Aufschub für ein Millionenprojekt

Um den Ausbau der Bahnhofstraße geht es in der Stadtratssitzung am Donnerstag. Foto: Stöbich
Friedberg: Friedberg | Gestaltung der Bahnhofstrasse ist Thema im Stadtrat

Peter Stöbich
Friedberg. Die Kostenexplosion für die Neugestaltung der Bahnhofstraße wird Thema der nächsten öffentlichen Stadtratssitzung sein, die im Friedberger Rathaus am Donnerstag, 7. Dezember, um 19 Uhr stattfindet. Vor dem Hintergrund der geplanten Landesausstellung 2020 war darüber schon im Oktober vorigen Jahres im Bauausschuss diskutiert worden. Nachdem die Planerin aber Anfang dieses Jahres verstorben ist, war bereits klar, dass eine Baumaßnahme im Jahr 2018 ein sehr ehrgeiziges Ziel sei, denn einige Ausschreibungen müssten noch vor Weihnachten erfolgen.
Eine Entscheidung in der Sitzung am Donnerstag sei deshalb zwingend erforderlich, heißt es seitens der Stadtverwaltung. Sie war vor wenigen Wochen vom Bauauschuss beauftragt worden, die nötigen Haushaltsmittel von 2,5 Millionen Euro in den Etat 2018/19 einzustellen; diese Summe ist wesentlich höher als zunächst angenommen, denn wie Baugrund-Untersuchungen ergeben haben, ist der Boden mit teerhaltigem Asphalt belastet.
Die entscheidende Frage für die Stadträte ist, ob die Strasse bis in einem Jahr fertig sein soll, was Zeitdruck bedeutet, oder ob sie bei ihrer Diskussion am Donnerstag das Ganze auf die Zeit nach der Landesausstellung verschieben, um dadurch größere Sicherheit im Ablauf der Baumaßnahme und voraussichtlich auch bessere Preise zu bekommen. Falls sich die Räte für einen Aufschub des Millionenprojekts entscheiden, schlägt die Verwaltung vor, 2019 die europaweite Ausschreibung des Pflasters durchzuführen und die Ausschreibungen der Tiefbaugewerke im Sommer / Herbst 2020.
Für die Sanierung war zunächst eine Million vorgesehen, allerdings ohne die Kosten für eine Rampe an der Einmündung des Stadtgrabens in die Bahnhofstraße. Diese hätte unter anderem für Besucher der Landesausstellung eine schöne Visitenkarte für Friedberg werden sollen. An der schwierigen Kreuzung ist eine zehn Meter lange und 3,50 Meter breite Rampe geplant; die Zufahrt oberhalb der AOK macht jetzt einen Knick, der für Autofahrer nicht leicht zu bewältigen ist. Das Eckhaus litt schon mehrfach unter missglückten Abbiegeversuchen.
Fest steht, dass auch die Anwohner mitzahlen müssen, weil hier die Straßenausbaubeitragssatzung angewendet wird. Allerdings werden nur die Kosten für einen Ausbau mit Asphalt umgelegt, nicht der gesamte gestalterische Mehraufwand für den Straßenzug und den Bereich um das Kriegerdenkmal. Dessen Umgestaltung ist sehr aufwendig und entsprechend teuer, auch weil 700 Namen und Lebensdaten auf eine Cortenstahlwand geschrieben werden sollen; die Arbeiten für insgesamt 19.000 Buchstaben werden voraussichtlich mehrere Monate dauern.
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