Friedberg: Sozialwohnungen für 16 Millionen

Friedberg: Friedberg | Kostensteigerung stößt im Bauausschuss auf Kritik

Peter Stöbich
Friedberg. Fast 16 statt der ursprünglich angedachten 9,4 Millionen Euro könnte der Bau von Sozialwohnungen kosten, den die Stadt Friedberg westlich der Afrastrasse plant. "So haben wir nicht gewettet!", sagte SPD-Fraktionschef Roland Fuchs in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses. Es gab eine lebhafte Debatte über die geänderten Pläne des beauftragten Augsburger Architekten-Büros.
Für das nördliche Baufeld schlagen die Fachleute vor, die beiden L-förmig angeordneten Häuser zu verbinden. Im südlichen Baufeld würde ein 60 Meter langer Riegel entstehen, wenn man die maximal zulässigen Geschossflächen ausschöpfen will. Denn von den ursprünglich vorgesehenen 5832 Quadratmetern steigt die gesamte Geschossfläche auf 6790, wenn man zehn zusätzliche Wohnungen schaffen will. Dadurch könnten die geschätzten Kosten laut Verwaltung bis auf 15,9 Millionen steigen.
Die Erschließung der Sozialwohnungen soll über zentrale Treppenhäuser und Laubengänge erfolgen, pro Gebäude gibt es einen Aufzug und für die Autos eine Tiefgarage. In der Diskussion stellte Fuchs fest, dass der notwendige Kredit den städtischen Etat auf viele Jahre hinaus belasten werde. Deutliche Kritik übte er daran, dass das Architekten-Konzept von den Grundzügen des Bebauungsplans abweiche und deshalb eine Änderung erforderlich sei. Die Festsetzungen dürften aber nicht aufgeweicht werden, betonte er.
CSU-Fraktionschef Thomas Kleist hielt die Änderungen dagegen für sinnvoll, forderte im Bauausschuss aber eine genauere Kostenschätzung. Claudia Eser-Schubert (Grüne) signalisierte Zustimmung zu einer effizienteren Nutzung der Fläche an der Afra-Strasse. Dagegen gab es von den Parteifreien Bürgern eine klare Ablehnung: "Die fast 16 Millionen Euro werden sich weit in die Zukunft hinein auswirken!" gab Wolfgang Rockelmann angesichts der Tatsache zu bedenken, dass Friedberg die neuen Wohnungen komplett über Schulden finanzieren will.
Dass ihr Bau für die Stadt dringend notwendig sei, gab Bürgermeister Roland Eichmann zu verstehen: "Die Nachfrage ist enorm und eigentlich müssten wir noch 160 anerkannte Asylbewerber unterbringen." Mit sechs gegen fünf Stimmen entschieden die Ausschussmitglieder, dass das überarbeitete Konzept weiterverfolgt werden soll. Ob tatsächlich eine Änderung notwendig ist oder ob eine Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans reicht, konnte in der Sitzung nicht geklärt werden.
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