Wiedersehen mit Pfarrerin Dreher beim KonfiCamp in Wittenberg: Von Plänen, Plätzen und Pfarrern

Auszeit vom Alltag im Konficamp in Wittenberg.
 
Einführung ins Thema des Tages im Großzelt.

Alexandra Dreher, bis Sommer 2016 Pfarrerin der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Friedberg-Stätzling, hatte sich alles so schön ausgedacht: Im Lutherjahr 2017 würde sie anlässlich des 500-jährigen Reformationsjubiläums mit ihren Konfirmanden der Jahrgänge 2017 und 2018 zum KonfiCamp nach Wittenberg fahren. Die Pläne waren geschmiedet, die Plätze reserviert, die Pfarrerin bereit. Und dann kam überraschend die Nachricht der Landeskirche, dass Pfarrerin Dreher im Herbst 2017 eine neue Stelle in der Melanchthonkirche in Nürnberg antreten könne. Die Pläne wurden verworfen, die Plätze storniert, die Pfarrerin verabschiedet.

Die Mutter zweier Friedberger Konfis wollte jedoch nicht hinnehmen, dass das KonfiCamp in Wittenberg für die Friedberger nun nicht stattfinden würde, und erklärte sich spontan bereit, die Organisation zu übernehmen. Glücklicherweise ist es um die Jugendarbeit in der Friedberger Kirchengemeinde dank Pfarrerin Drehers jahrelangen Engagements gut bestellt. So fanden sich viele camperfahrene Jugendleiter, die bereit waren, mit nach Wittenberg zu fahren. Neue Pläne wurden geschmiedet, die Plätze erneut reserviert, die Pfarrerin – jetzt in Nürnberg – wieder ins Boot geholt.

Die Fried-Nürnberger

Am Mittwoch, dem 31. Mai war es dann endlich soweit: 25 Konfirmierte und Konfirmanden aus Friedberg mit neun Jugendleitern und der organisationsfreudigen Mutter als verantwortlicher Leiterin stießen im Zug nach Wittenberg auf 15 Nürnberger Konfirmierte mit ihren Leitern Pfarrerin Alexandra Dreher und Pfarrer Matthias Dreher samt Jugendleiter-Tochter.

Die 53 „Fried-Nürnberger“, wie sich die Gruppe unter Pfarrerin Drehers Leitung fortan nannte, sollten am ersten von elf fünftägigen KonfiCamps in Wittenberg teilnehmen. Denn der große Festgottesdienst am 28. Mai in Wittenberg war zwar der Abschluss des Deutschen Evangelischen Kirchentags, aber auch der Auftakt zum Reformationssommer 2017: Die Weltausstellung „Tore der Freiheit“ ist eröffnet und jeweils mittwochs bis sonntags werden bis September elf deutsche KonfiCamps gefolgt von drei internationalen Camps in Wittenberg stattfinden. Wöchentlich werden bis zu 1.500 Teilnehmer und mehrere hundert Leiter auf dem Camp arbeiten, leben und lachen.

Augsburger Konzept des KonfiCamps

Das Konzept des KonfiCamps wurde in Augsburg entwickelt. Deshalb verwundert es nicht, dass für die Gesamtprojektleitung des Wittenberg-Camps ein camperfahrener Augsburger Diakon und seinerzeit Leiter des evangelischen Jugendwerks Augsburg engagiert wurde. Nach vierjähriger Planung und Vorbereitung unter seiner Leitung steht in Wittenberg nun eine Zeltstadt. Sie besteht aus 16 Zeltdörfern à neun 12-Personen-Zelten und je einem 10 m x 15 m großen Gemeinschaftszelt sowie einem Großzelt, vier Verpflegungszelten, mehreren Pavillons und diversen anderen Einrichtungen.

Auch inhaltlich ist das Camp gut vorbereitet: An den drei Vormittagen werden die Themen Identität, Vertrauen sowie Handeln bearbeitet. Jedes Thema wird morgens im Großzelt von Martin L. Uther –„Ja, ich weiß, dass meine Eltern mir einen lustigen Namen gegeben haben!“ – vorgestellt und mit einem Film eingeführt.

Anschließend begeben sich die Gruppen in ihr jeweiliges Zeltdorf, wo sie am Vormittag die Themen in ihrer eigenen Gemeinde vertiefen. Am Nachmittag stehen unterschiedliche Workshops aus verschiedenen Bereichen sowie freie Angebote zur Wahl. Die Jugendlichen aus allen Gemeinden treffen hier aufeinander und können sich näher kennenlernen.

Immer wieder Luther

An einem der drei Camptage besucht jede Gruppe Wittenberg. Die Fried-Nürnberger konnten gleich am Donnerstag bei einer Stadtführung auf den Spuren Luthers wandeln und im 360°-Panorama des Künstlers Yadegar Asisi in das Leben des Reformators eintauchen.

Abends gibt es wieder ein gemeinsames Programm für alle: KonfiCamp-Party, Galaabend und Disco im Großzelt, die Luther-Verschwörung auf dem Camp-Gelände.

Als Tagesabschluss wird die Nachtkirche und eine gemeinsame Abendandacht angeboten. Die Fried-Nürnberger ließen die Abende jedoch lieber mit Liedern und einer Andacht in der eigenen Gruppe ausklingen, wobei Pfarrerin Alexandra Dreher oder Pfarrer Matthias Dreher die Gelegenheit nutzte, den Bezug des Tagesthemas zu Luther herzustellen.

Tolle Erfahrung – super Gruppe

Abschließend bleibt zu sagen, dass die Fried-Nürnberg-Kooperation ein voller Erfolg war. Jede Gemeinde konnte ihre besonderen Gaben beisteuern: Sei es die Erfahrung in der Betreuung und Anleitung der Jugendlichen bei den Friedberger Jugendleitern oder die Erfahrung und der theologische Hintergrund des Pfarrerehepaars. Den Konfis wurde in den gemeinsamen Tagen die Rechtfertigungslehre Luthers von den dreizehn Leitern altersgerecht und lebensnah nähergebracht. Sie wuchsen als Gruppe zusammen, hatten viel Spaß miteinander und tauschen sich auch nach dem Camp noch regelmäßig in ihrer WhatsApp-Gruppe aus.

So kam es doch noch so schön, wie Pfarrerin Dreher es sich ausgedacht hatte. Und für weitere Fried-Nürnberger Kooperationen werden schon Pläne geschmiedet, Plätze gesucht, die Pfarrerin begeistert.
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