Bürgerversammlung Friedberg Süd: Sportler bangen um ihren Verein

Den Fragen der Friedberger stellten sich Stadtoberhaupt Roland Eichmann und der Leiter des Finanzreferats Wolfgang Schuß (von links). Foto: Stöbich

Für eine lebhafte Diskussion sorgten zahlreiche Friedberger bei der Bürgerversammlung für die südlichen Ortsteile. Zu einer ganzen Reihe von Problemen und Themen standen ihnen in der Sportgaststätte in Rinnenthal Bürgermeister Roland Eichmann und die Referatsleiter der Stadtverwaltung Rede und Antwort, auch wenn es nicht sofort für alles eine passende Lösung gab, wie zum Beispiel für fehlende Krippenplätze, die eine Mutter monierte.

Für Inno Lindemeyer, den Vorsitzenden des BC Rinnenthal, steht die Zukunft des Vereins auf dem Spiel, wenn nicht wie in anderen Ortsteilen ein Baugebiet ausgewiesen werden könne. Denn Familien zögen zum Beispiel nach Eurasburg und geeigneter Nachwuchs fehle nicht nur für die Fußball-Abteilung. Deshalb soll noch in diesem Jahr ein Workshop stattfinden, so Lindemeyer, bei dem sich die mehr als 800 Vereinsmitglieder Gedanken darüber machen wollen, wie es in Zukunft weitergehen könne.

Das Baulücken-Verzeichnis zeige in Rinnenthal zwar viele freie Grundstücke auf, wie Eichmann erklärte, "aber der Verkauf ist Sache der Eigentümer." Außerdem könne die Stadt keine Satelliten-Siedlung ohne Anbindung schaffen. "Da muss schon eine vernünftige Lösung her", so Eichmann. Ein Aufruf, der Verwaltung freie Grundstücke in Friedberg zu melden, habe wenig Konkretes gebracht. Matthias Stegmeier unterstrich in der Diskussion die Notwendigkeit, so zu planen, dass in Dorfgebieten auch künftig noch ein Nebeneinander von Wohnen und Landwirtschaft möglich sei.

Ein Thema, das nicht nur in Friedberg viele Bürger aufregt, ist die umstrittene Straßenausbau-Beitragssatzung. "Die kann unter Umständen richtig teuer werden", räumte der Bürgermeister ein, vor allem, wenn ein Eckgrundstück an zwei Straßen anliegt. Es sei verständlich, dass sich die betroffenen Anwohner ungerecht behandelt fühlten, "aber die komplizierte Rechtslage ist oft nicht mehr nachvollziehbar", so Eichmann. Die Lösung, von allen Bürgern wiederkehrende Beiträge zu verlangen, sei in Friedberg nicht durchführbar; die Stadtverwaltung werde aber alle Anlieger frühzeitig über Ausbaupläne und Beitragszahlungen informieren.

In seinem knapp einstündigen Rechenschaftsbericht ging das Stadtoberhaupt auf die Arbeit aller Referate im Rathaus ein, von Baumaßnahmen über Hundetoiletten bis zur Unterbringung von Asylbewerbern. Die Flüchtlingswelle sei zwar abgeflacht, sagte Eichmann. Dennoch sei keine Prognose möglich, wie es im Laufe dieses Jahres weitergehe. "Erst einmal ist der Druck weg", was auch für den Wohnungsmarkt eine leichte Entspannung bedeute. Eichmann kündigte die Erneuerung des Fußgängerstegs über die Paar in Ottmaring an sowie Schutzmaßnahmen gegen Hochwasser in Bachern für rund 1,6 Millionen Euro; die Arbeiten sollen erst im kommenden Jahr beginnen. Rund 92 000 Euro hat die Stadt Friedberg in ein Glasfasernetz investiert, das den Bürgern in Rohrbach, Paar und Harthausen eine schnelle Internet-Verbindung ermöglicht.

Für den seit vielen Jahren diskutierten Neubau des städtischen Baubetriebshofs westlich der Wertstoffsammelstelle am "Lueg ins Land" rechnet der Bürgermeister mit mindestens zehn Millionen Euro - die Hälfte der Umbaukosten für das Wittelsbacher Schloss. Weil ein Bodengutachten ergeben hatte, dass der Untergrund am neuen Standort teilweise sehr schlecht ist, gab die Verwaltung eine neue Untersuchung in Auftrag mit dem Ergebnis, dass nun doch keine Millionen im Boden versenkt werden müssen. Das Gelände sei besser als zunächst befürchtet, berichtete der Bürgermeister.

Architekturbüros haben sich mit der künftigen Nutzung des derzeitigen Bauhof-Grundstücks an der Stefanstraße befasst. Wenn das neue Betriebsgelände bezogen wird, sollen hier Wohnungen entstehen. Wie das aussehen könnte, haben Planungsbüros bei einem städtebaulichen Wettbewerb untersucht. Eine Jury aus Vertretern des Stadtrats, der Verwaltung und externen Experten befand über 14 unterschiedliche Konzepte.

Der Entwurf der Münchner Stadtplaner und Architekten überzeugte nach Ansicht der Preisrichter nicht nur durch die Vielfalt möglicher Bautypen und ökologische Aspekte, sondern hat auch gute Chancen, die Hürden des Planungsverfahrens zu nehmen. Die größte Herausforderung dabei wird voraussichtlich der Immissionsschutz sein: Rund 14 000 Fahrzeuge sind täglich in diesem Bereich der Münchner Straße unterwegs und sorgen für eine entsprechend hohe Belastung mit Lärm und Abgasen. (Peter Stöbich)
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