Zauberer auf sechs Saiten: Zuhörer des Friedberger Rathaus-Konzertes sind begeistert

Kathrin Feige und Buck Wolters überraschten ihr Publikum mit einem spontanen Song auf dem Fußboden. Foto: Stöbich
Friedberg: Friedberg | Das Leben beschenkt uns manchmal mit magischen Momenten, die ungeplant und unerwartet aus der Spontaneität eines Augenblicks heraus entstehen. Über solch einen besonderen Moment konnten sich die Zuhörer beim jüngsten Friedberger Rathaus-Konzert freuen: Als bei der Zugabe Buck Wolters Gitarrengurt riss, setzte er sich kurzerhand auf den Fußboden und holte aus dem Publikum die überraschte Kathrin Feige als Duett-Partnerin. Ihr berührendes Lied "You`ve got a friend" von James Taylor bildete den krönenden Schlußpunkt eines begeisternden Abends - und den gibt es ja im Sitzungssaal nicht oft.
Zu Beginn musste sich der aus Dortmund stammende Musiker erst einmal an die spezielle Atmosphäre im historischen Sitzungssaal gewöhnen: Die dunkle Holztäfelung und die altertümlichen Leuchter passten nicht recht zur heiteren Stimmung von Songs wie "California Dreaming" oder "Here comes the sun". Und der Künstler selbst stand mit seinem Instrument etwas verloren in einer Fensternische, vor der sonst der Bürgermeister mit seinen Referatsleitern sitzt.
Aber wenn man die Augen zumachte, konnte man sich mit der Musik von einem kühlen Herbstabend in Friedberg wegtragen lassen nach San Francisco, zurück in die Zeit der 1960er und 70er Jahre, als Hits noch handgemacht und nicht am Computer zusammengebastelt waren. Die Beatles und Bee Gees standen ebenso auf der Setliste wie James Brown, Stevie Wonder, Otis Redding, Jimi Hendrix und viele weitere Stars jener Ära.
Ihre grossen Erfolge interpretierte Buck Wolters auf seiner akustischen Gitarre mit einer virtuosen Spieltechnik: Melodie, Harmonien, Basslinie und Percussion erklangen gleichzeitig, so dass man manchmal meinen konnte, eine ganze Band zu hören. "Black magic woman" oder "I shot the sheriff" waren in facettenreiche Arrangements verpackt, bei denen immer wieder Wolters fundierte Jazz- und Klassikausbildung durchschimmerte - vergleichbar mit der brillanten Spieltechnik des amerikanischen Gitarrengenies Chet Atkins.
Zwischen den Songs erzählte der völlig in seine Musik versunkene Künstler interessante Anekdoten über die Komponisten und die Entstehung ihrer Werke, bei denen man oft gern mitgesungen hätte. "Für mich war dieses Konzert wie eine musikalische Zeitreise in meine Jugend, als wir in der Disco noch zu Schallplatten getanzt haben", freute sich Ulrike Gerhard. Wie ihr ging es vielen begeisterten Zuhörern, die Wolters erst nach seiner ungeprobten Zugabe mit Kathrin Feige entließen.
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