Der Bauhof ist zu teuer

Über die Verlegung des Bauhofs an der Stefanstraße wird schon lange diskutiert. Foto: Stöbich


Der seit vielen Jahren diskutierte Neubau des städtischen Baubetriebshofs westlich der Wertstoffsammelstelle am "Lueg ins Land" sorgte für betretene Mienen in der jüngsten Sitzung des Friedberger Bauausschusses. Denn mit weniger als zehn Millionen Euro dürfte das Projekt kaum realisierbar sein, stellte Bürgermeister Roland Eichmann fest. Weil ein Bodengutachten ergeben hat, dass der Untergrund am neuen Standort teilweise sehr schlecht ist, will die Verwaltung jetzt eine neue Untersuchung in Auftrag geben und prüfen, wo sich eventuell sonst noch sparen lässt. Ob die Vergabe der Bauarbeiten an einen Generalunternehmer sinnvoll ist, soll ebenfalls geprüft werden. Vorausgesetzt, dass alles klappt, könnte der neue Bauhof Ende 2019 bezogen werden.

Die Umzugspläne reichen weit zurück: Schon in den 1990ern gab es dazu Überlegungen im Stadtrat. Mehrere Standorte wurden untersucht, bis 1999 schließlich die Entscheidung für das Gelände am "Lueg ins Land" fiel. Damals wollte man mit dem Verkaufserlös des alten Bauhofgeländes den Neubau realisieren. Ein Wunsch, der sich aber schnell wieder verflüchtigte, denn zu weit klafften die Beträge auseinander. Auf Veranlassung der damaligen CSU-Mehrheit im Stadtrat wurde dort 2004 eine neue Halle mit rund 1000 Quadratmeter Fläche gebaut, doch dann ging dem Vorhaben wieder die Luft aus. 3,4 Millionen Euro für das Gesamtprojekt erschienen dem Stadtrat nicht finanzierbar.

Es folgte eine neue Standortdebatte, weil die Baukosten auf dem hügligen Gelände relativ hoch sind.

Der Stadtrat fand keine sinnvolle Alternative und blieb 2012 bei seinem mehr als zehn Jahre alten Beschluss, die Verlagerung ans "Lueg ins Land" voranzutreiben. Jetzt gab es im Bauausschuss eine ausufernde Debatte über einen Bodenaustausch und aufwendige Pfahlgrundierungen im westlichen Teil des neuen Geländes; diese würden allein drei Millionen verschlingen. Damit lägen die Gesamtkosten bei fast 13 Millionen Euro.

Eine andere Schätzung für die Arbeiten im Untergrund liegt bei nur 560 000 Euro, weil bei dieser Variante geplante Neubauten teilweise in unproblematische Bereiche platziert werden. Herta Widmann forderte in der lebhaften Diskussion, man möge nochmals über eine vernünftige Entscheidung nachdenken und lieber ein besser geeignetes Grundstück suchen; von ihr kam auch die einzige Gegenstimme.

Während Thomas Kleist das Raumprogramm genau unter die Lupe nehmen wollte, sagte der Bürgermeister, die Stadt wolle zukunftsweisend mit der Möglichkeit zu einer späteren Erweiterung planen: "Ein neuer Bauhof muss auf Jahrzehnte hinaus passen!" Jetzt gehe es um das "Feintuning" bei den Kosten, die auf zehn Millionen gedrückt werden sollen.

Die Verwaltung muss nun prüfen, welche Einsparungen tatsächlich möglich sind. (Peter Stöbich )
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