Wo bei der Kultur der Schuh drückt: Friedberger beteiligen sich an Entwicklungskonzept

Aufkleber zum Thema "Kultur in Friedberg" haben Claudia Egger und Max von Linden entwickelt. Foto: Stöbich
Friedberg: Friedberg |

Altstadtfest und Ausstellungen, Friedberger Musiksommer und Nacht der Sterne, Kabarett in der Stadthalle und Kirchenkonzert in Sankt Jakob - Kultur hat viele unterschiedliche Gesichter und wird in Friedberg durch ein hohes Maß an bürgerschaftlichem Engagement getragen. Doch nicht alle Akteure sind glücklich mit der aktuellen Situation: Sie wünschen sich zum Beispiel geeignete Räume für ihre künstlerische Betätigung.

Das macht ein Entwicklungskonzept deutlich, mit dem sich die Mitglieder des städtischen Kulturauschusses bei ihrer jüngsten Sitzung beschäftigten. Daraus will die Stadt Handlungsfelder für die Kulturpolitik und -förderung in Friedberg ableiten. Die erste Phase der breiten Bürgerbeteiligung und Themenfindung ist abgeschlossen, Anfang kommenden Jahres soll das Konzept dann einschließlich konkreter Projekte beschlossen werden.
Die ausführliche Analyse will aufzeigen, was bereits gut funktioniert und wo die Kulturschaffenden in Friedberg der Schuh drückt. Schließlich sind die Interessen unterschiedlich, beispielsweise je nachdem, ob es um Kleinkunst oder um Großveranstaltungen geht. Viele sehen fehlende Räume als größtes Problem. Zwar gesellt sich ab Mitte 2018 der neue Veranstaltungssaal im Wittelsbacher Schloss dazu. Doch allen heutigen und auch künftigen Ansprüchen wird der Schlosssaal, der Platz für gut 300 Personen bietet, nicht gerecht werden. Und was soll sich dort künftig abspielen? Auch diese Frage gilt es zu beantworten.
Weil das Schloss nicht alles abdecken kann, soll ein runder Tisch Lösungen finden: Friedberg soll einen Kulturstammtisch bekommen, an dem Leute aus verschiedenen Bereichen sich treffen, austauschen und Projekte entwickeln können. Das Thema Räume spielt auch bei der Jugendarbeit eine wichtige Rolle, denn das Friedberger Jugendzentrum gilt als wenig attraktiv und es fehlt an Angeboten der Jugendkultur.
Bereits im Mai vergangenen Jahres war es das Ziel des ersten öffentlichen Beteiligungsprozesses, mit den Bürgern über ihre Einschätzung zur Kultur zu sprechen sowie ihre Ideen und Wünsche zu sammeln. So soll ein transparenter Dialog auf den Weg gebracht werden; im Laufe dieses Jahgres will man die Schwerpunktthemen weiter vertiefen und Ergebnisse konkretisieren.
Dazu finden offene Bürgerforen und Arbeitsrunden statt, zum Beispiel zu den Themen Kulturförderung, Schlosskonzeption und Jugendkultur. Bürgermeister Roland Eichmann hofft, dass möglichst viele Akteure bei der gemeinsamen Arbeit am Konzept untereinander neue Kontakte knüpfen; teilweise scheint es nämlich Gesprächsbedarf zu geben. Bei ersten Befragungen hatte sich gezeigt, dass Engagierte im Kulturbereich ihren Einsatz nicht ausreichend gewürdigt sehen. Daraus will die Stadt später Handlungsfelder für die Kulturpolitik und -förderung in Friedberg ableiten.
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