Friedberg hofft auf den Zuschlag

Das Friedberger Schloss wäre ein wichtiger Teil der Landesausstellung. Foto: Stöbich
Friedberg: Friedberg | Nach umfangreichen Vorbereitungen soll die Bewerbungs-Broschüre für die Bayerische Landesausstellung 2020 bis Ende dieses Monats beim Haus der Bayerischen Geschichte in Augsburg eingereicht werden. Auch die Stadt Friedberg macht sich große Hoffnungen, dass sie gemeinsam mit ihren Partnern den Zuschlag bekommen wird; mit im Boot sind die Stadt Aichach, Kloster und Gemeinde Scheyarn sowie die Landkreise Aichach-Friedberg und Pfaffenhofen an der Ilm. Unter dem Vorsitz von Landrat Klaus Metzger hat ein Team aus Fachleuten zahlreiche Vorschläge ausgearbeitet, berichtet Pressesprecher Wolfgang Müller vom Landratsamt.
Nicht nur Altlandrat Theo Körner verspricht sich einen unbezahlbaren Werbeeffekt, wenn 2020 viele tausend Touristen nach Friedberg kämen: "Der Zuschlag wäre ein einmaliger Glücksfall!" Für Tourismus und Außenwirkung wäre das Ganze auf alle Fälle ein enormer Gewinn, so Bürgermeister Roland Eichmann, denn die Investitionen bleiben ja über den Termin hinaus erhalten.
Angedacht sind drei Ausstellungsorte: Neben Aichach mit dem Stammsitz in Oberwittelsbach sowie dem Wasserschloss in Unterwittelsbach und Friedberg mit seinem Schloss ist Scheyern aus dem Nachbarlandkreis Pfaffenhofen als Herkunftsort des Adelsgeschlechts mit seinem Kloster als Partner im Bunde. In Friedberg bietet sich den Besuchern Gelegenheit, ein ehemals von Herzog Ludwig II. als Grenzveste erbautes Denkmal mit wechselvoller Geschichte zu erleben.
Um mit dem dann umgebauten Wittelsbacher Schloss zu punkten, sind aber auch Zugeständnisse notwendig. Denn um eine zusätzliche Fläche für Exponate zu gewinnen, muss die geplante Cateringküche zwischen Remise und Rittersaal weichen; sie kann erst nach der Landesausstellung im Schloss eingebaut werden, weil dieser Raum mit seinem schönen Kreuzgratgewölbe Teil des Rundgangs sein könnte. Die Macher der Landesausstellung wollen diese Fläche gern nutzen. Eigentlich sollte hinter einer Trennwand die Cateringküche entstehen, von der aus sich Rittersaal und Remise gleichermaßen versorgen ließen. Zum Schlosshof hin wäre ein Verbindungsgang zwischen den beiden Veranstaltungsräumen entstanden.
Aus Sicht von Eichmann bietet die Ausstellung die Möglichkeit, Friedberg einem breiten Publikum zu präsentieren. Er betrachtet dies auch als Chance, die Attraktivität von Schloss und Innenstadt zu steigern. Die Ausstellung soll als Anlass dienen, die Achse zwischen Bahnhof und Schloss attraktiver zu gestalten. Dazu gehört ein barrierefreier Zugang vom Steirer Berg zur Bahnhofstraße. Vor dem Kriegerdenkmal schwebt Eichmann die Neuanlage eines Platzes vor.
Das geplante Thema „Frühe Wittelsbacher“ passt wie die berühmte Faust aufs Auge, und zwar nicht nur zum Stammsitz des bayerischen Herrschergeschlechts, sondern auch zur Jahreszahl. 2020 jährt es sich zum 900. Mal, dass die Grafen von Scheyern ihren Sitz nach Oberwittelsbach verlegten – an jenen Ort, dessen Burg 1115 in ihren Besitz gelangte und dessen Namen sie seither führten.
Das Haus der bayerischen Geschichte in Augsburg verfügt für die Schau selbst über ein Budget von 1,5 Millionen Euro, die Kosten sind aber höher. Die örtlichen Partner müssen darum ebenfalls einen Teil tragen, etwa wenn es um Arbeiten an den Ausstellungsgebäuden geht oder um Personal, das während der Veranstaltung Dienst tut. Wichtige Voraussetzungen sind ebenso ein barrierefreier Zugang, moderne Sicherheitstechnik und ein hoher konservatorischer Standard.
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