CSU-Neujahrsempfang in Wulfertshausen: "Pack mas wieder gemeinsam an"

Auf ein friedliches und erfolgreiches 2017 hofften beim CSU-Neujahrsempfang im Wulfertshauser Pfarrzentrum (von links): Landrat Dr. Klaus Metzger, Ehrenbürger der Stadt Friedberg Reinhard Pachner, Landtagspräsidentin Barbara Stamm und CSU-Kreisvorsitzender Peter Tomaschko. Foto: Alfred Haas


Eine "gigantische Zahl" von freiwilligen Helfern sah Peter Tomaschko am vergangenen Sonntagabend vor sich. Der CSU-Kreisverband Aichach-Friedberg und der CSU-Stadtverband Friedberg hatten gemeinsam zum Neujahrsempfang geladen. Und es wurde sehr, sehr eng im Wulfertshauser Pfarrzentrum. Weil der Friedberger CSU-Vorsitzende Manfred Losinger krank zu Hause bleiben musste, oblag es seinem Stellvertreter Florian Wurzer die illustre Gästeschar zu begrüßen.

Unternehmer, Politiker und vor allem ehrenamtlich engagierte Bürger waren der Einladung in großer Zahl gefolgt. Das lag freilich auch an Barbara Stamm, die als Festrednerin auftrat. Wegen seiner guten Kontakte gelang es Tomaschko die Landtagspräsidentin in den Friedberger Stadtteil zu locken.

"Termine am Sonntagabend sind problematisch", ließ Stamm keine Zweifel aufkommen. "Aber es kommt drauf an, wer einlädt", nahm sie die Spannung sofort wieder heraus. Vom Anfang bis zum Ende ihrer etwa vierzigminütigen Rede hatte Stamm die volle Aufmerksamkeit der Besucher. Mit ihren Anekdoten sorgte sie bei den Zuhörern einerseits für Heiterkeit, andererseits wurde es auch wieder mucksmäuschenstill im Raum. "Das Herzstück der Politik ist die Kommunalpolitik", postulierte die Frau aus dem Frankenland, die viele auch aus dem Veitshöchheimer Fasching kennen. "Hier weiß man, was die Menschen brauchen, hier kann man Heimat gestalten", begründete sie. Sie bedauere es immer noch, dass sie nicht Oberbürgermeisterin von Würzburg wurde, als sie die Möglichkeit dazu hatte. Im Nu hatte die mehrfache Oma das Herz der großen CSU-Familie erobert.

"Die Welt ist aus den Fugen geraten", stellte Stamm fest. Man hoffe, dass man nicht von größeren Schicksalsschlägen heimgesucht werde. Gesellschaftlichen Zusammenhalt und Stärkung der Demokratie forderte sie in diesem Zusammenhang. Nachdem Trump in den USA zum Präsidenten gewählt wurde, sei Geschlossenheit gefragt. Europa dürfe sich von ihm nicht spalten lassen. Dafür gab es Zwischenapplaus. Allerdings habe Europa in der Flüchtlingsfrage alles andere als Zusammenhalt gezeigt. "Wir haben es nicht geschafft, 180 000 Asylbewerber gerecht zu verteilen." Auch wenn man in diesem Fall von der Türkei abhängig sei, dürfe man sich aber nicht an sie ausliefern. Dafür gab es erneuten Beifall.

Von der Digitalisierung, jeder müsse bereit sein mitzumachen, über die Bildung bis hin zu Tarifverträgen, Barbara Stamm beackerte breite Felder der Politik. "Wir müssen die Sorgen der Bürger nicht nur zur Kenntnis nehmen, sondern auch ernst", hob sie hervor. Unter anderen forderte sie mehr Zeit füreinander. "Warum müssen Väter erst Großväter werden, damit sie das nachholen können, was sie bei den eigenen Kindern versäumt haben?" Die junge Generation brauche Sicherheit. "Die Befristung der Arbeitsverträge entwickelt sich nicht erfreulich", betonte die Landtagspräsidentin. Barbara Stamm räumte auch Fehler ein. So sei beispielsweise das G8 im "Hauruck-Verfahren" eingeführt worden. Jetzt müsse man den Mut haben zu sagen, "das war nicht so gut". Die Landespolitikerin hob weiter hervor: "Ich habe in meinem Leben gelernt, dass wir nicht an den Menschen vorbei arbeiten dürfen." Gegen Ende ihrer Ausführungen bekam sie jede Menge Applaus: "Es ist wunderbar, dass es die Ehrenamtlichen gibt. Wenn es sie nicht gäbe, müsste man sie erfinden." Durch die engagierten Helfer habe man allen Grund, auch in Zukunft optimistisch zu sein. Sie seien es, die mit ihrer Arbeit einen großen Beitrag für Frieden und Wohlstand in unserem Lande leisten.

"Mit den Menschen reden und ihnen die Ängste nehmen, das ist Aufgabe der Politik", erklärte Landrat Dr. Klaus Metzger. Dafür sah auch er die Kommunalpolitik als bestes Mittel. Und: "Heimat fällt nicht vom Himmel, Heimat muss man sich erarbeiten." Bereits zuvor gab es von Peter Tomaschko ein dickes Lob: "Das Wittelsbacher Land ist hervorragend aufgestellt." Ebenso wie der Bundestagsabgeordnete Hansjörg Durz stellte er den Bundesverkehrswegeplan besonders heraus. Durch den Schienenausbau, der B 300 und der Autobahn profitiere auch der Landkreis. Gemeinsam habe man 2016 gute Politik gemacht und viel auf den Weg gebracht. Tomaschko forderte alle Neujahrsgäste auf: "Pack mas 2017 wieder gemeinsam an."

Bei köstlichen Häppchen und Getränken gaben von nun an die Hofmusikanten den Ton an, die meinten "Böhmisch-Mährisch soll's sein". (Alfred Haas )
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