Friedberg ist gut gerüstet für den Ernstfall: 70 Seiten starkt ist der Feuerwehr-Bedarfsplan

Bergen, löschen, retten, schützen - Feuerwehrleute müssen Enormes leisten. Fotos: Stöbich
Friedberg: Friedberg | Insgesamt 70 Seiten stark ist der bis zum Jahr 2020 gültige Feuerwehr-Bedarfsplan, den der Friedberger Stadtrat kürzlich beschlossen hat. Alle fünf Jahre wird dieser Plan von der Stadt überarbeitet und fortgeschrieben. Grundlage dafür ist ein sogenannter Projektbericht des Ingenieurbüros für Brandschutz und Gefahren-Abwehrplanung aus Heilsbronn; darin wird die technische und personelle Ausstattung der Feuerwehren eingehend unter die Lupe genommen.
Um zu ermitteln, wie die gemeindlichen Wehren personell und technisch ausgestattet werden müssen, ist es erforderlich, dass das Gefahrenpotenzial vor Ort und die vorhandenen Kapzitäten genau erfasst werden; der Plan formuliert dann Möglichkeiten zu eventuellen Verbesserungen und wie sich diese umsetzen lassen. Vor allem wird darauf geachtet, dass die Wehren möglichst schnell am Einsatzort sein können;
Grundsätzlich ist es um den Brandschutz im Friedberger Stadtgebiet zwar gut bestellt. Deutlich wird aber, dass die Vorgaben des bayerischen Feuerwehrgesetzes nicht überall eingehalten werden können. Laut Gesetz soll nämlich grundsätzlich jede an einer Straße gelegene Einsatzstelle innerhalb von zehn Minuten mit einer angemessenen Personal- und Fahrzeugausstattung erreichbar sein.
Dieses Ziel läßt sich - zumindest theoretisch - in einigen ländlichen Bereichen von Friedberg nicht umsetzen. Denn viele der ehrenamtlichen Helfer arbeiten auswärts und stehen darum nur abends, nachts sowie am Wochenende zur Verfügung. Deshalb schlägt der Bedarfsplan in einigen Fällen eine Standortanalyse vor, um gemeinsame Feuerwehrhäuser zu nutzen. Diese Überlegungen bedeuten aber keineswegs, so Bürgermeister Roland Eichmann, dass die selbständigen Ortsteilwehren zusammengelegt beziehungsweise aufgelöst werden sollen. Aktuell müssen die Kommunalpolitiker ohnehin nichts entscheiden, denn die Feuerwehrhäuser genügen den technischen Anforderungen und sind in gutem Zustand.
Auch wenn sich beispielsweise die Feuerwehr von Paar-Harthausen noch nie abmelden musste, weil zu wenig Helfer vorhanden waren, reicht die rechnerische Personalstärke tagsüber nicht aus, um als alarmsicher zu gelten. Dasselbe gilt für Stätzling, Haberskirch, Wiffertshausen, Hügelshart, Rederzhausen, Rinnenthal, Rohrbach und Bachern. Auch Dickelsmoor und der westliche Teil von Haberskirch sind nicht planbar innerhalb der Zehn-Minuten-Frist zu erreichen. Deshalb sieht der Plan für diese Orte eine Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen vor. Dickelsmoor könnte zum Beispiel von der Augsburger Berufsfeuerwehr mitversorgt werden, Paar-Harthausen von der Dasinger Feuerwehr und Bachern von der aus Ried.
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