Auf den Neuen wartet Arbeit

Nicht besonders anziehend wirkt das Jugendzentrum auf seine Zielgruppe. Foto: Stöbich


Wie soll es mit der Jugendarbeit in Friedberg weitergehen, nachdem zu Beginn dieses Jahres Stadtjugendpfleger Matthias Hauskrecht ausgeschieden und noch kein Nachfolger in Sicht ist? Diese Frage beschäftigte die Mitglieder des Bildungs- und Sozialausschusses in ihrer jüngsten Sitzung. Für die jugendlichen Besucher zählte Hauskrecht gewissermaßen zum Inventar des neben der Mittelschule gelegenen Jugendzentrums; er ist jetzt Jugendarbeiter an der Realschule in Zusmarshausen.

Auf seinen Nachfolger warten viel Arbeit und neue Herausforderungen, wie die lebhafte Diskussion deutlich machte. Denn das seit 2007 gültige Konzept der städtischen Jugendarbeit sei nicht mehr zeitgemäß, so Bürgermeister Roland Eichmann, und soll deshalb weiterentwickelt werden; voraussichtlich im Mai wird der Friedberger Stadtrat dafür die politischen Rahmenbedingungen abstecken.

Ein großes Problem: Die frühere Wohnung des Schulhausmeisters dient schon seit eineinhalb Jahrzehnten als Übergangslösung für das Jugendzentrum und ist, gelinde gesagt, nicht besonders attraktiv. Wie die rückläufigen Besucherzahlen zeigen, hapert es nicht nur am Zustand der Räume und am nötigen Platz, sondern vor allem auch an einer geeigneten Außenfläche. Derzeit leitet Ivo Mannheim das städtische Zentrum in Teilzeit und bereitet die Jugendratswahl im kommenden Monat vor.

Für die mobile Jugendarbeit, das sogenannte Streetwork, bedient sich Friedberg seit 2009 eines Trägers: Das sozialpädagogische Institut der Augsburger Gesellschaft für Lehmbau, Bildung und Arbeit setzt zwei Halbtagsstellen ein. Diese Zweigleisigkeit sei in der Vergangenheit eher "suboptimal" gelaufen, stellte Eichmann fest. Zwecks besserer Abstimmung seien Angebote aus einer Hand sinnvoll, wobei aber nicht unbedingt die Stadt Regie führen müsse; Angebote privater Träger lägen bereits vor.

Auch die Jugendbeauftragte Simone Losinger fand einen Ansprechpartner besser als zwei und sagte, man müsse bei künftigen Lösungen auch die unterschiedlichen Strukturen in den Ortsteilen mit berücksichtigen. Eine Neuausrichtung der künftigen Arbeit soll nicht mehr so stark auf das Jugendzentrum fokussiert sein. Um die bisherigen Reibungsverluste zu verringern, möchte der Bürgermeister die Aufgabenbereiche für Stadtjugendpfleger und Streetworker besser miteinander verzahnen und Synergien nutzen. Wie das im Einzelnen aussehen könnte, soll eine Projektgruppe in Abstimmung mit dem Kreisjugendring, den Schulen und anderen Partnern festlegen.

"Mit neuen Angeboten und Veranstaltungen könnte ein Profil für eine breitere Jugendkultur geschaffen werden", so Eichmann, damit die jungen Friedberger nicht alle nach Augsburg abwandern.

Eine Möglichkeit ist die Neukonzeption des bisherigen Jugendfestivals "Mittendrin". Es fand alle drei Jahre statt und wurde vom Jugendrat unter Federführung des Jugendpflegers veranstaltet.

Im Vorjahr wurde jedoch deutlich, dass ohne Schlosshof die Bezeichnung "Mittendrin" nicht mehr passt und die Zielgruppe nur teilweise erreicht werden konnte, was wohl auch an der Auswahl der Bands lag. Das soll sich durch die künftige Einbindung ins Konzept der städtischen Kulturabteilung ändern.

Das ist der Plan: Am Friedberger See soll erstmals im Sommer 2017 ein großes Jugendfestival stattfinden. Vorgesehen sind ein verlängertes Wochenende und die Einbeziehung der dortigen Discothek. Das Südufer des Sees wäre ausreichend für die Besucher, während Bade- und Freizeitgäste ohne Einschränkungen das Nordufer nutzen können. Ein solches Fest könnte zweimal in drei Jahren stattfinden, denn parallel zum Friedberger Altstadtfest ist der organistorische Aufwand für die Kulturabteilung zu hoch. (Peter Stöbich )
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