Fahrradfreundliches Friedberg

In Zukunft soll auf geeigneten Gehwegen der Benutzungszwang für Fahrräder aufgehoben werden, wie hier am Bahnhof Friedberg. Foto: Lütke-Wissing

Dass Friedberg für Radler attraktiv ist, zeigte kürzlich der Halt der BR-Radltour. Doch wie fahrradfreundlich ist die Herzogstadt? Im Bauausschuss hat die Friedberger SPD der Stadtregierung eine Liste zu diesem Thema übergeben.

Bereits Anfang des Jahres regte der SPD-Ortsverein Friedberg gemeinsam mit dem Allgemeinen deutschen Fahrradclub (ADFC) die Initiative "Fahrradfreundliches Friedberg" an. Ziel ist es, die Gefahrenpunkte für Radfahrer zu entschärfen, den Fahrradtourismus in Friedberg zu beleben und noch mehr Abstellplätze für Besucher und Pendler zu schaffen. So soll Friedberg zur "Fahrradfreundlichen Stadt" werden. Die SPD befragte die Bürger und dokumentierte die Gefahrenpunkte, der ADFC lief die Problemstellen ab. SPD wollte mit ihrem Antrag einen ersten Schritt auf den Weg in Richtung Radlerfreundlichkeit gehen. Positiv bewerteten die Befragten die gute Erreichbarkeit der Kernstadt mit dem Fahrrad. Sehr positiv fällt das Urteil über die Möglichkeiten, die Umgebung Friedbergs mit dem Fahrrad zu erkunden. Als unzureichend für Radler wird dagegen der Kernbereich empfunden. Die Fahrradwegführung sei schlecht erkennbar und wenig durchdacht. Auch das wenig partnerschaftliche Verhalten der Verkehrsteilnehmer, vor allem in der Ludwigstraße, wird negativ gesehen. Ein sehr großer Teil der Befragten wünscht sich deshalb eine Sperrung für den Autodurchgangsverkehr in der inneren Ludwigstraße. Auch zusätzliche Abstellmöglichkeiten in der Innenstadt und am Bahnhof werden gefordert.

In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses übergab die SPD der Stadtregierung die mit Prioritäten versehene Liste. Auch sollte im Zusammenhang mit dieser Übergabe die Benutzungspflicht für Radfahrer auf Gehwegen an einigen Stellen aufgehoben werden. Denn ist der Weg ausreichend breit, ist die Benutzung durch Radfahrer möglich und sinnvoll. Sobald es enger wird, Poller eingebaut sind oder eine zunehmende Zahl von Fußgängern unterwegs ist, ist es für Fahrradfahrer einfacher und sicherer, auf der Fahrbahn zu fahren.

Der Bauausschuss stimmte einstimmig zu, allerdings sollten die entsprechenden Stellen und die rechtliche Situation ein weiteres Mal geprüft werden. Es wird auch keine Blankoaufhebung der Benutzungspflicht im Stadtgebiet geben, sondern nur in einzelnen Fällen.

In Zukunft soll die Verwaltung bei solchen Stellen die Benutzungspflicht auch ohne Beteiligung des Bauausschusses aufheben können.

von Peter Lütke-Wissing
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