Autos sollen in Friedberg unter die Erde

Parkplätze in der Altstadt sind rar; 106 öffentliche Tiefgaragen-Plätze sollen an der Stefanstraße entstehen. Foto: Stöbich
Friedberg: Friedberg | Doch der Nutzen einer neuen Tiefgarage ist umstritten

Peter Stöbich
Friedberg. Nach dem Umzug des Friedberger Bauhofs in sein neues Domizil am Lueginsland sollen auf dem Gelände an der Stefanstraße nicht nur 133 Wohneinheiten entstehen, sondern auch eine öffentliche Tiefgarage mit 106 Stellplätzen. Ob sich die Stadt ein solches Projekt leisten kann, darüber diskutierten die Mitglieder des Planungsauschusses in ihrer jüngsten Sitzung kontrovers.
Michael Gebhard vom Planungsbüro Morpho-Logic stellte seine Überlegungen vor, die einen nördlichen und südlichen Bauabschnitt vorsehen; er riet aber davon ab, beide Garagen miteinander zu verbinden. Auf zwei Etagen unter der Erde soll es Parkplätze für die Bewohner und die Öffentlichkeit geben; das Ein- und Ausfahren wäre ohne Ampeln über die Münchner und Stefanstraße möglich.
In seiner Untersuchung sagt Gebhard eine Zunahme der Verkehrsbelastung von 20 Prozent für die Münchner Straße voraus, das wären etwa 15.670 Fahrzeuge pro Tag. "Eine weitere Garage wird die Parkprobleme nicht lösen", stellte Claudia Eser-Schubert (Grüne) in der lebhaften Diskussion fest, "das ist reine Geld- und Platzverschwendung!"
Weitgehend einig waren sich die Ausschussmitglieder in der Auffassung, dass die 106 Stellplätze keine nennenswerte Entlastung für die Friedberger Altstadt bringen werden. "Denn heute will kaum jemand ein paar hundert Meter weit zum Einkaufen gehen", meinte Wolfgang Rockelmann (Parteilos). "Da müssen wir noch einmal ganz genau hinschauen, damit wir uns kein massives Defizit einhandeln", sagte Bürgermeister Roland Eichmann.
Roland Fuchs (SPD) und Thomas Kleist (CSU) sprachen sich für Gebhards Planung aus, die er jetzt weiter verfolgen soll. Vor künftigen Problemen an der Münchner Straße warnten Johannes Hatzold (Freie Wähler) und Richard Scharold (CSU): "Ohne Ampelregelung wird es dort nicht gehen", so Scharold. Über Kosten für die Garagen wurde in der Sitzung nicht gesprochen.
Die Diskussion über das Gelände an der Stefanstraße reicht bis in die 1990er-Jahre zurück. Schon damals gab es Überlegungen für einen Neubau des Bauhofs. Er verspricht nach dem Schlossumbau das derzeit teuerste Projekt der Stadt Friedberg zu werden; die Wunschvorstellung ist, dass zehn Millionen Euro dafür reichen.
Gemeinsame Lösung
mit den Nachbarn

Nach wie vor tun sich die Stadträte schwer mit einem großen Bauvorhaben an der Ecke Metzstraße/Mittlerer Lechfeldweg. Es geht um den Neubau einer Wohnanlage mit 15 Einheiten und Tiefgarage sowie den Umbau eines Geschäftshauses.Wegen der Massivität gibt es heftige Proteste von Nachbarn, die zahlreich zur Ausschusssitzung gekommen waren. Vor einem Jahre hatte der Planungs- und Umweltausschuss ein vorhabenbezogenes Bebauungsplanverfahren beschlossen (wir berichteten).
Obwohl der Antragsteller seine Pläne inzwischen reduziert hat, stellte der Ausschuss eine Entscheidung zurück, um nochmals mit ihm und den Anliegern ins Gespräch zu kommen. "Nur Dialog kann hier zu einem vernünftigen Ergebnis führen", stellte Thomas Kleist fest. Roland Fuchs sprach von einem "unglaublich schwierigen Thema", bei dem man lieber einen Kompromiss suchen solle, bevor es möglicherweise zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung komme. Auch Bürgermeister Eichmann sagte, im Interesse der Grundstücksnachbarn solle eine "befriedende Lösung" gefunden werden.
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