Der CSU-Ortsverband Rinnenthal feiert

Von Bürgermeister Roland Eichmann (links) bekam Ortsvorsitzender Matthias Stegmeir Rotwein als Jubiläumsgeschenk. Foto: Stöbich
 
Das Festreferat hielt der CSU-Bezirkschef und Europa-Abgeordnete Markus Ferber.
Friedberg: Friedberg | Ein solches Aufgebot an politischer Prominenz hat es in der Sportgaststätte Rinnenthal noch nicht gegeben: Europa-, Bundestags- und Landtagsabgeordnete, amtierende und ehemalige Landräte, Kreis- und Stadträte, Bürgermeister und Vereinsvorsitzende - sie alle waren gekommen, um dem CSU-Ortsverband zum 50-jährigen Bestehen zu gratulieren. Von den Gründungsmitgliedern wurden beim Festabend mehrere für ihr jahrzehntelanges politisches Engagement geehrt. Urkunden und Anstecknadeln erhielten Hans Gutmann, Christian Ketzer, Anton, Peter, Thomas, Xaver Treffler sowie der Gründungsvorsitzende und ehemalige zweite Bürgermeister Albert Sedlmeyr. Anton Wittmann gehörte der Partei sogar schon an, bevor der Ortsverband ins Leben gerufen wurde, und ist jetzt insgesamt 59 Jahre mit dabei.
22 engagierte Bürger hatten den Ortsverband aus der Taufe gehoben, um die Weichen für die Kommunalwahlen 1966 zu stellen. Es war eine bewegte Zeit, wie aus der Chronik hervorgeht, denn auf der Tagesordnung der Kommunalpolitiker standen so wichtige Themen wie Abwasserbeseitigung, Bauland-Ausweisung und Trinkwasserversorgung, Schul- und Gebietsreform. Außerdem mussten im Rahmen der Flurbereinigung die Weichen für Flächen des öffentlichen Bedarfs gestellt werden.
Der zweite Bürgermeister und Gründungsvorsitzende Albert Sedlmeyr übergab seinen Posten als Ortsvorsitzender 1993 an Matthias Stegmeir, der dieses Amt bis heute innehat. Mit vielen Veranstaltungen vom Bürgerdialog bis zum Dämmerschoppen konnte sich der Ortsverband angesichts zahlreicher Herausforderungen gut positionieren, betont Stegmeir. Asylpolitik, Straßenausbaubeiträge, Wohnungsbau und viele andere Themen, welche die Bürger nicht nur in Rinnenthal bewegen, wurden aufgegriffen und engagiert diskutiert. So konnte sich das ehemals beschauliche Dorf zu einem attraktiven Stadtteil entwickeln.
Sämtliche Redner hoben besonders hervor, wie wichtig der persönliche Einsatz jedes Einzelnen sei, statt sich immer nur auf "die da oben" zu verlassen. In Rinnenthal werde das Ehrenamt in Feuerwehr, Partei oder Vereinen noch hoch geschätzt, sagte Stegmeir. In dem rund 850 Einwohner zählenden Ortsteil von Friedberg gebe es noch intakte Strukturen samt Arbeitsplätzen und Gewerbebetrieben, Dorfladen, Feuerwehrhaus und schnellem Internet; auch die Landwirte hätten den Wandel der letzten Jahrzehnte gut gemeistert.
Vom dörflichen Miteinander schlug der Europa-Abgeordnete Markus Ferber einen weiten Bogen bis zum aktuellen Wahlkampf in den USA. Er stellte in seinem Referat die Frage "Europa - Herausforderung und Zukunft?" Momentan drohe eine tragfähige Gemeinschaft auseinanderzubrechen, sagte er unter Hinweis auf die instabilen Verhältnisse in der Türkei und den Austritt Großbritanniens aus der EU.
In fast allen Bereichen des Lebens gebe es heute eine starke Individualisierung, so Ferber. "Sind wir überhaupt noch in der Lage, bestimmte Grundprinzipien zu akzeptieren?" Die zu lösenden Aufgaben wie die Gestaltung des deutschen Rentensystems würden immer gewaltiger. Doch anstatt zu jammern, müsse man anpacken, so wie das die Bürger in Rinnenthal getan hätten.
Wie die übrigen Redner dankte auch der Abgeordnete allen Mitgliedern des Ortsverbandes für ihren jahrzentelangen Einsatz in der "großen Familiengemeinschaft der CSU".
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