Die Stadt Friedberg will einen Profi holen

Die Geschäftswelt in der Kernstadt soll professionelle Unterstützung bekommen. Foto: Stöbich
 
Die Stadt Friedberg will ihre Stärken duch eine City-GmbH deutlich machen. Foto: Stöbich
Friedberg: Friedberg | Schon vor eineinhalb Jahren diskutierten die Mitglieder des Friedberger Verkehrsvereins über Nutzen und Kosten eines sogenannten City-Managers. Mittlerweile ist das neue Fachmarktzentrum Unterm Berg in Betrieb und die Sorge groß, die Geschäftswelt in der Kernstadt könnte unter der Konkurrenz leiden. Deshalb hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung die Verwaltung beauftragt, mit interessierten Unternehmen die Rahmenbedingungen für eine GmbH-Gründung abzustecken; Aktivring und Verkehrsverein sollen auch in finanzieller Hinsicht mit im Boot sein. Über die Einzelheiten muss aber noch verhandelt werden.


Braucht Friedberg einen "Kümmerer"?


Braucht Friedberg einen professionellen „Kümmerer“, der die Arbeit der Ehrenamtlichen unterstützt? Und wer soll diesen Fachmann bezahlen? Um diese Fragen zu klären, hatte der Verkehrsverein im April 2015 Christian Kramer eingeladen, der bei der Jahresversammlung seine Aufgaben als City-Manager in Freising schilderte. Er kümmert sich dort um Kommunikation und Koordination ebenso wie um Flächenmanagement und Standortentwicklung, Kundenbindung und Veranstaltungen oder hält den Kontakt zwischen Geschäftsleuten und Rathaus.
Solch eine "eierlegende Wollmilchsau" wünsche man sich jetzt auch für Friedberg, sagte Claudia Eser-Schuberth (Grüne) und stimmte nach lebhafter Diskussion gegen die Pläne: Denn einen Mischmasch aus City-, Quartiers- und Projektmanager hält sie für "nicht ausgegoren". Dass es mit dem Verkehrsverein durchaus noch einigen Gesprächs- und Klärungsbedarf gebe, räumte auch Bürgermeister Roland Eichmann ein.
Schließlich soll der Einzelhandel die Hälfte der Kosten übernehmen, die sich für City- und Quartiersmanager zwischen 147.000 und 181.000 Euro bewegen. Dass zusätzlich ein gewisses Budget notwendig sei, um mit dem neuen Personal auch tatsächlich etwas zu bewegen, gab Manfred Losinger (CSU) zu bedenken. Die Gründung einer eigenen Gesellschaft, der City-GmbH, ist laut Eichmann notwendig, um Zuschüsse aus der Städtebauförderung zu bekommen.
Die Förderfähigkeit des neuen Konzepts muss aber erst noch mit der Regierung von Schwaben geklärt werden. Ob darin auch die Wirtschaftsförderung mit integriert werden soll, wurde im Stadtrat kontrovers diskutiert. Diese Aufgabe solle besser innerhalb der Verwaltung bleiben, meinten mehrere Mitglieder. Überschneidungen zwischen den vielfältigen Aufgabenbereichen seien ohnehin nicht auszuschließen, sagte der Bürgermeister.
Der Profi soll in Friedberg künftig den Einzelhandel in der Innenstadt unterstützen. sich um Stadtmarketing, Pressearbeit, einheitliche Werbeplanung, Leerstands-Management und noch einiges mehr kümmern. "Eine besondere Herausforderung wird im Konfliktfeld zum Fachmarktzentrum unterm Berg liegen", heißt es in der Vorlage der Verwaltung zur geplanten GmbH-Gründung.
Ob auch der Aktivring als Gesellschafter auftritt oder in der neuen Gesellschaft aufgeht, muss in den bevorstehenden Gesprächen noch geklärt werden. Roland Fuchs (SPD) versteht das Ganze als Angebot an die Geschäftsleute, hält aber auch andere Modelle für denkbar.
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