dem Schlaf. Der gesamte Hauptstall wurde ein Opfer der Flammen, wie die Managerin der Freizeitparks, Gabriele Amrhein, berichtet. Zum Glück wurden weder Mensch noch Tier schlimmer verletzt, und zum Glück war das Gebäude versichert. Ursache des Brandes sei ein technischer Schaden gewesen, vermutlich ein Kabelbrand. Gabi Amrhein dankte Nachbarin Nadine Dadlhuber und deren Mann, bei denen die Pferde zunächst unterkommen konnten. 170 Feuerwehrleute waren an diesem Novembermorgen im Einsatz, und diesen möchte das Western-City-Team auf seine Weise danken. Sie sind eingeladen zu einer Vorstellung auf der Festspielbühne am 15. August.

Western-City öffnet am 10. April

Der Freizeitpark öffnet am 10. April. Am 15. April steigt um 19 Uhr eine Party zur Saisoneröffnung, bei der Leopold Lanner alias Lanny Isis, der Ehemann von Stefanie Hertel, singt. Es gibt ein großes Feuerwerk.

Am 22. April liest Marianne Sägebrecht ab 19 Uhr aus ihrem Buch "Auf dem Weg nach Surinam".

Am 29. April heißt es ab 19 Uhr "A Tribute to Fred Rai". Weggefährten, unter ihnen Schlagersängerin Claudia Jung und Rudi Nußkern, der ehemalige Präsident der Faschingsgesellschaft Perlachia, deren Prinz Fred Rai 1977 war, erzählen Anekdoten aus dem Leben des Sängers. Ricardo Ross und andere singen seine Songs.

Neu sind in der Westernstadt diverse Urlaubsangebote mit Übernachtung in Blockhäusern. Diese umfassen nicht nur Reiterferien, sondern widmen sich auch Themen wie "Erinnerungen an Fred Rai" mit einem Ausflug in dessen Geburtstadt Ellwangen, "Unterwegs im Wittelsbacher Land", "Auf den Spuren von Karl May" oder "Auf den Spuren der Indianer". Sogar eine "Working Week" wird angeboten, während der es um Pferdepflege und Stallarbeit geht. Näheres erfährt man im Internet unter www.western-city.de.

Der ehemalige Bundesbauminister und Freund des Gründers der Westernstadt, Eduard Oswald, brachte die Bemühungen des Western-City-Teams um eine gute Zukunft auf den Punkt: "Wenn Fred Rai euch jetzt sehen könnte, er wäre stolz auf euch. Vermutlich würde er sagen: Gut habt ihr's gemacht. Das hätt' ich euch gar nicht zugetraut." ( Monika Grunert Glas )
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