City-Manager soll es richten: Friedberger Stadtrat stimmt Vollzeitstelle für zwei Jahre zu

Die Friedberger Händler fürchten Konkurrenz durch das neue Fachmarktzentrum. Foto: Stöbich
 
Auch um ein Park- und Verkehrskonzept soll sich der City-Manager kümmern. Foto: Stöbich
Friedberg: Friedberg |

Nach jahrelangen Debatten soll die Stadt Friedberg jetzt doch einen sogenannten City-Manager bekommen, der im Bereich der Stabsstelle "Wirtschaftsförderung" des Bürgermeisters angesiedelt ist. Mehrheitlich stimmte der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung zu, dass die Verwaltung eine Vollzeitstelle ausschreiben kann, die zunächst auf zwei Jahre befristet ist.

In der Diskussion hielt Claudia Eser-Schuberth (Grüne) eine 20 Stunden-Stelle für völlig ausreichend und äußerte Bedenken gegen eine "eierlegende Wollmilchsau".
Denn das Anforderungsprofil, dem der neue Mitarbeiter im Rathaus möglichst entsprechen soll, ist ziemlich umfangreich: Ausgleichend, innovativ und teamorientiert soll er sein, dennoch selbständig und strukturiert.

Umfangreiches Aufgabengebiet

Unter anderem soll er für ein Konzept zur Entwicklung des Einzelhandels und das Flächenmanagement zuständig sein, ein Kundenbindungssystem installieren, das gemeinsame Marketing voranbringen, sich um den optischen Gesamteindruck der Innenstadt kümmern, Termine koordinieren und Kommunikationspartner zu Stadtrat, Verwaltung, Vereinen und Verbänden sein. Außerdem geht es um die Unterstützung der Verwaltung, um Ideen für den ruhenden und fließenden Verkehr entwickeln. Angesichts dieser zahlreichen Aufgaben stellte Johannes Hatzold (Freie Wähler) fest: "Bisher waren in Friedberg nicht einmal Kernöffnungszeiten der Geschäfte durchsetzbar!"

CSU sieht Chancen in neuer Stelle

Dagegen sprach Thomas Kleist (CSU) von einer "tragbaren Übergangslösung", während der man Erfahrungen sammeln könne. Falls eine Co-Finanzierung des Managers durch den Verkehrsverein nicht zustande kommt, könnte er bei entsprechender Qualifizierung als Nachfolger für den städtischen Wirtschaftsbeauftragten Peter Resler übernommen werden, der kommendes Jahr in den Ruhestand gehen wird. Schon vor über zwei Jahren hatte der Verkehrsverein Überlegungen angestellt, ob Friedberg einen professionellen Kümmerer braucht, der die ehrenamtliche Arbeit von Aktivring und Verkehrsverein unterstützt. Im Oktober 2016 fasste der Stadtrat schließlich den Grundsatzbeschluss, eine eigene GmbH zu gründen, in der das City- und Projektmanagement für die Sanierungsgebiete gebündelt werden. Doch die GmbH-Gründung kommt nicht so schnell voran wie erhofft, so dass man sich jetzt auf eine Übergangslösung einigte.

Gründliche Einarbeitung

Weil Resler noch bis Februar 2018 im Amt ist, kann er seinen neuen Kollegen gründlich einarbeiten und mit den speziellen Gegebenheiten in Friedberg vertraut machen. Bisher kümmerte sich der Aktivring unter dem Dach des Verkehrsvereins um Termine, Versammlungen, Veranstaltungen und den Kontakt zur Stadtverwaltung. Bürgermeister Roland Eichmann geht es auch um eine Stärkung der Innenstadt, weil das Fachmarktzentrum unterm Berg gerade weiter ausgebaut wird und die Geschäfte zusätzliche Konkurrenz fürchten.
Der neue Manager soll es jetzt richten, indem er eine Werbegemeinschaft aufbaut, die auch einen organisatorischen und finanziellen Beitrag leisten muss. Gegen die Ausschreibung einer Vollzeitstelle gab es im Stadtrat vier Gegenstimmen.
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