Keine Schranke für die Garage

Die Garage Ost muss auch in Zukunft ohne Schranke auskommen. Foto: Lütke-Wissing

Da im Sommer 2016 in der Garage Ost die Ein- und Ausfahrtsrampen saniert werden, kam erneut die Diskussion im Werkausschuss auf, ob die Garage mit einer Schrankenanlage ausgerüstet werden könnte.

Der Vorteil wäre, dass die Parker erst im Nachhinein für die tatsächlich genutzte Parkdauer zahlen müssten. Auch wäre dadurch sichergestellt, dass tatsächlich alle Nutzer für das Parken bezahlen würden. Eine Parküberwachung in der Garage könnte dafür entfallen.
Für die Garage West ist eine Schranke baulich nicht, bei der Garage Ost wäre eine Anlage technisch möglich. Bei der Einfahrt wäre die Schranke am unteren Ende der Einfahrtsrampe, bei der Ausfahrt am oberen Ende der Rampe im Freien anzubringen. Eine Einfahrtsschranke oberirdisch ist aufgrund des möglichen Rückstaus nicht zu empfehlen.
Problematischer als die baulichen Veränderungen stellt sich aber der Betrieb der Anlage dar. Da nicht wie bei größeren Parkhäusern Personal vor Ort ist, muss bei Störungen mit Wartezeiten gerechnet werden. Ein weiterer Nachteil ist der finanzielle Aufwand sowohl bei den Investitionskosten von rund 75 000 Euro (Umbau, neue Schranken und Kassenautomaten, Videoüberwachung et cetera) als auch bei den laufenden Kosten. Die Parktickets kosten 5000 Euro pro Jahr, für Wartung, Unterhalt und Reparaturen fallen ebenfalls Kosten an. Der Servicedienst für die Störungsbeseitigung schlägt mit rund 1000 bis 1500 Euro pro Monat zu Buche.
In der anschließenden Diskussion sprach sich Marion Brülls (Bündnis 90/Die Grünen) gegen die Schranke, aber für eine Änderung des Parkkonzepts aus: „Die Garage hat eine einzige Funktion: den Parksuchverkehr von oben nach unten zu holen. Die Diskussion um die Schranke ist unsinnig, aber man sollte die ersten zwei Stunden kostenlos in der Tiefgarage parken können.“
Bürgermeister Roland Eichmann betonte: „Grundsätzlich ist die Idee gut, dass die Menschen auch mal eine Stunde länger bummeln können. Aber hier ist die Umsetzbarkeit das Problem.“
Jakob Eichele (Freie Wähler) wird von vielen Bürgern auf die Garage angesprochen, die sich vorwiegend aus Gründen der Bequemlichkeit eine Schranke wünschen. „Deswegen bin ich dafür, vor allem jetzt, wo ohnehin die Sanierung ansteht.“ Roland Fuchs (SPD) meint: „Die Garage ist für eine Schrankenanlage nicht geeignet. Wenn, dann müsste die Garage nicht nur saniert, sondern mit größerem finanziellen Aufwand komplett umgebaut werden.“
Auch der ursprüngliche Schrankenbefürworter Richard Scharold (CSU) gab nach der Präsentation der Fakten durch Holger Grünaug „zähneknirschend nach“.
Bei der anschließenden Abstimmung wurde mit zwei Gegenstimmen von Grünen und Freien Wählern beschlossen, dass alles bleibt, wie es ist.

Peter Lütke-Wissing
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