Friedberger Geschichte(n): Elf Fragen an Ersten Bürgermeister Roland Eichmann

Friedbergs Erster Bürgermeister Roland Eichmann war einer der Teilnehmer beim 15. Friedberger Halbmarathon. (Foto: Thorsten Franzisi)

Roland Eichmann ist ein deutscher Kommunalpolitiker der SPD. Am 30. März 2014 wurde er zum hauptamtlichen Ersten Bürgermeister der im Landkreis Aichach-Friedberg liegenden Stadt Friedberg gewählt. Seit 30. März 2014 steht Roland Eichmann als Erster Bürgermeister an der Spitze der Stadtverwaltung Friedberg. Der Bürgermeister blickt zurück auf schwierige Entscheidungen und Begegnungen mit Menschen, die ihm im Gedächtnis haften geblieben sind. Und er blickt in die Zukunft – in die von Friedberg und in seine persönliche.


1. Warum sind Sie gerade in Friedberg Bürgermeister geworden?

Weil mir die Friedberger Wählerinnen und Wähler mehrheitlich das Vertrauen ausgesprochen haben, die Zukunft ihrer Stadt zu gestalten. Kennengelernt habe ich Friedberg als junger Kommunalberater. Die Moderation des „Offenen Planungsprozesses“, einer Bürgerbeteiligung zur Gestaltung der Innenstadt, war mein erstes Projekt. Die Stadt hat mir gleich unglaublich gut gefallen. Als ich gefragt wurde, als Bürgermeister zu kandidieren, war ich zwar zuerst skeptisch. Aber die Möglichkeit, eine bayerische Stadt wie Friedberg zu gestalten, war doch zu verlockend.

2. Was war bisher Ihre schwierigste Entscheidung und Begegnung mit Menschen?

Es gibt immer wieder schwierige Situationen, zum Beispiel, wenn verzweifelte Menschen im Büro stehen, die dringend eine bezahlbare Wohnung suchen oder in finanzielle Probleme kommen durch Verzögerungen beim Bau ihres Hauses. Aber es gibt auch Entscheidungen von großer Tragweite, die nicht einfach sind, zum Beispiel ob die Stadt die neue vierspurige B2 unterstützt oder nicht.

3. Was macht Ihnen an Ihrem Amt Spaß?

Die kleinen und die großen Dinge: Das Amt gibt mir die Möglichkeit, Menschen schnell und unbürokratisch zu helfen. Das geht nicht immer, aber es gibt doch oft einen Weg. Das motiviert mich sehr. Und es gibt die Möglichkeit, die Stadtentwicklung in langen Zeiträumen zu gestalten: Wo passen neue Baugebiete hin? Wohin entwickeln wir die Altstadt? Wie gestalten wir den Strukturwandel in den Ortsteilen?

4. Wofür setzen Sie sich in Ihrem Amt ein?


Für eine gerechte, bürgernahe Verwaltung der Stadt und eine zukunftsorientierte Politik.

5. Was sind die aktuellen Themen, mit denen Sie sich derzeit befassen?

Es ist eine Vielzahl an Themen, die jeden Tag auf den Tisch kommen. Wichtig sind gerade die Vorbereitungen auf die Eröffnung des Wittelsbacher Schlosses im kommenden Juli und die Landesausstellung 2020. Stark beansprucht mich auch die Planung des neuen Bauhofs an der Deponie. Und der ganze Bereich Bauen und Wohnen, vom einzelnen Bauplatz bis zum Baugebiet Friedberg-Süd.

6. Was treibt die Einwohner von Friedberg und deren Ortsteilen derzeit am meisten um?

Ganz praktische Dinge: die Verkehrsbelastung auf vielen Durchgangsstraßen und auch in Wohngebieten sind ein (zum großen Teil hausgemachtes) Problem, dazu kommt, dass immer mehr Friedberger Familien persönliche Erfahrungen mit dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum machen müssen. Auch die Innenstadt ist immer wieder ein emotionales Thema: die Verkehrsführung, der Einzelhandel, die Gastronomie. Da prallen die Meinungen sehr aufeinander.

7. Wo hat Friedberg derzeit seine größten Defizite?


Als Defizite würde ich zuerst den Mangel an bezahlbarem Wohnraum und die durch die Lage in Augsburgs Osten bedingten Belastungen, vor allem beim Verkehr ansehen.

8. Wo sehen Sie die größten Stärken von Friedberg?


Das starke Identitätsgefühl und das Bürgerbewusstsein in der Kernstadt und den Ortsteilen und dass dadurch eine großes Engagement erwächst, diese so schöne Stadt weiterzubringen.

9. Was können Kinder- und Jugendliche in Friedberg unternehmen?

Friedbergs Stadtgebiet bietet erstmal eine wunderschöne Landschaft, wo man draußen vieles unternehmen kann, natürlich den Friedberger See. Im Stadtgebiet gibt es über 46 Spielplätze und 16 Bolzplätze. Wir haben gerade begonnen, einen zweiten Skaterpark zu bauen. Es gibt ein Jugendzentrum in der Kernstadt, viele Angebote in Vereinen und Verbänden vom Sport über Musik bis zu kirchlichen Gruppen, Jugendtreffpunkte in den Ortsteilen, das neue Süduferfestival am See, das Reggae in Wulf-Festival, die städtische Jugendkapelle und die Schule für Musik, eine lebendige Kneipenkultur in der Altstadt und nicht zuletzt auch das Stadtbad.

10. Was zeigen Sie Besuchern in Friedberg?

Zwei Dinge: Auf einem Spaziergang vom Marienplatz über das Schloss, die Herrgottsruh zum alten Wasserturm, um die Sehenswürdigkeiten der Altstadt zeigen. Und dann bei einer Rundfahrt die schöne Landschaft, in die unsere idyllischen Ortsteile eingebettet liegen.

11. Treten Sie bei der nächsten Wahl nochmals für das Amt des Bürgermeisters an?

Ich kann mir keine schönere Aufgabe denken, als Bürgermeister der Stadt Friedberg zu sein!

Herr Bürgermeister, danke für das Interview.
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